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Schriften zur Erziehung und Bildung im WWW
von Dr. Joachim Rumpf



Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)

und ihr Verhältnis zur Kirche.

 

 


 

                                                                                              

Inhaltsübersicht

Zur Begründung dieser Arbeit

 

Bemerkungen über die Verwendung der Begriffe und den Aufbau

dieser Arbeit

 

 

1. Kapitel:

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft

 

1.1 Vom Allgemeinen Deutschen Lehrer- und Lehrerinnenverein

zur Arbeitsgemeinschaft Deutscher Lehrerverbände

 

1.2 Aufbau und Organisation der GEW

 

1.3 Die verbandspolitische Zielsetzung und ein erster Umriss

der schulpolitischen Konzeption der GEW

 

 

 

2. Kapitel:

Der Deutsche Lehrerverein und die Kirche im 19. Jahrhundert

 

2.1 Zur Begründung der Emanzipationsbestrebungen der Volksschullehrer

 

2.2 Die Anfänge der deutschen Lehrervereinsbewegungen und

die Wurzeln ihres schulpolitischen Programms

 

2.2.3 Erste Ansätze

 

2.4.Diesterwegs und Wanders Verhältnis zu Religion und Kirche

 

Diesterweg

 

Wander

 

2.5 Das Verhältnis des DLV zur Kirche im Spiegel seiner

schulpolitischen Ziele und der Auseinandersetzungen

mit seinen Gegnern

 

2.6 Das Revolutionsjahr 1848/49

 

2.7 Die Haltung von Kirche und Staat

 

2.8 Klar zum Gefecht!

Das Verhältnis des Deutschen Lehrervereins zur Schulpolitik

in der Weimarer Republik

 

 

 

3. Kapitel:

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft und ihr

Verhältnis zur Kirche während kulturpolitischer

Spannungsperioden in den ersten Jahren der Bundesrepublik

 

3.1 Zur Bestimmung einer Kulturkampfperiode

 

3.2 Die GEW erarbeitet ihre schulpolitische Konzeption

 

3.3 Höhepunkte der kulturpolitischen Auseinandersetzungen

 

3.4 Die Beispiele kulturpolitischer Auseinandersetzungen auf der

Ebene der GEW-Landesverbände

 

3.4.1 Der Kampf um das Konkordat in Niedersachsen

 

3.4.2 Christliche Gemeinschaftsschule auch in

Süd-Württemberg-Hohenzollern

 

3.4.3 Hessen ohne Schulkampf

 

 

3. Kapitel:

Die schulpolitischen Auffassungen der Kirche

 

3.1 Die evangelische Kirche und die Schule

 

3.2 Die katholische Kirche und die Schule

 

 

4. Kapitel:

Das Verhältnis der GEW zur Kirche in der Gegenwart

 

 

Schlussbemerkungen

 

 

Anhang:

Dokumente aus der Geschichte der deutschen

Lehrervereinsbewegung (DLV und GEW)

 

 

Literaturangaben

 

 

 

Vorbemerkung

 

Dieser Text ist von mir als eine Zulassungsarbeit zur ersten Dienstprüfung für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen im Jahre 1968 an der Pädagogischen Hochschule Freiburg vorgelegt worden. Das Thema wurde mir, der ich damals im Studentenrat dieser Hochschule als GEW-Vertreter tätig war, von dem Erziehungswissenschaftler Pater (SJ) Professor Karl Erlinghagen vorgeschlagen.

Ich veröffentliche die Arbeit auf meiner Homepage nahezu unverändert, weil, ich sie für die Geschichte des Bildungswesens in der Bundesrepublik für bemerkenswert halte

 

 


 

 

 

 

EINLEITUNG                                                                                                           

Zur Begründung dieser Arbeit

 

Das Bildungs- und Erziehungswesen in der Bundesrepublik Deutschland ist heute mehr als je zuvor in den Blickpunkt öffentlichen Interesses gerückt. Seit langem zieht dieses Problem mit der Aufmerksamkeit auch den Streit der öffentlichen Meinung auf sich. Es geht um die Lösung vielfältiger Aufgaben, wie z. B. um die Beseitigung des Lehrermangels, Ausbau und Reform der Hochschulen, die Erschließung der Begabungsreserven und damit dem Ausbau, vor allem des ländlichen Schulwesens, und es geht um die Reform der Volksschule.

 

Kultus- und Finanzminister, Arbeitnehmer- und Arbeitgeberverbände, Religionsgemeinschaften, Interessengruppen und Einzelpersonen – ein vielstimmiger Chor -  dessen Dissonanzen die ernste und aufrichtige Sorge aller um unser Bildungswesen nicht verdecken können.

 

Zwei Gruppen sind neben der Industrie und den Eltern an der Erziehung und Bildung interessiert: Die Religionsgemeinschaften und die Lehrerschaft.

Den Religionsgemeinschaften, in Deutschland die Katholische und die Protestantische Kirche, liegt die religiöse Erziehung der Heranwachsenden am Herzen. Sie wissen sich von der Überzeugung um den Auftrag gerechtfertigt, dass die religiöse Erziehung des Menschen die unabdingbare Voraussetzung für die Bewahrung der Werte christlicher Abendkultur ist.

 

Das Interesse der Lehrerschaft, die durch den größten deutschen Lehrerverband, der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) vertreten wird, beruht primär in dem Ziel einer optimalen Bildung des Menschen, der den ständig wachsenden Ansprüchen der ebenso stetig sich verändernden industriellen Gesellschaft gewachsen sein muss.

 

Betrachten wir die, auf einen sehr einfachen Nenner gebrachten, Grundanliegen beider Gruppen, drängt sich die Ansicht auf, dass sie sich doch sehr gut ergänzen und darum gemeinsam zum Wohle des Menschen – vorab in der Schule – wirken können. Diese Annahme ist leider falsch.

 

Im Wesen beider Konfessionen liegt es, dass sie sich an bestimmte Wahrheiten gebunden fühlen und auf diese Wahrheit hin die Angehörigen ihrer Konfession erzogen wissen wollen.

 

Im Wesen eines Berufsverbandes, die der GEW dagegen, liegt, dass er als Sammlung von Lehrern und Erziehern verschiedener Weltanschauungen und religiöser Bekenntnisse, keine verbindliche Wahrheit im Sinne der katholischen oder evangelischen Konfession anerkennen kann. Da aber beide Gruppierungen, die christlichen Konfessionen wie die Lehrerverbände in der GEW, eigene und ebenso wesentlich verschiedene pädagogische und damit auch schulpolitische Konzeptionen vertreten und zu verwirklichen suchen, kam und kommt es im Raum der Schule zu Spannungen, ja zu Kämpfen zwischen ihnen. Dieses schulpolitische Spannungsverhältnis zwischen GEW und Kirche in Theorie und Praxis, in Geschichte und Gegenwart zu betrachten, ist die Aufgabe dieser Arbeit.

 

 

Bemerkungen über die Verwendung der Begriffe und den Aufbau der Arbeit

 

Ist im Folgenden von der Kirche die Rede, versteht sich dieser Begriff als beide Konfessionen zusammenfassend. Selbstverständlich ist immer dann eine genaue Unterscheidung notwendig, wenn die differierenden schulpolitischen Auffassungen der Konfessionen zur Sprache kommen. Diese Unterscheidung gegründet sich auch mit einem entsprechend unterschiedlichen Verhältnis der GEW zu beiden Religionsgemeinschaften.

 

Wenn auch über die GEW weiter unten Näheres ausgesagt wird, sei aber schon hier einen Begriffsbestimmung vorweggenommen. 1949 schlossen sich die Landesverbände der GEW und des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenvereines (BLLV) zur Arbeitsgemeinschaft Deutscher Lehrerverbände zusammen[i]. Es sind darum zu unterscheiden:

Veröffentlichungen der AGDL

Veröffentlichungen des BLLV

Veröffentlichungen der GEW, die getrennt werden müssen nach denen des

a)Gesamtverbandes (Sitz in Ffm.)

    und der

b) Lehrerverbände in den jeweiligen Bundesländern.

                                                                                                                

Die schulpolitischen Auffassungen der GEW wurzeln in denen der freien Lehrerverbände (im Unterschied zu den konfessionell oder parteipolitisch orientierten Lehrerverbände zu verstehen) des 19. und 20. Jahrhunderts bis zum Beginn des Nationalsozialistischen Staates.

 

Da ein rechtes Verhältnis der Haltung der GEW auch aus der Kenntnis dieser Lehrerverbände und deren Verhältnis zur Kirche ermöglicht wird, ist ein angemessener historischer Überblick unumgänglich.

 

 

 

 

 

 

 

1.Kapitel

DIE GEWERKSCHAFT ERZIEHUNG UND WISSENSCHAFT

 

 

 

Vom Allgemeinen Deutschen Lehrer- und Lehrerinnenverein zur Arbeitsgemeinschaft Deutscher Lehrerverbände.

 

 

Schon bald nach dem Zusammenbruch des nationalsozialistischen Deutschland fanden sich, zuerst in der damaligen britischen Besatzungszone Lehrer verschiedenen Schularten in Lehrervereinen zusammen. Initiatoren waren die Lehrer, die den freien Lehrerverbänden vor deren Auflösung 1933 angehörten. Bei einigen dieser Neugründungen blieb es bei Stil und Struktur der früheren Vereine, lebten alte Satzungen und  Namen wieder auf. In Braunschweig aber, um ein Beispiel für andere zu nennen, wo Heinrich Rodenstein[ii] wirkte, waren die Gründer entschlössen, „keine restaurative Vereinspolitik zu treiben, sondern unserer Katastrophenzeit entsprechend, Neuland zu betreten.“[iii]  Diese progressiven Kräfte innerhalb der in Detmold im Januar 1947 zum All-Deutschen Lehrer- und Lehrerinnenverband (ADLLV) vereinigten Einzelverbände, setzten sich durch:

Die Vertreterversammlung in Dortmund, Pfingsten 1948, vollzog den Anschluss an den Deutschen Gewerkschaftsbund der britischen Zone. Der ADLLV nannte sich fortan Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. 1949 traten alle Lehrervereine der amerikanischen und französischen Zone dieser GEW bei. Auf dem Gründungskongress des DGB für das ganze  Bundesgebiet im Oktober 1949 in München, gehörte die GEW zu den Gründungsgewerkschaften.[iv]

 

Die Entscheidung der GEW für den Anschluss an die Gewerkschaftsbewegung war von dem Wunsche bestimmt, einen wirkungsvolleren* Fürsprecher der wirtschaftlichen und kulturpolitischen Forderungen der Lehrer zu finden, als den Beamtenbund, dem die Lehrervereine vor 1933 angehörten und der, nach Ansicht der GEW, auch   heute noch die Sonderinteressen des Berufsstandes der Lehrerinnen und Lehrer ungenügend vertrat  bzw. vertritt. Über diesen Verbund mit der größten Arbeitnehmerorganisation hinaus, verfolgte die GEW ihrerseits das Ziel, die Lehrer aller Schularten in einer umfassenden Vereinigung zu sammeln.

 

„Die Gesellschaft in der wir leben“, so begründete diese Absicht Heinrich Rodenstein, „wertet Berufsverbände nach der Zahl ihrer Mitglieder und nach der Mächtigkeit, mit der sie  ihre Auffassungen in der Öffentlichkeit vertreten können…“. Rodenstein bedauert, dass noch immer Teile der Lehrerschaft in selbstgewählter und schädlicher Separierung verharren und kommt zu dem Schluss, dass ein Gesamtverband… jeder möglichen anderen Form des Zusammenschlusses überlegen“[v] sei.

 

Der erste Schritt zu einem Gesamtverband der Lehrer aller Schularten, auch der verschiedensten religiösen und weltanschaulichen Richtungen, wurde mit der Gründung der Arbeitsgemeinschaft Deutscher  Lehrerverbände (AGDL) getan, als sich noch 1949 der (katholische) Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverein ( BLLV) mit der GEW zu einer Interessengemeinschaft zusammentat.

 

 

 

Aufbau und Organisation der GEW.

 

 

Die GEW ist ein Verband, dem, der Kulturhoheit der Bundesländer angeglichen, ein förderativer Charakter eigentümlich ist. Den Landesverbänden muss darum auch die letzte Entscheidung in schulpolitischen Fragen überlassen bleiben. H. Mecking stellt dazu fest, dass dennoch eine Einheitlichkeit in der schulpolitischen Haltung erstrebt wird.[vi]

 

Nun, die großen Linien, an denen sich alle Lehrervereine der GEW orientieren, wurden schon von der Gründung an einheitlich und zentral bestimmt. Über dieses Problem äußert sich Heinrich. Rodenstein hielt dazu in der Vorbemerkung zum „Plan zur Neugestaltung des deutschen Bildungswesens“, (Wiesbaden, 1962) fest:

„Es gibt weder in den Richtlinien der GEW eine Bestimmung, dass Beschlüsse des Bundeskongresses alle Landesverbände der GEW und den  BLLV binden. Doch möge niemand daran zweifeln, dass die beschlossenen Abschnitte Richtschnur der Schulpolitik der ganzen AGDL sein werden“. So treten alle zwei Jahre die Delegierten der Landesverbände zu den Vertreterversammlungen zusammen, um Rechenschaft abzulegen und über die Arbeit der nächsten Jahre zu beraten. Zwischen den Vertreterversammlungen treffen die dort gewählten Hauptvorstand (HV) und Geschäftsführender Ausschuss (GA) die verbandspolitischen Entscheidungen. Darüber hinaus richtete die GEW Referate ein, die sich bestimmten Problemkreisen zu widmen hatten. Bis 1966 gab es eine Pädagogische Hauptstelle, eine Gewerkschaftliche Hauptstelle und die Schulpolitische Hauptstelle (SH).

Neben den Protokollen der Sitzungen des Hauptausschusses und Geschäftsführenden Ausschusses sind es vor allem die Arbeitsberichte dieser Schulpolitischen Hauptstelle, die die notwendigen Unterlagen für die vorliegende Arbeit liefern konnten.

Die Leitungen der Landesverbände hatten die gleiche Organisationsform. Und zur Basis hin gliedert sich z. B. der Landesverband Baden-Württemberg in Landesbezirksverbände (Oberschulamtsbereich), Kreisverbände (Kreisschulamtsbereich) und schließlich die kleinste Einheit: Der Bezirkslehrerverein.

 

 

 

Die verbandspolitische Zielsetzung und ein erster Umriss der

schulpolitischen Konzeption der GEW.

 

„Die GEW unterscheidet sich von früheren und anderen heute bestehenden Lehrerverbänden dadurch, dass sie anstelle eines lockeren und befristeten Kartellverhältnisses verschiedenartige Lehrerverbände in einen Gesamtverband zu verwirklichen sucht. Sie will die verschiedenen Gruppen der lehrenden und erziehenden Berufe zu einer Ideen- und Interessengemeinschaft  zusammenschließen“ (aus: Um Schule und Stand, Nr. 1/1954, S. 13 ). Diese Gemeinschaft soll aber keineswegs einer Nivellierung der differenzierten Lehrerkategorien dienen, einen „Einheitsbrei“ schaffen. Den Vorzug eines Gesamtverbandes der Lehrer und Erzieher, - verschiedenartige, vielgestaltig aber gleichwertig alle Lehrergruppen -  erblickt die GEW in der Möglichkeit, unterschiedliche weltanschauliche, pädagogische oder schulpolitische Auffassungen innerhalb des Verbandes vertreten zu können. Auf diese Weise seien eher der Schule dienliche und nützliche Kompromisse erreichbar.

Diesem Hintergrund des Vereinigungsstrebens entspricht die pädagogische und schulpolitische Konzeption der GEW.  Aufbauend auf die pädagogische Zielsetzung der Schule, im Menschen „die einfachen sittlichen Tugenden des Miteinanderlebens“ zu entwickeln, deren Voraussetzungen die Achtung der Andersdenkenden und die Toleranz sind, entwickelt die GEW ihr Bild von der Schule.[vii] Sie diene im Rahmen der weltanschaulichen und religiösen Erziehung - und nur dieser Aspekt kann uns in dieser Arbeit interessieren - der Begegnung verschiedener Weltanschauungen und Bekenntnisse. Die Schule müsse also eine Stätte werden, in der die Gefahren möglicher späteren Trennungen und Spannungen durch das selbstverständliche Miteinander schon in der Kindheit und Jugend herabgemindert werden. Aus diesen Gründen hält die GEW nur eine „Gemeinschaftsschule“ für vertretbar. Die Gefahr einer Isolation weltanschaulicher oder konfessioneller Gruppen will die GEW bannen, wenn sie die Errichtung öffentlichen Bildungs- und Erziehungseinrichtungen allein in die Kompetenz der keiner Gruppe verpflichtenden Staates gestellt wissen will, wenn sie für das gesamte Schulwesen einen „in seinem Kern“ einheitlichen Bildungsplan                                                 fordert und das ganze Schul- und Bildungswesen von Kindergarten bis zur Universität als eine Einheit betrachtet (Programmatische Grundsätze, S. 29).          

Eine entsprechende Neugestaltung des deutschen Bildungswesens, die Schulreform, wurde so zum „wichtigsten Anliegen der (von der GEW vertretenen) Lehrerschaft.[viii]                                            

Gewiss erfährt dieses Grundanliegen der GEW seine Begründung aus der Bedeutung von Bildung und Erziehung in unserer Gesellschaft und vor allem aus dem Recht des Kindes auf eine seinen Fähigkeiten entsprechende Ausbildung. Die soeben skizzierte Konzeption ist also nicht geschaffen worden, um die Kirche zu ärgern. Dennoch aber richtet sie sich objektiv gegen die Ansprüche der Kirche – insbesondere der Katholischen Kirche - und führt damit zu Spannungen. Diese Spannungen und deren Ursachen sind nicht erst in unserer Generation gewachsen. Sie wurzeln im 19. Jahrhundert, als der deutsche Volksschullehrerstand begann, sich von der Führung der Kirche zu lösen, sich aus der Abhängigkeit von ihr zu befreien.

 

 

2. Kapitel

 

DER DEUTSCHE LEHRERVEREIN UND DIE KIRCHE IM

19. JAHRHUNDERT 

 

 

2.1  Emanzipationsbestrebungen der Volksschullehrer.

 

Mit dem Anwachsen der ökonomischen Bedeutung des Bürgertums und der von ihm getragenen philosophischen und politischen Ideen hatte sich - in der Europäischen Aufklärung begonnen- eine neue Bildungskonzeption entwickelt, die das  Schul- und Bildungswesen mehr und mehr der Kirche zu entziehen suchte. Die Vorstellung von der Volksschule als einer allgemeinen Volksbildungsanstalt, der Trägerin einer nationalen Jugenderziehung, nahm in den Jahren napoleonischer Herrschaft besonders in Preußen feste Gestalt an.   

Im preußischen Unterrichtsgesetzentwurf J. W. Süvern`s von 1918[ix] z. B., finden die Schulreformbestrebungen, von den Gedanken Wilhelm v. Humboldt`s getragen, ihren ersten Niederschlag. Nach diesem Entwurf sollten allen Kindern das Schulsystem, von der Elementarschule über die allgemeine Stadtschule bis zum Gymnasium offen stehen und diese drei Schulgattungen als eine einzige  Anstalt zur Nationalerziehung betrachtet werden.

In diesen Forderungen des nie verwirklichten Entwurfs, finden sich im Ansatz  bereits demokratische Prinzipien, wie die angestrebte Einheitlichkeit der  Bildungseinrichtungen und das aus der Pflicht zum Schulbesuch zu folgernde  Recht auf Bildung.

 

Aber auch ohne eine so durchgreifende Reform hatte die  Volksschule zu Beginn des 19. Jahrhunderts eine Aufwertung erfahren, der eine  Aufwertung des Volksschullehrers parallel lief. Hier ist an die Bewegung zu denken, die Pestalozzis Werk, seine Vorstellungen von einer allgemeinen Menschenbildung, auslöste,  zu deren bedeutenden Vertretern in Deutschland u. a. Fichte, Jahn, Friesen,  Fröbel und Karnich gehörten. Auch Diesterweg knüpfte an die  Progressiven Ideen Pestalozzis an. 

Der Lehrerstand „trat ins Leben mit der grundsätzlichen Aufhebung des Hörigkeitsverhältnisses, in dem die  Volksschule von alters her zur Kirche stand.[x] Diesem Verhältnis hatte die Übernahme der Schule in die Hände des Staates die Basis entzogen.

Doch erst mit dem Erstarken der politisch-liberalen Bewegung des deutschen Bürgertums in den Jahren vor der Revolution von 1848, begann der von der  Lehrerschaft selbst getragene Prozess der Emanzipation der Schule von der  Kirche. Eingezwängt zwischen den konservativ-beharrenden Kräften von staatlicher Obrigkeit und kirchlicher Schulaufsicht konnten die Lehrer die liberalen und demokratischen Ideale der neuen pädagogischen Ideen nicht verwirklichen. Die geistliche Schulaufsicht, vom Staat eingesetzt, konnte für eine Zeit sinnvoll und nützlich sein, in der ein dürftig ausgebildeter Lehrer der Aufsicht der gebildeten Kleriker bedurfte und sich deren Unterstützung zum Vorteil für die Schule erwies. In dem Maße aber, in dem  Bildungsstand und Selbstbewusstsein der Lehrer zunahmen, wurde von ihnen die Schulaufsicht von Nichtlehrern als oft unsachgemäße Bevormundung empfunden, die in politischen Spannungszeiten hier und dort in Gesinnungsschnüffelei ausartete.

 

Eine Bewegung, die die Emanzipation vor allem aus kirchlicher Bevormundung zum Ziele hatte, wurde somit zum wesenhaften Bestandteil der Lehrervereinsbewegung des 19. Jahrhunderts.

 

Diese Entwicklung zwang die Kirche, ihren Anspruch auf Schule und Erziehung zu durchdenken, der Öffentlichkeit, die diesen Anspruch nicht mehr als selbstverständlich empfand, zu begründen und im dem Umfange, in dem sie sich aus der Schule hinausgedrängt fühlte, auch zu verteidigen. Zu diesem Zweck verbündeten sie sich – das gilt in Preußen vor allem für die Protestantische Kirche – mit den konservativ– feudalen Kräften, die im Besitze der Staatsgewalt waren. Mit dem Beginn von Parteien und Vereinen, die die Konfessionen auch im politisch- parlamentarischen Raum vertraten, wurden auch dort die Gegensätze deutlich, die zu den Lehrervereinen bestanden, da diese sich liberalem und demokratischem Gedankengut verpflichtet fühlten.

 

 

 

2.2  Die Anfänge der deutschen Lehrervereinsbewegung und die Wurzeln ihres

Schulpolitischen Programms.

 

 

Erste Ansätze

 

Die Erste Allgemeine Deutsche Lehrerversammlung im September 1848 in Eisenach,war der erste Höhepunkt deutschen Lehrervereinslebens, Höhepunkt der Bestrebungen des Volksschullehrerstandes eine seiner Bedeutung entsprechende Anerkennung, Ausbildung und Selbständigkeit zu erreichen. In ihren Anfängen waren die Lehrer vereine weit davon entfernt, sich mit den Problemen Kirche und Lehrerstand oder Kirche und Schule auseinanderzusetzen.

Die vereinzelt sich bildenden Lehrervereine gegen Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts dienten zwei Aufgaben:

der materiellen Sicherstellung von Lehrerwitwen und –Waisen in Selbsthilfe

und der Bildung der Lehrer.

 

Ein Beispiel:

„Die Konferenz“, so berichtet Pretzel über die Satzung der Klevischen Schullehrer-Konferenz (gegründet 1796), „soll keinen anderen Zweck haben, als fortschreitenden Bildung im Schulfach –

Erweiterung der Kenntnisse   in allen Gegenständen des Elementarunterrichts –

Anregung, Mitteilung, Verbreitung  guter Ideen, Vorschläge und nützliche Einrichtungen –

gegenseitige Erweckung  und Belebung eines reinen Eifers und einer nimmermüden Treue im Schulunterricht –

Erhaltung eines freundschaftlichen Wohlwollens unter allen Gliedern der Gesellschaft.“ (Pretzel,  S. 22 ).

           

Erst während der vierziger Jahre finden sich Hinweise darauf, dass sich Lehrervereine  mit dem Verhältnis der Schule zu Kirche und Staat beschäftigen und die volle Übernahme der Schule durch den Staat forderten und damit die Bewegung, die von der Kirche  fortführte, erstmals sichtbar wurde (vgl. Pretzel,  S. 26). Zu den bedeutendsten Trägern dieser Bewegung gehörten Diesterweg und Wander, deren Gedanken und deren Verhältnis zur Religion und Kirche zu entscheidendem Einfluss auf das Verhältnis zu Religion und Kirche des Deutschen Lehrervereins und auch der GEW gelangten und deren schulpolitischen Programme weitgehend

begründen halfen.

 

 

Diesterwegs und Wanders Verhältnis zu Religion  und Kirche.

 

 Adolph Diesterweg (1790 – 1866) nahm sich der Frage nach dem Verhältnis der Schule zu Kirche und Staat als erster Schulmann von Einfluss im 19. Jahr hundert an. Seine „besondere Leistung“ war es, dass er sie „unter den gesellschaftlichen und bildungsgeschichtlichen Bedingungen seiner Zeit… durchdachte und zur Diskussion stellte“[xi]. Während Diesterwegs Verdienste auch als Pädagoge unumstritten sind und vor allem sein „Wegweiser für Deutsche Lehrer“ zeitlos gültig ist, tat sich Friedrich Wilhelm Wander (1803 – 1879) als Schulpolitiker und Organisator hervor, lebt also weniger in der Geschichte der der Pädagogik fort, als in der Geschichte des Lehrervereinswesens. Beide Lehrer aber waren nicht allein nur Freunde. Ihre Ansichten über Religion und Kirche stimmten weitgehend überein und lieferten den Emanzipationsbestrebungen der Schule von der Kirche die Argumente. Im Folgenden seien beider Auffassungen kurz skizziert.

 

Diesterweg

 

Bis etwa 1810 sieht Diesterweg keine Möglichkeit einer Trennung von Kirche und Staat [xii].* Er begründete dies damit, dass Kirche und Staat dasselbe wollen, nämlich alle Zwecke des Menschen verwirklichen. Allerdings möchte Diesterweg, dass die Kirche  im Staat aufgeht und eine seiner Funktionen verrichtet, nicht aber umgekehrt. Der  Einfluss der Kirche während der Reaktion in Preußen auf alle bürgerlichen Einrichtungen, veranlassten Diesterweg, sich energisch gegen die Kirchen zu wenden. Schulen und Religionsgemeinschaften seien völlig ungleichartige Gebilde, und darum sollten sie getrennt werden. Bezeichnenderweise sprach Diesterweg „ von einer Befreiung des Staates von der Kirche“ (Milkner, S. 26).

Die Schule sollte vor allem von der geistlichen Schulaufsicht befreit werden, da die Mitwirkung  Geistlicher an der schule „positiv schädlich und deshalb entscheidend zu verwerfen“ sei. (Milkner, S. 32) Von der Kirche her droht der Schule nur eine Gefährdung der Freiheit, der Zwang zur Autorität, religiöse Einseitigkeit, Unduldsamkeit und Hemmung allen  geistigen Lebens.( Milkner,  S. 31 ).

Diesterwegs Kampf gegen den Einfluss der Konfessionen auf das Schulwesen, besonders den der katholischen Kirche, war kein Kampf gegen die christliche Religion.

Die Überwindung konfessioneller Schranken, die Lösung der Schule von Kirche und Staat, (den herrschenden Mächten der Zeit, die darauf ausgingen, Spaltungen und Trennungen hervorzurufen…) sollte den Weg zu einer Volksschule als „Eigentum der Nation“ freimachen[xiii]. Diesterweg erteilte dieser Volksschule einen gesellschaftspolitischen Auftrag: „Sie sollte die Befriedigung im sozialen Raum anbahnen und dazu beitragen, dass die… vertieft aufbrechenden Klassengegensätze und  konfessionellen Spaltungen überbrückt würden.“

Dieses sozialpolitische Programm begleitete die Schulreformbestrebungen der freien deutschen Lehrervereine bis in unsere Zeit. Der Begriffe „Einheitsschule“ und „Gesamtschule“ legen z. B. ein beredtes Zeugnis von der Aktualität der Diesteweg`schen Gedanken ab.

 

 

Wander

     

 F.W. Wander nahm seinen Kampf gegen die Kirche schon zu Beginn der vierziger

 Jahre des vorigen Jahrhunderts auf. Auch er stritt nicht gegen die Kirche und Religion an sich, sondern gegen die Kirche, soweit sie die Schule als ihren Bereich betrachtete. Wander richtete sich sowohl gegen den katholischen, als auch gegen den evangelischen Anspruch auf Schule und Erziehung. Selbstverständlich lehnte Wander, der seiner kompromisslosen Haltung wegen schon 1850 aus dem Schuldienst entfernt worden war, die geistliche Schulaufsicht ab, die er als unsachgemäße Einmischung pädagogischer Laien versteht. Schließen wir die kurze Betrachtung von Wanders Auffassungen mit einer seiner typischen Aussagen:

 

„Solange unsere Jugend unter geistlicher Aufsicht aufwächst und sich mit einer  Masse vernunftwidrigen  Ballastes beladen und ausstopfen lassen muss, wird nie   etwas aus der Menschheit werden. Es gibt keine wichtigere Frage als die, wie  unsere Jugend erzogen werde, ob unter dem geistknechtenden Einfluss des Priestertums oder unter dem das Menschenbewusstsein weckende und nährende der Freiheit  der Vernunft. Alles andere ist Nebensache! Lehrt Eure Jugend, wie es unter dem Einfluss der Kirche geschieht, blind glauben, und Ihr pflegt und pflanzt die Knechtschaft! Lehrt Eure Jugend denken, und Ihr pflegt und pflanzt die Freiheit! Wer will  wahrhaft frei sein, muss geistig frei sein. Geistig frei macht nur die freie Schule!“[xiv] .

 

 

 

2.3 Das Verhältnis des DLV zur Kirche im Spiegel seiner schulpolitischen Ziele und der Auseinandersetzungen mit seinen Gegnern.

 

Das Revolutionsjahr 1848/49 

              

Die offiziellen Erklärungen der Lehrervereine lassen die harte Sprache Diesterwegs und Wanders vermissen. Der von Wander verfasste „Aufruf an Deutschlands  Lehrer“  forderte von den Lehrern den Ruf nach einem einigen Deutschland, den, nach einem einheitlichen Allgemeinen Deutschen Lehrerverein anzuschließen.  Kein Wort darin von Religion und Kirche. Der einzige Zweck des Vereins sollte  „ die Verwirklichung der einigen deutschen Volksschule in ihrem Gesamtorganismus“  sein. In der Bildung des deutschen Volkes sollten alle Lehrer „als Brüder“ arbeiten (abgedruckt bei Pretzel, S. 43 ff.) Der Paragraph 1 der  Satzung des ersten Allgemeinen Deutschen Lehrervereins sagte über diesen Zweck:

„Verbrüderung aller Lehrer der verschiedenen Schulen Deutschlands

Herstellung und Fortbildung eines geordneten Schulwesens zur Förderung national-deutscher, sittlich-religiöser Volksbildung.“ (Pretzel, S. 57)

Eindeutiger in seinen Formulierungen war das am 26. April 1848 vom „Geselligen Lehrerverein“ in Berlin verabschiedete Programm, das die Schule als  Staatsanstalt forderte, Schulinspektion von Lehrern ausgeübt wissen wollte bei  gleichzeitiger  „Entfernung der Geistlichen von der Schulaufsicht.“

 

Bungardt schreibt zu diesem Programm, dass es das enthalte, „was die Lehrerschaft...  als die Bedingungen für ihre gesellschaftliche Emanzipation und für die Eigenständigkeit des pädagogischen Bereiches ansah.“[xv]

 

Dieses Programm errang sich ebenso wenig die Anerkennung des Staates, wie die gemäßigter klingenden Äußerungen des Deutschen Lehrervereins. Und auf seiner zweiten Versammlung des Allgemeinen Deutschen Lehrervereins wurde in einem „Verteidigungsmanifest deutscher Lehrer an das deutsche Volk“ sogar erklärt:  „Es gilt nicht, die Religion aus der Schule zu treiben, die Schule von der Kirche  zu reißen… Die freie Schule (sei) mit der freien Kirche im engen Schwesternbunde, aber jede neben der anderen in ihrem sicheren Recht…“ (Pretzel, S. 57)

 

 

 

Die Haltung von Kirche und Staat

 

Nur kurz kann die Reaktion der Kirche und des mit ihr in festem Bündnis stehenden  Staates im Rahmen dieser Arbeit gestreift werden. Das Studium der Quellen hat aber ergeben, und darum muss auch die Haltung der Kirche und ihrer politischen Vertretungen erwähnt werden, dass bis in unsere Zeit hinein – sehen wir von Einzelstimmen wie der Wanders einmal ab -  die polemische Schärfe in die Auseinandersetzungen zwischen freien Lehrervereinen und den Konfessionen, von den letzteren hineingetragen worden ist. Wenn also die Erklärung der Lehrervereine Unduldsamkeit oder gar blinden Hass gegen die Religion und Kirche vermissen lassen, dann habe ich solche Äußerungen nicht unterschlagen, sondern ganz einfach nirgendwo gefunden.  

Energisch vertrat die katholische Kirche das Recht der geistlichen Schulaufsicht und begründete dieses Recht mit dem göttlichen Auftrag, zu lehren und zu erziehen. In einer Denkschrift der katholischen Bischöfe in Deutschland heißt es

 „Die Verbindung der Schule mit der Kirche ist eine innere und die Unterordnung jener unter diese eine notwendige… Eine Schule ohne Kirche, ist eine Schule ohne Gott… Der Kirche gebührt…ein wesentlicher Anteil über das ganze innere Schulleben, über die Gesamtheit des Unterrichts- und Erziehungswesens.“[xvi]


Die evangelische Haltung der Schule gegenüber finden wir in einem preußischen Gesetz: „Grundzüge betr. Einrichtung und Unterricht der evangelischen einklassigen Elementarschule.“ Im 3. Regulativ wurde die Reaktion von Monarchie und   evangelischer Kirche auf die Schulforderungen der Revolution besonders sichtbar,  wenn wir lesen:

 „Der Lehrer aber wird am höchsten stehen, der täglich selbst in der Schule am        meisten empfängt, nämlich den Geist der Demut, des Gebets, der Liebe und der       Gottesfurcht, die mit göttlicher Furcht und freudigem Zittern seine und der ihm       anvertrauten Kinder Seligkeit zu schaffen sucht.“[xvii]*

    

 „Die Schullehrer,…die aber aufgeblasen sind wie die Feuerkröten und aus frevel-

haftem Hochmut die Kirche nicht mehr über sich dulden wollen, müssen von ihrem Amte gejagt werden, dass sie die Schuhe verlieren, und wie Galgenvögel muss man  sie aus dem Lande treiben,“ schrieb ein Valeria Graf Pfeil 1850 in der Schlesischen Zeitung[xviii].

 

 

 Als 1872 der Deutsche Lehrerverein nach  Jahrzehnten des Verbots wiederbegründet worden war, fand er die ersten konfessionell gebundenen Lehrervereine vor. Doch erst auf dem Katholikentage in Bochum am 28. August 1889 konstituierte sich der „Katholische Lehrerverband des Deutschen Reiches“, der sich die schulpolitischen Auffassungen der katholischen Kirche zu eigen machte.

Die evangelischen Lehrervereine verbanden sich 1890 zu einer einzigen Organisation. Über die konfessionellen Lehrervereine lesen wir bei Robert Rissmann: „dass die katholische Bewegung dem DLV in seinem Bestande wesentlich geschädigt habe, kann… nicht behauptet werden. Der Volksschulentwicklung im Allgemeinen hat sie aber sicherlich genützt. Sie hat Lehrerkreise, die sich vorher um die Angelegenheiten des Standes nicht im Geringsten kümmerten, aufgerüttelt und für die Arbeit zur Förderung der gemeinsamen Interessen gewonnen. Auch in diesen Kreisen gewannen die Lebensfragen unserer Volksschule Bedeutung…“[xix]*

 

 Weniger erfolgreich in ihren Versuchen, die Lehrerschaft zu beeinflussen, war die Evangelische Orthodoxie. Die geringe Geschlossenheit der evangelischen Kirche,  die der strenggläubigen Richtung dieser Konfession eigenen Neigung zum Separatismus, auch die Verquickung religiöser Interessen mit politischen Tendenzen – alles dies trug wohl vorwiegend dazu bei (Rissmann, a.a.O., S. 143).

 Doch sagt Pretzel (S. 147), dass der DLV vom Verbande Deutscher Evangelischer  Schul- und Lehrervereine “mit fast noch größerer Heftigkeit angegriffen“ wurde, als vom Katholischen Lehrerverein.   Wie diese „größere“ Heftigkeit ausgesehen haben mag, soll ein Beispiel aus der Katholischen Westdeutschen Lehrerzeitung aus dem Jahre 1912 illustrieren,  in der es über den DLV u.a. heißt:

 Seine Religionsfeindlichkeit äußert sich in der Bekämpfung der Religionsdiener, wo immer es angängig ist, Leugnung der Gottheit Christi, der Unsterblichkeit der Seele, also der Fundamentalswahrheiten des Christentums in seinen Organen[xx]. 

Ist das nicht schon heftig genug?

Dagegen sei aus einem Aufsatz von G. Rösch in der pädagogisch- wissenschaftlichen Schrift des Deutschen Lehrervereins folgende Forderung entnommen:

„Die Lehrerschaft als Ganzes hat… die verantwortungsvolle Pflicht, an ihrem Teil an einer Gesundung des religiösen Lebens unseres Volkes mitzuarbeiten, getreu dem Geiste und der zeitlosen Wahrheit unserer christlichen Religion, in stetem Kampfe mit dem seelentötenden Formalismus einer begriffsstolzen Auffassung der religiösen Erkenntnis.“[xxi]*

          

            

Klar zum Gefecht             

Das Verhältnis des Deutschen Lehrervereins zur Schulpolitik der Kirche in der Weimarer Republik.

 

Um die Gestalt der Schule im neuen deutschen Volksstaat rangen, wie im Reichstag die vielen Parteien um Macht und Einfluss stritten, mehrere schulpolitische Zweckverbände. Zu den Strömungen, die den Auffassungen des DLV ablehnend gegenüberstanden, gehörten nach wie vor die konfessionellen. 

Die katholische Strömung wurde von der katholischen Kirche und ihren Priestern getragen, im tagespolitischen Kampf vertreten von einer Partei von vorbildlicher Geschlossenheit (Zentrum), von Schul- und Lehrerorganisationen. Ihre gemeinsamen Grundlagen bestanden in der Überzeugung von einem absoluten Wahrheitsbesitz, ihrer gemeinsamen Auffassung einer Überordnung der Kirche über den Staat in Fragen der sittlich-religiösen Erziehung und der Forderung, dass Weltanschauungsgruppen in Rechten und Ansprüchen dem Staat gleichgestellt werden müssen.[xxii]*

        

 Ähnliche Bahnen ging die evangelisch-konfessionelle Strömung, ohne jedoch die gleiche Geschlossenheit aufzuweisen. Auch sie wollte die Konfessionsschule durchsetzen, und der DLV registrierte eine „enge Verwandtschaft „[xxiii] beider schulpolitischen Bestrebungen, die während der Reichsschulkonferenz 1920 sichtbar wurden.

 

Der Deutsche Lehrerverein hatte erst mit dem Beginn unseres Jahrhunderts den Fragen von Religion, Kirche und Schule mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Während der Weimarer Republik aber rang er besonders um seine volksstaatliche,  volksgemeinschaftliche Schule und verlangte die „Beseitigung aller kirchlicher Aufsichtsrechte und jedes Glaubens- und Gewissenszwanges für Lehrer und Schüler“, sowie die „Abtrennung aller kirchlicher Dienstleistungen vom Lehramte.[xxiv] In besonders scharfem Gegensatz musste der DLV zu den konfessionellen Strömungen geraten, wenn er in den öffentlichen (Staats-)Schulen den „Gottesunterricht im Sinne von Gotteslehre und Gottesglaube als vorhandene Bildungsgüter“ ohne die Pflege eines bestimmten Bekenntnisses verlangt.  Wenn auch anlässlich der Begründung der Schulforderungen an die Nationalversammlung auf der Volksvertreterversammlung des DLV in Berlin (Juni) 1919 ausdrücklich erklärt wurde, dass sich der Deutsche Lehrerverein „frei von  Kirchenfeindlichkeit und Kulturkampfgelüsten“ wisse,[xxv] so lässt das Studium der Presseorgane des DLV in den zwanziger Jahren den Schluss zu, dass auch er sich  der erhitzten politischen Atmosphäre dieser Zeit angepasst hatte. Zwei Beispiele  mögen diesen Eindruck bestätigen: Gegen den Entwurf eines Schulgesetzes (zur Ausführung des Artikels 146, Abs. 2, der Reichsverfassung*  polemisiert Johannes Tews in dem Leitartikel der Allgemeinen Deutschen Lehrerzeitung (ADLZ – vorher Pädagogische  Zeitung) vom 27.05.1921 unter der Überschrift: „Klar zum Gefecht!“[xxvi]

Und der Vorsitzende des DLV, Gottfried Röhl, richtete auf der 33. Vertreterversammlung am 02. Juni 1925 einen „Mahnruf an die Eltern“:

 

„Wacht auf! Stellt Euch vor unsere Schulen, hütet und schützt sie, dass kein Feind ihr nahe!  (langanhaltender Beifall). Denn ein Staat, der die Herrschaft über die Schule an eine fremde Macht abtritt, zerstört den Nährboden, aus dem ihm seine Lebenssäfte  zufließen!“[xxvii]*  

 

Gegen Ende der Weimarer Republik standen offensichtlich die tagespolitischen

Ereignisse und, wie die letzten Vertreterversammlungen zeige, auch die steigende wirtschaftliche Bedrängnis des Lehrerstandes im Mittelpunkt des Interesses. Die Probleme um Religionsunterricht, Konfessionsschulen und Kircheneinfluss verschwanden fast völlig aus den Veröffentlichungen des DLV.

Nur einen Höhepunkt erlebte dieser Themenkreis noch auf den Tagungen des Deutschen Ausschusses für Erziehung und Unterricht in Berlin und Wiesbaden 1929 und 1930.[xxviii] Hier ging es darum, Die „Aufgaben und Grenzen der Staatstätigkeit“ im Bildungswesen zu erörtern. Sowohl die Vertreter der Kirche als auch die, deren Auffassungen der DLV zu den seinen gemacht hatte, sprachen sich in sachlicher Atmosphäre aus und vertraten ihre Ansichten in imponierenden geschlossenen Gedankenreihen. Aber weder konnten die Schulforderungen des DLV an die Nationalversammlung verwirklicht werden, dessen Abschnitt IV die verbindliche Haltung des DLV zum Religionsunterricht enthält, noch wurden die fruchtbaren Ansätze eines wohl fundierten, sachlichen Dialogs fortgeführt: Der Nationalsozialismus unterbrach jeden Streit und fegte alle Gegensätze unter seinen nationalen Einheitstisch. Damit war aber nichts gelöst. Und als nach 1945 die Schulen ihre Pforten wieder öffneten, die ersten Lehrervereine neu gegründet wurde, und auch die Kirche den Schock überwunden hatte, waren auch die alten Streitfragen wieder da.

 

 

 

 

3. Kapitel

 

DIE GEWERKSCHAFT ERZIEHUNG UND WISSENSCHAFT UND IHR 

VERHÄLTNIS ZUR KIRCHE WÄHREND KULTURPOLITISCHER

SPANNUNGSPERIODEN IN DEN ERSTEN JAHREN DER BUNDESREPUBLIK

 

 

 

3.1. Zur Bestimmung einer Kulturkampfperiode.

 

Es ist schwierig, eine kulturkämpferische Periode nach dem zweiten Weltkrieg in der Bundesrepublik nachzuweisen. Eine Zeit also, in der das Tauziehen um den Einfluss auf die Schule Kirche und GEW  eine gewisse polemische Schärfe erhielt und den Charakter eines Kampfes annahm. Schwieriger wird es, soll das Ende einer solchenPeriode bestimmt werden. Tatsächlich haben sich die fundamentalen Auffassungen

beider Gruppierungen nicht geändert. Dennoch kann gegenwärtig nicht mehr von Kulturkämpfen im o. a. Sinne gesprochen werden. Dass an diesen Auseinandersetzungen auch andere Gruppen, wie Parteien und verschiedene Interessenverbände beteiligt waren, muss hier außer Acht bleiben. Wir werden zu prüfen haben, wie sich die entsprechende Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg darstellt. Erhebliche Unterschiede sind zu registrieren: In den Bundesländern, in denen das Verhältnis von Kirche und Schule durch  Tradition und Verfassung nahezu unangreifbar geregelt werden, sind schulpolitische Kämpfe kaum aufgetreten. In den Bundesländern aber, in denen die Rechte der Kirche  - hier besonders der katholischen Kirche – überprüft und neu festgelegt werden mussten, erreichten die Auseinandersetzungen besondere Höhepunkte. Um aber endlich eine allgemeine überregionale Kulturkampfperiode einzugrenzen, könnten folgende Faktoren diesen Zeitraum bestimmen helfen:

 

1. Die Zeit, in der sich auch die Spitzengremien der GEW schwerpunktmäßig mit der Schulpolitik der Kirche beschäftigen und um eine eigene Konzeption rangen.

 

2. Die verbandsamtlichen Veröffentlichungen, die Schriften und Stellungnahmen von namhaften Mitgliedern der GEW.

 

 3. Die personelle Besetzung führender GEW-Gremien.

 

Selbstverständlich ist jedoch, dass sich beide Teile, Kirche und GEW ihrer (vor allem der Parteien) durch entsprechende  Einflussnahme bedienen suchten, um  ihren Auffassungen Nachdruck zu verleihen. Es ist auch ebenso sicher, dass die Polemik dieses kulturkampfähnlichen Streites nicht die Schärfe erreichte, wie vor 1928/29.           

 

 

3.2. Die GEW erarbeitet ihre schulpolitische Konzeption.

 

 In den Protokollen der Sitzungen der Schulpolitischen Hauptstellen (SH) der GEW werden Staat und Kirche in ihrem Verhältnis zur Schule zu ersten Mal 1952  Gegenstand der Aussprachen. (Protokoll der SJH v. 13./14.12.1952). Ohne sich mit einer bestimmten Konfession zu beschäftigen, prüfte sie zwei Fragen:

 

Ist der Religionsunterricht zu einer entscheidenden Lebensmacht geworden?

 

Gehört der Religionsunterricht überhaupt in die Schule hinein?

 

Es sei, so stellen die GEW-Vertreter in der Schulpolitischen Hauptstelle fest, „seit 1950… ein starkes Bemühen seitens der Kirchen festzustellen, den Menschen an sich zu ziehen…“ und „erkennbar, dass die Kirche nach der Macht strebt, wie es z. B. immer wieder in Nordrhein-Westfalen zu beobachten ist. Heute geht es um die Macht, indem die Kirchen sich in das Gebiet des Politischen  hineinbegeben haben.“ (Protokoll der SH v. 13/14.12.1952, S. 5)  …Der Religionsunterricht droht erst in dem Umfange zu einer entscheidenden  Lebensmacht zu werden, indem den Kirchen die Ausweitung eines Konfessionsschulnetzes gelingt, einer Gefahr, „die laut in die Lehrerschaft hineingerufen werden muss.“ (Protokoll der SH v. 10/11.05.1952, S.4).

Über die Frage, ob der Religionsunterricht in die Schule gehöre, wurde keine Einigung erzielt. Eine den Situationen in allen Bundesländern gerecht werdende Formulierung zu dieser Frage, stellte sich als unmöglich heraus.  Allerdings wird es unter Berufung auf das weit verbreitete Finanz-Christentum als unerlässlich erachtet, „dass ein Lehrerverband nichts tun darf, was die Erhaltung dieses Scheins fördert und… den Religions- Unterricht nicht als ordentliches Lehrfach in der Schule fordern.“ (Protokoll der SH v. 13./14.12.1952, S.8)*

Worin liegt für die GEW die Gefahr einer Konfessionalisierung des Schulwesens und einer Überbewertung des Religionsunterrichtes? Die GEW geht davon aus, dass zwar ein entscheidender Gehalt der deutschen Kultur das Christentum ist, das aber das  Christentum als Religion oder in ihren konfessionellen Ausprägungen für immer weniger  Menschen zum verpflichtenden Lebensinhalt und irdischen Auftrag wird. Diese Realität sei zu respektieren, die religiösen oder weltanschaulichen Haltungen aller zu tolerieren und im schulischen Bereich alles zu vermeiden, was zwischen Konfession oder Weltanschauung trennend wirken könne. Toleranz wird von der GEW  als Grundlage der Erziehung gefordert. Das heißt, so formulierte es Anna Mosolf, „die Berechtigung des anderen auf eigene Überzeugung anzuerkennen; anzuerkennen, dass uns, gerade wenn wir fest in unserer Überzeugung stehen, nur das Streben nach der Wahrheit geschenkt wurde, dass eine reine Wahrheit aber Gott allein zukommt.“ („Die Einheit der deutschen Schule und die Kulturautonomie der Länder“, in  MUND Nr. 15, 1951, S. 5).

Es geht der GEW, wie einst dem DLV, vor allen Dingen um die Überwindung aller konfessionellen Schranken in der Schule, das heißt also, sie fordert kompromisslos die Gemeinschaftsschule, die christliche Gemeinschaftsschule.  Dabei versteht sie das Attribut „christlich“, ähnlich wie schon Diesterweg als wesenhaften Bestandteil abendländischer Kultur, nicht aber setzt sie es gleich Konfession. Die Konfessionen

sind für die GEW, diesen Eindruck bestätigen das Studium der Quellen, Weltan   schauungen neben anderen. Die GEW ist darum nicht bereit, den Kirchen eine Priorität im schulischen Bereich einzuräumen.

 

 

3.3. Höhepunkte der kulturpolitischen Auseinandersetzungen.

 

Da an den realen Situationen, wie sie nun einmal durch Verfassungen und Gesetze in  Bund und Ländern geschaffen worden waren, nicht gerüttelt werden konnte, wandte  sich die GEW besonders in den fünfziger Jahren gegen eine Ausweitung kirchlich-konfessionellen Einflusses. Überwiegend gegen die katholische Kirche richteten sich die schulpolitischen Argumente der GEW. Warum in dieser Zeit die evangelische Kirche weitgehend aus der schulpolitischen Auseinandersetzungen ausgeklammert wurde, ist in ihrer grundsätzlichen Zustimmung zur christlichen Gemeinschaftsschule zu sehen. So sprach sich z. B. 1953 die evangelische Landeskirche Badens eindeutig für eine christliche Gemeinschaftsschule aus.[xxix]

Der SH bedauerte aber in seiner Sitzung am 26.03.1953, dass sie sich in der Frage der Lehrerbildung auf den Standpunkt der katholischen Kirche stelle und mit dieser die konfessionelle Lehrerbildung verlange. „Sicher ist die evangelische Kirche nicht duldsam aus ihrem Gewissen“, so stellt die SH im gleichen Jahre fest, “sondern weil an  eine Einheitlichkeit nicht mehr zu denken ist“.*[xxx]

Wenn wir für die „Kulturkampfperiode“ die besondere Abwehr der katholischen Kirche und ihrer politischen Vertretungen beobachten müssen, dann darf nicht verschwiegen werden, dass der Kampf von beiden Seiten gleich heftig geführt wurde.

Rektor Schumacher sprach auf einer Tagung des Katholischen Lehrerverbandes von zwei Fronten in der Schulpolitik: „Die christliche Front für Elternrecht und Gewissensfreiheit, die nichtchristliche des ADLLV für Staatsallmacht und damit für Gewissens zwang.“[xxxi]*

 

Bis in die sechziger Jahre machten katholische Kreise, wie gerade der VKLD einen Unterschied zwischen christlichen und anderen, also nichtchristlichen Lehrerverbänden. Eine Tatsache, die die GEW kränkte, da im Bewusstsein unseres Volkes der Begriff unchristlich oder nichtchristlich einen diffamierenden Sinn hat.

 

Einen Höhepunkt der Kulturkampfperiode lässt sich zweifellos aus zwei Schriften ablesen, die die Auffassung der GEW widerspiegeln, ohne aber verbandsamtliche Äußerungen zu sein. Es ist dies die Arbeit von Erwin Klatt „Im Kampf um die Schule. DGB und GEW im weltanschaulichen Spannungsfeld“ (Essen 1954)  und die umfangreiche Analyse von Prof. Thomas Ellwein „Klerikalismus in der deutschen Politik.“  (München 2/1955).

        

Beide Veröffentlichungen sind keine wissenschaftlichen Arbeiten. Ellwein betont es ausdrücklich für die seine, dass es Streitschriften seien. Es geht hier nicht darum, deren Inhalt zu wiederholen; allein die Tatsache, dass sie in dieser Zeit erschienen und sehr scharf mit dem „politischen Katholizismus“, vor allem im kulturpolitischen Bereich rechten, ist als eine Bestätigung des Kulturkampfgipfels 1954 zu werten. Die Schulpolitische Hauptstelle arbeitete in diesen Jahren an der Vorbereitung der programmatischen Erklärung mit. Sie ging dabei von der Auffassung aus, dass die menschliche, gesellschaftliche und politische Zukunft des deutschen Volkes nur dann gesichert ist, wenn die verschiedenen Überzeugungen einander in Achtung begegnen. Das öffentliche Bildungswesen entspräche diesen Forderungen am besten, wenn es in seinen Einrichtungen  weltoffen  alle Überzeugungen aufnähme, ihre Arbeit auf der Grundlage objektiv und subjektiver  Wahrhaftigkeit gestalte und niemanden wegen seiner weltanschaulichen und Glaubensüberzeugung ausschließe.[xxxii]

 

Und ohne sich gegen eine bestimmte Konfession oder Weltanschauung zu wenden, veröffentlichte die AGDL in ihrem Geschäftsbericht 1953/54 einen Bericht der Schulpolitischen Hauptstelle, in dem es heißt: “… die Absichten der Mächte, die heute im Bundesparlament die ausschlagende Rolle spielen, sind nicht auf die Pflege pädagogischer Bestrebungen gerichtet, sondern…diktiert von dem Bestreben, Rechte in weltanschaulicher Beziehung zu sichern oder sie in dem Sinne weltanschaulicher  Ziele zu erweitern“ (Vgl. dazu: Anlage, S. 15). Gegen diese Bestrebungen, getragen auch von dem Bemühen eine gemeinsame Grundkonzeption der Lehrerverbände innerhalb der GEW zu erzielen, richtet sich der Abschnitt 3, „Weltanschauung und Schule“, der programmatischen Grundsätze, verabschiedet auf der Vertreterversammlung der AGDL 1954 in Bielefeld. In dieser Erklärung ist gleichzeitig – verbunden mit dem „Wiesbadener Schulreformplan“, die Pädagogische und Schulpolitische Haltung der GEW konzipiert worden, die noch heute Gültigkeit besitzt (Vgl. dazu: Anlage, S. 18, besonders den Punkt 3 der Stellungnahme). Eine besondere Bedeutung maß die GEW auch schon in diesen  (den fünfziger“) Jahren den besonders von der katholischen Kirche beschworenen Elternrechtsfragen bei. Einen vorläufigen Abschluss erfuhr die Behandlung dieses  Problems im März 1956, als die SH u. a. feststellte, dass der Staat nicht verpflichtet werden könne, konfessionelle Schulen einzurichten (Vgl. dazu: Anlage).

Noch eine Feststellung erhärtet die Annahme, in den Jahren 1953/54 einen Höhepunkt des Kulturkampfes zu erblicken. Vergleichen wir die Zahl der Aufsätze über Kirche  und Politik, Konfessionsschule, Religion und Religionsunterricht zweier Verbandsorgane der GEW dieser Jahre mit der Anzahl Aufsätzen entsprechenden Inhalts unseres Dezeniums, kommen wir zu folgendem Ergebnis:

 

Hamburger Lehrerzeitung:                                                 1953 ( 6. Jg.) 10 Aufsätze

                                                                                              1954  (7. Jg.)    9 Aufsätze                                                                                    

                                                                                                      

                                                                                              1965 (18. Jg.)   2 Aufsätze

 

Neue Deutsche Schule:                                                     1953 ( 5.Jg.)  11 Aufsätze

 

(GEW Nordrhein-Westf.)                                                    1954 ( 6. Jg.)    8 Aufsätze

                                                                                              1964 (16. Jg.)   1 Aufsatz

 

Gewiss kann, und das bedarf noch einmal ausdrücklicher Erwähnung, die AGDL keine anti-kirchliche oder anti-konfessionelle Position beziehen. Wir werden auch in keiner Verlautbarung eine entsprechende Auffassung finden. Das ist schon darum ausgeschlossen, weil sich Angehörige beider großer Konfessionen in der GEW befinden und der Verband seinen Mitgliedern Gewissensfreiheit garantiert. Es geht also immer wieder ausschließlich um den Einfluss der Kirchen auf die Schulen, besonders auf den einzelnen Lehrer, den die GEW so gering wie möglich sehen möchte.

Ein besonders schwieriges Problem entsteht, wenn wir versuchen wollen, die persönliche Einstellung führender Mitglieder der GEW dieser Zeit der Kirche  gegenüber zu prüfen, um einen möglichen subjektiven Einfluss auf die Beschlüsse des Verbandes daraus ablesen zu können. Tatsächlich aber erhielt ich die Bestätigung[xxxiii], dass die von mir beobachtete Versachlichung der Atmosphäre in den Verbandsveröffentlichungen auch auf personelle Veränderungen zurückzuführen sind.  Zwei Generationen waren es vor allem, die auf die schulpolitische Diskussion innerhalb  der GEW-Vorstände ihren Einfluss geltend machten:

 

Die ältere, die aus den Jahren harter schulpolitischer Auseinandersetzungen in der Weimarer Republik der Kirche nicht vorurteilsfrei gegenüberstanden und darum eine gewisse polemische Schärfe mitbrachten.

 

Die jüngeren, die „Nachkriegsgeneration“, die um eine sachliche Atmosphäre bemüht waren, und vor allem in den Kirchen keinen Störenfried der Schule sehen wollten, sondern sie als einen an der Schule interessierten Partner betrachteten. Nach und nach trat die ältere Generation in den Ruhestand, die jüngere blieb…

 

Ehe wir uns aber an einer Analyse der gegenwärtigen Situation versuchen wollen, sind die differenzierten Verhältnisse von GEW zur Kirche in den verschiedenen Bundesländern zu betrachten.

 

 

 

3.4 Die Beispiele kulturpolitischer Auseinandersetzungen auf der Ebene der GEW-Landesverbände.

 

Das es zu weit führen würde, die schulpolitische Situation in allen Bundesländern zu untersuchen, sind drei Bundesländer ausgesucht, die sehr wohl die Unterschiede praktischen Verhaltens der GEW nachweisen: Niedersachsen, Baden-Württemberg und Hessen.

Sowohl in Niedersachsen als auch in Baden-Württemberg standen Fragen der Schulreform in den vergangenen Jahren im Mittelpunkt der Arbeit der GEW. 1965 kämpfte in Niedersachsen der GNL (Gesamtverband Niedersächsischer Lehrer) gegen das Konkordat. In Baden-Württemberg ging es um die Frage, christliche Gemeinschaftsschule oder Konfessionsschule im Landesteil Südwürttemberg-Hohenzollern.

In beiden Ländern war bezeichnenderweise  die „andere Seite“ die Katholische Kirche, in Niedersachsen außerdem noch die SPD-CDU-Koalition der Landesregierung.

Hessen soll uns dagegen als Beispiel eines GEW-Landesverbandes dienen, dem schulpolitische Probleme diesen Inhalts, - den Veröffentlichungen nach[xxxiv]- fremd sind.

 

 

3.4.1 Der Kampf um das Konkordat in Niedersachsen.

 

 Zur Situation; Im September 1954 verabschiedete der Landtag Niedersachsens ein Schulverwaltungsgesetz, dessen § 2 für alle Kinder die christliche Gemeinschaftsschule als Regelschule vorsah, im § 8 die Bekenntnisschule als Antragsschule erlaubte. Dazu der GNL:

 „Die maßvolle und weitschauende Haltung der evangelischen Kirchen, die während der Beratung des Gesetzes allen Versuchen widerstanden haben, machtpolitischem Streben Raum zu geben – dafür gebührt ihnen der Dank der  Lehrerschaft –  ist eine unserer Hoffnungen für die Zukunft. Das verpflichtet uns aber auch zu verantwortungsvoller Arbeit mit den Kirchen, wo immer eine Gelegenheit dazu sich anbietet… Der politische Katholizismus aber hat sofort nach der Verabschiedung des Gesetzes mit einer Klage vor dem Bundesverfassungsgericht (Konkordatsfrage)  und mit einem Schulkampf auf weite Sicht gedroht.“[xxxv]

 

Die evangelische Kirche respektierte das Schulverwaltungsgesetz und sicherte, mit einem Abkommen (Loccumer Vertrag v. 19.03.1955, hier s. Artikel 5.) ihre Interessen. Eine Tatsache, die den GNL veranlasste, die evangelische Kirche als Partner zu bezeichnen, mit dem vertrauensvoll zusammenzuarbeiten sei.

 

Die Landesregierungen verhandelten mit der katholische Kirche acht Jahre mit dem Ziel, ein dem Loccumer-Vertrag gleichrangiges Abkommen abzuschließen. Da die Öffentlichkeit (auch die Lehrerschaft) vom Inhalt eines möglichen Konkordatstextes nicht informiert wurde, wuchsen Misstrauen und Befürchtungen, die Gemeinschaftsschule könnte gefährdet sein.

Der GNL am 29.01.1965:

„Der GNL hält die gegenwärtige Regelung der Konfessionsfrage im  Niedersächsischen  Schulgesetz und im Status der Pädagogischen Hochschulen des Landes für völlig ausreichend. Der GNL warnt vor jeder weiteren Konfessionalisierung der Schulen und der Lehrerbildung in Niedersachsen“*

 

In den nun folgenden Monaten begann eine Offensive gegen das Konkordat und den Durchführungsbestimmungen, der in seiner Heftigkeit bisher beispiellos da steht, und zu einem Kulturkampf ausartete. Natürlich richteten sich die Polemik, die Demonstrationen, Sitzstreiks, Beschlüsse und Gutachten nicht gegen die katholische Kirche direkt – die ruhig abwartend dem Lärm zusah – sondern gegen den Landtag und die Landesregierung. Dass darüber im April 1965 sogar die SPD/FDP-Koalition auseinanderbrach, weil sich die FDP (nicht die SPD!) mit ihrem Partner nicht einigen konnte oder wollte, beweist einmal mehr das große Ausmaß des „Kulturkampfes“.

 

Das Konkordat wurde ratifiziert, die Schulgesetznovelle, die die Bekenntnisschule sicherte, vom Landtag verabschiedet.

Bleibt, nach den Gründen zu fragen, die den GNL gegen das Konkordat einnahm, tolerierte er doch das Abkommen zwischen der evangelischen Kirche und der Landesregierung von 1955, das auch in dieser Kirche die Einrichtung von Konfessionsschulen theoretisch ermöglichte.

 

Dazu zwei Stellungnahmen:

Oberkirchenrat Bartels am 01.02.1965:

„Von dieser letzten Möglichkeit (Bekenntnisschulen) haben evangelische Eltern bisher keinen Gebrauch gemacht. Die evangelischen Kirchen gedenken, dazu auch in Zukunft im Allgemeinen nicht zu raten.“ (Kampf um das Konkordat…, S. 25)

Und zwei evangelische Pastoren erklärten in einem Brief:

“…Es ist nicht wahr, dass das Konkordat einer toleranten Haltung gegenüber einer konfessionellen Minderheit im Lande entspricht… Darüber hinaus stärkt das Konkordat den Einfluss der Kirche, die ihre politischen Entscheidungen noch nie unter regionalnotwendigen Gesichtspunkten, sondern stets zur Stärkung des eigenen Machtanspruchs gefällt hat“ (Dokumentation zum Konkordat in Niedersachsen, S. 7).

 

Wenn der GNL „viele evangelische Geistliche“ als  seine „Bundesgenossen“ im Kampf gegen das Konkordat und Schulgesetznovelle betrachtete.* ist die Annahme berechtigt, hier Bundesgenosse gleich Gesinnungsgenosse zu setzen, dass also die evangelische Auffassung der des GNL adäquat ist.

Und der GNL selbst? Zweifellos war er der erste, der sich an Parlament und Öffentlichkeit wandte, um Unterstützung aller an der christlichen Gemeinschaftsschule interessierte Kreise bat und auch erhielt. „Hier hatte zum ersten Male ein Berufsstand dem Volke und der Jugend die Demokratie vorgelebt“ (Kampf um das Konkordat, S. 149).

Es kann aber auch hier nicht nachgewiesen werden, der GNL habe sich kirchen - oder religionsfeindlich geäußert. Der GNL befürchtete, dass das Konkordat Zwergschulen Vorschub leistet und den Ausbau der Mittelpunktschulen sowie die Verbesserung des Bildungswesens behindere und dass die Lehrerbildung konfessionalisiert würde.

Nicht ohne Grund nahmen die Lehrer an, dass die Konfessionszugehörigkeit und die „Erfüllung religiöser Pflichten“ der katholischen Kirche als Eignungsmerkmale für den Einsatz in den Schulen gelten könnte.[xxxvi]

Die Dokumente, die direkt die Auffassung der GNL und der GEW wiedergeben, lassen eine – angesichts der Härte der Auseinandersetzungen im Land Niedersachsen – auffallende kühle Sachlichkeit und Zurückhaltung spüren.

Heinrich Lohmann erklärte ein Jahr nach Beendigung der Streitigkeiten:

„Wer dauerhaften konfessionellen Frieden will, muss lerne, das Gemeinsame zu stärken. Damit muss so früh wie irgend möglich, und zwar schon in der Schule, begonnen werden. Diesem Auftrag fühlen wir uns verpflichtet. Ihm galt unser Kampf“ (Kampf um das Konkordat, S. 5).

 

 

3.4.2. Christliche Gemeinschaftsschule auch in Süd-Württemberg- Hohenzollern?

 

In Baden-Württemberg gab es ebenfalls eine „Schulfrage“: Im Landesteil Südwürttemberg-Hohenzollern bestanden – im Gegensatz zum übrigen Lande, in dem es nur die christliche Gemeinschaftsschule gibt – überwiegend Bekenntnisschulen beider Konfessionen. Zwei Gründe brachten die GEW Baden-Württembergs vor allem gegen diese Schulreform auf:

Die Änderung des Schulverwaltungsgesetzes im Sinne der Vereinheitlichung des Schulwesens wird – wenn Nachbarschaftsschulen zu gründen sind – im Regierungsbezirk Südwürttemberg-Hohenzollern durch die konfessionelle Trennung der Schüler erschwert.

Zwangsminderheiten, wie sie bei voll ausgebauten Konfessionsschulen und Nachbarschaftsschulen entstünden, müssen abgelehnt werden.

           

 Stellungnahmen dieses Inhalts sowie der bekannten grundsätzlichen Ablehnung der  Konfessionalisierung des Schulwesens, finden sich in der Zeitschrift „Süddeutsche Schulzeitung“, dem Organ der GEW Baden-Württembergs.[xxxvii]

Zu einem Kulturkampf aber kam es in Baden-Württemberg deswegen nicht. Der Landtag änderte am 08.01.1967 die Verfassung zu Gunsten der christlichen Gemeinschaftsschule als einziger Staatsschule. Bekenntnisschulen wurden in den privaten Bereich verwiesen. Wir finden aber auch in den Veröffentlichungen der GEW Baden-Württembergs keine direkten oder indirekten Angriffe gegen die Befürwortung der Konfessionsschule. Wohl aber sind wieder Erklärungen evangelischer Kirchenmänner abgedruckt, die, wie die GEW, auch in Baden-Württemberg die christliche Gemeinschaftsschule  wünschen.[xxxviii]

Als aber 1952 die katholische Kirche im Landesteil Baden die Konfessionsschule forderte, als sie der GEW jedes schulpolitische Mitspracherecht ultimativ absprach, reagierte auch in Baden die GEW scharf und wehrte sich mit Erfolg gegen die Einführung von Bekenntnisschulen.[xxxix]

 

Zwei Bundesländer mit ähnlichen Problemen: Konfessionsschule oder Gemeinschaftsschule.

Die Lösung dieses Problems war verschieden. Gleichartig die Haltung der GEW-Verbände:  Sie wollten offenbar alles vermeiden, was sie in den Geruch einer kirchenfeindlichen  oder atheistischen Haltung hätte bringen können.

 

 

 

3.4.3.  Hessen ohne Schulkampf

          

Überprüfen wir nun noch die Veröffentlichungen des Landesverbandes Hessen der GEW auf mögliche Stellungnahmen zu Kirche oder kirchliche Schulpolitik. Wir finden in den Arbeitsberichten des Landesverbandes, insbesondere über die Arbeit der schulpolitischen Hauptstelle, keine Hinweise auf schulkampfähnliche Situationen. (Vgl: AGDL, Gemeinsame Geschäftsberichte 1949/50 ff )

 

Die Simultanschule war in Hessen verfassungsmäßig verankert und undiskutable Selbstverständlichkeit. Da offenbar die Kirchen hier keine Möglichkeit einer Veränderung der Verhältnisse sahen, bleibt ein Schulkampf aus. Der Fragenkreis Kirche  -  Schule brauchte darum auch nicht erörtert zu werden.

 

 

 

3. Kapitel

DIE SHULPOLITISCHEN AUFFASSUNGEN DER KIRCHEN

 

Überschauen wir die Beobachtungen über die Beziehungen, die sich zwischen der GEW und der Kirchen nach dem 2. Weltkrieg ergaben, springt besonders ein Unterschied ins  Auge: Die Frontstellung der GEW richtete sich gegen die katholische Schulpolitik. Mit der evangelischen Kirche fühlte sich die GEW in ihren Bestrebungen vielfach verbunden. Es ist darum für die Darstellung der Beziehungen zwischen Lehrergewerkschaft und Kirchen, genauer nach den Ursachen für diese Haltung der GEW zu  suchen.  Wir finden sie, fragen wir nach den schulpolitischen Auffassungen beider Konfessionen.

 

3.1. Die evangelische Kirche und die Schule.

     

Unter der Überschrift „Schule in evangelischer Verantwortung“[xl]  hat die evangelische Kirche eine gültige Erklärung ihrer Auffassungen vor dem Deutschen Ausschuss für das Erziehungs- und Bildungswesen abgegeben. Die hier interessierenden entscheidenden  Sätze darin lauten:

 „Die evangelische Kirche tritt nicht für eine bestimmte Schulform ein… Für die Neuform des Schulwesens fordern wir die christliche Schule… In jedem Fall muss die evangelische Kirche darauf bedacht sein, einen Gewissenszwang für die Lehrer zu vermeiden und Wege zu einem neuen Vertrauen zu bahnen.“

In 10 Punkten wird das festgehalten, was auf evangelischer Seite den Landeskirchen gemeinsam ist. Die Darstellung der evangelischen Kirche, die ausdrücklich den staatlichen Charakter des öffentlichen Schulwesens bejaht, schließt mit den Worten:

„Die Kirche ist zu einem freien Dienst an einer freien Schule bereit.“

 

Vergleichen wir diesen Satz mit einem anderen:

 „Die freie Schule mit der freien Kirche im engen Schwesternbunde, aber jede neben der anderen in ihrem sicheren Recht…“[xli]

Die Übereinstimmungen mit der schulpolitischen Haltung des DLV und der GEW einerseits und der evangelischen Kirche andererseits ist heute – gewachsen in den Jahren nach dem 2. Weltkrieg – unverkennbar. Das war nicht immer so.

Der Kampf gegen Kircheneinfluss und geistlicher Schulaufsicht richtete sich im 19. Jahrhundert vorwiegend gegen die evangelischen Landeskirchen. Der Einfluss der katholischen Kirche war ja im Preußischen Lande ohnedies gering und nach der Reichseinigung durch die Bismarck`sche Gesetzgebung war vergeblich versucht worden, ihn weiter zurückzudrängen. Dennoch blieben auch noch in der Weimarer Republik in protestantischen Ländern (2/3 des deutschen Reiches) Katholiken Bürger 2. Klasse.* In der Weimarer Republik traten die schulpolitischen Gegensätze besonders in den Auseinandersetzungen um eine (nie zustanden gekommenes) Reichsschulgesetz in Erscheinung. Die Generalsynode der evangelischen Kirche der altpreußischen Union[xlii] Gibt den Anspruch der Kirche auf die Schule nicht auf: Im Beschluss über „das Verhältnis der Kirche zur Schule, insbesondere das Recht der Kirche auf Einsichtnahme in den Religionsunterricht“, wurde die Evangelische Konfessionsschule gefordert:

Die evangelische Staatsschule hat ein Recht, neben den übrigen verfassungsmäßigen Schulen zu bestehen. Die Generalsynode erklärt nachdrücklich, dass

„…geistliche  Schulaufsicht“ wieder aufleben dürfe und solle. Alle bestehenden evangelischen  Schulen müssen ohne besonderen Auftrag erhalten bleiben und nicht Sache des Staates  ist, es zu entscheiden, ob der Religionsunterricht der Schule mit den Grundsätzen der  Evangelischen Kirche übereinstimmt.“ „Wir sehen, “ so hieß es in den Aussprachen zu diesen Forderungen, „in der Schule…einen integrierenden Bestandteil auch der  Kirche …“ Und ausdrücklich wird im gleichen Zusammenhang die Übereinstimmung mit der Praxis katholisch-konfessioneller Schulen betont. Im Wegfall gerade dieser Übereinstimmungen aber wird der Wandel evangelischer Auffassungen, wie sie sich in unserer Zeit bieten, deutlich.  Während der Katholik unter einer christlichen Schule noch heute eine konfessionelle  beeinflusste Schule versteht, ist für den Protestanten eine solche Schule die, in der  christlicher Geist herrscht.[xliii]

 

 Soweit sich „christlicher Geist“ überhaupt durch Aufsicht sichern lässt, ist sie ein rein technisches Problem: ob sie nun von Pfarrern oder evangelischen Lehrern ausgeübt wird. Die evangelische Kirche meint, dass evangelischer Geist nicht durch Aufsichtsinstanzen und Vorschriften geschaffen werden könne, wenn er fehle.  Kirchliche Aufsicht schüfe nur Widerwillen und Heuchelei. Es sollten diese  religiös–konfessionellen Fragen in die  persönliche Verantwortung und Bereitschaft des Lehrers gestellt werden, da sie sich letztendlich jeder gesetzlichen Regelung entziehen.

 

 

3.2. Die katholische Kirche und die Schule

 

Der Anspruch der katholischen Kirche auf das Recht, eigene Schulen zu halten, ist in  Theorie und Praxis relativ konstant geblieben. Die Begründung, die die katholische Schule gegenwärtig  erfährt, war also in ihren wesentlichen Bestandteilen schon im vergangenen Jahrhundert gültig:  

 

Die Verbindung der Schule mit der Kirche ist eine innere und die Unterordnung der  Schule unter die Kirche notwendig. Die Kirche ist ihrer ganzen Geschichte und ihrem Zweck nach die von Gott gestiftete Lehr- und Erziehungsanstalt.[xliv]   Ihre Aufgabe ist es, die getauften Kinder so zu erziehen, dass sie des ewigen Heils nicht verlustig werden. Um das zu können, muss den Eltern, den eigentlichen Erziehern der Kinder, die Freiheit gewährt werden, ihre Kinder in eine von katholischem Geist  getragene Schule zu schicken.[xlv]  Die Eltern haben das Recht und die Pflicht, den religiösen und erzieherischen Charakter  der Schule zu bestimmen. Und die im „Gutachten“ niedergelegte Vorstellung von der  „Idee und Gestalt der katholischen Schule“ schließt mit dem Wunsch:

 „Vom Gesetz her sollte keine Schule den Vorrang haben… vielmehr sollte jede Schule  (von den Erziehungsbeteiligten) beantragt werden müssen“ (Empfehlungen und Gutachten…, S. 19).

 

Das sind aber die heute bestehenden, vom Staat eingerichteten „juristischen“  Konfessionsschulen nicht, und darum wird von Seiten katholischer Pädagogen heute aus pädagogischer Verantwortung heraus die katholische Schule oder die „ Freie Katholische Kirche“ begründet und empfohlen.[xlvi]   Ohne die Fundamente ihres Erziehungsrechtes aus dem Glauben aufzugeben, passten  sich damit die katholischen Pädagogen den realen Verhältnissen an.

 

 

 

 

6. Kapitel

DAS VERHÄLTNIS DER GEW ZUR KIRCHE IN DER GEGENWART

 

 Dieser Abschnitt sei mit einem Zitat begonnen, das m. E. die Situation am Ender der sechziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts gut kennzeichnet:

    „Zwar trennt die Gegnerschaft zwischen den Verfechtern der „Konfessionsschule“ und  der „Simultanschule“ die schulpolitischen Lager nicht mehr so eindeutig wie früher…  Die Auseinandersetzungen haben auch nicht mehr immer die alte Schärfe und Offenheit. aber die Gegensätze und Spannungen bestehen fort, sind mitbestimmend für die schulpolitischen Positionen und wirken auf die Diskussion ein, auch wenn von ihnen nicht  unmittelbar die Rede ist.“[xlvii]

Da die „Verfechter der Konfessionsschule“ heute überwiegend in der katholischen Kirche zu finden sind, die der Simultanschule stehen auf Seiten der GEW und – wie wir  sahen, nähert sich die evangelische Kirche in der Praxis diesen Vorstellungen, bleibt im Grunde heute nur noch die katholische Kirche als Widerpart zur GEW im schulischen Bereich.

Es sind aber bei der GEW Ansätze zu finden, die Haltung der katholischen Kirche zu prüfen. So änderte die GEW ihren Organisationsaufbau und schuf neue Arbeitsbereiche, die sich mit diesen Fragen zu beschäftigen haben. Seit dem 25. Oktober 1964 sind die „Hauptstellen“ beim GEW-Hauptvorstand aufgelöst worden. Statt derer wurden „Referate“ eingerichtet, in denen besondere Sachbearbeiter Spezialgebiete übertragen bekommen  haben. Das Referat C (Schulrecht – Schulfinanzierung) interessiert uns hier vor allem.  Zu ihm gehören die Arbeitsbereiche: Elternrecht, Konkordats – und Kirchenrecht.  Für den Bereich des Elternrechtes gelten folgende Arbeitsauflagen:

Abgrenzung des   unmittelbaren Elternrechts gegenüber dem organisierten Elternrecht.

Kirchliches Elternrecht

Organisationsformen der Elternvertretung…

 

Das Elternrecht, wie es in den einzelnen Ländern besteht, soll überprüft werden. Es wird ein Vorschlag erarbeitet, wie die GEW sich nach Form und Inhalt ein Elternrecht vorstellt.[xlviii]

Bis heute sind noch keine Ergebnisse dieser Arbeitsvorhaben veröffentlicht. Es ist auch  nicht damit zu rechnen, dass sie eine Annäherung an den katholischen Standpunkt  bringen werden.   Wohl aber ist zu hoffen, sind erst die Differenzen analysiert, die Gemeinsamkeiten erforscht  worden, dass aus dem gegeneinander – ein Mitwirken wird: zum Wohle der Schule.

 

Am 13. Januar 1967 trafen sich in Detmold neben den Ehrengästen aus Politik und Wirtschaft auch die Vertreter beider Konfessionen, um den zwanzigsten Jahrestag der  Gründung der GEW zu feiern. An den Veranstaltungen der „september-gesellschaft“[xlix] nahmen ebenfalls Vertreter beider Konfessionen teil.

Sicher durften diese Gesten als Zeichen wachsender Verständigungsbereitschaft zwischen GEW und Kirche angesehen werden. Es sollte sich auch heute niemand mehr damit begnügen, starre, von konfessionellen, weltanschaulichen oder machtpolitischen  Begründungen getragene schulpolitische Programme einfach nebeneinander zu stellen und gegeneinander auszuspielen. Unsere verwaltete, vom technischen Fortschritt bestimmte Welt, deren Apparat menschliche Würde und Freiheit bedroht, zwingen die  GEW und die Kirche im Interesse des Menschen und in ihrem eigenen, ihrer Positionen zu überprüfen und nach Möglichkeiten des Zusammenwirkens zu suchen. Diese Sehweise gewann während der siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts brennende   Aktualität. Doch haben sich die Ursachen, die auf beiden Seiten kulturkämpferische  Tendenzen vermissen lassen, gewandelt. Weniger Einsicht oder Vernunft scheinen hier Lehrmeister gespielt zu haben, als bittere Notwendigkeit, Zwänge, die von einer sich verändernden ökonomischen und politischen Szene ausgehen.

 Die Bedeutung der Kirche in unserer Gesellschaft ist bei großen Teilen der Bevölkerung und auch im Bewusstsein der Öffentlichkeit zurückgegangen. Daran vermochte auch die  Tatsache, dass die beiden großen christlichen Konfessionen noch nahezu 95 % der bundesrepublikanischen Bevölkerung in ihren Reihen finden, nichts zu ändern. Diese Angehörigen der Kirchen begannen sich mehr und mehr als zahlende Mitglieder einer Organisation zu fühlen, die zwar ihre Beiträge auf ungewöhnliche Weise einzieht, aber dafür auch außergewöhnliche Dienstleistungen erbringt.

Das religiöse Engagement nahm ab und im gleichen Maße das Unverständnis kirchlicher  Ansprüche im Bereiche der Kulturpolitik zu. Die kirchlichen Organisationen und die Kirchenleitungen konnten und können sich bei so entscheidenden Fragen wie der Konfessionalität der Lehrerbildung und der öffentlichen Schulen nicht auf eine breite Mehrheit ihres  Kirchenvolkes stützen. Das Bildungswesen glitt den Kirchen aus den Händen.  Angesichts dieser Entwicklung ist es verständlich, dass von Seiten der GEW eine  Auseinandersetzung mit der Kirche unterblieb. Die Zeit arbeitete für die Säkularisierung, die konsumierende Massengesellschaft erschuf sich andere Leitbilder und Wertmaßstäbe, die die überlieferten Normvorstellungen zu verdrängen begannen.  Dennoch scheinen auch hier Einsichten in der eben angedeuteten Richtung sekundär  dafür zu sein, dass die GEW um Kircheneinflüsse nicht mehr bangt. (Immerhin blieb  ja noch der Religionsunterricht in der Schule). 

  

Zwei Faktoren vor allem beanspruchen gegenwärtig die Kräfte der GEW:

Ein ökonomischer, von eminent kulturpolitischer Auswirkung und ein politischer, der  die eigene Organisation bedroht.

Die in den vergangenen Jahren immer rascher fortschreitende inflationäre Entwicklung gefährdet errungene Positionen sowohl in Besoldungsfragen, als auch bildungspolitischen Konzeptionen, die wegen sparsamer Länderhaushalte und veränderte Prioritäten nicht realisiert werden können.

 

 Auf dem Boden einer solchen Entwicklung gediehen radikale Gruppierungen, die obendrein noch Zuspruch aus den bildungspolitisch engagierten Pädagogenkreisen und Studenten erhielten, denen angekündigte Reformen im Bildungswesen, vor allem in den  Allgemeinbildenden Schulen nicht rasch und nicht radikal genug vollzogen wurden. Diesen Gruppen, muss die GEW offensichtlich massiv  jeden Einfluss in den eigenen Verband hinein wehren. Wie sonst ließen sich entsprechende  Beschlüsse erklären, warum sonst brauchte die GEW in ihren Satzungen Treuegelöbnisse  dem Grundgesetz gegenüber?[l]  

 

 

 

 

Schlussbemerkungen

 

 

 

1. Das Verhältnis von der GEW zur Kirche wurde bestimmt von unterschiedlichen Auffassungen im Bereich der Erziehung und Bildung, die sich besonders an dem Problem der richtigen Schulform entzündeten.

 

2.  Die gegensätzliche Auffassung darüber – hier Gemeinschaftsschule für alle – dort die Antrags-(Bekenntnis-)schule für alle, sind in den weltanschaulichen bzw. religiösen Fundamenten begründet und darum unaufhebbar.

 

     3.   Sowohl die katholische als auch die evangelische Kirche haben das Recht, Bekenntnisschulen zu errichten oder einrichten zu lassen. Die evangelische Kirche gibt in unserer Zeit, wie die GEW, der Simultanschule den Vorzug. Es standen sich darum bislang  im schulpolitischen Bereich die GEW und die katholische Kirche gegenüber, die auf den  Anspruch einer gesonderten konfessionellen Erziehung und Bildung ihrer Gläubigen  nicht verzichten wollte und konnte.

 

     4.   Das Verhältnis der GEW zur katholischen Kirche war ein gespanntes. Ohne dass sich  die GEW gegen die katholische Kirche oder gegen die Konfession als solche wandte, trat sie objektiv immer dann als ihr Gegner in Erscheinung, wenn diese in einzelnen Bundesländern ihre schulpolitischen Bestrebungen zu verwirklichen suchten.

 

     5.   Die wirtschaftlichen und kulturpolitischen Tendenzen seit Beginn der siebziger Jahre  legen nahe, alte unterschiedliche Auffassungen beiseite zu stellen und im Interesse des Kindes in allen Bildungsbereichen gemeinsam zu wirken.  Solange aber die Kirche wie die Gewerkschaft mit internen Schwierigkeiten zu ringen  haben, kann nicht damit gerechnet werden, dass sie sich aufeinander zu bewegen. Lehrerverband und Kirche aber werden sich heute wohl mehr denn je in ihrer langen Geschichte tolerieren.

 

 

 

 

 

 

 

 

Nachwort

 

 

„Lehrerverband und Kirche aber werden sich heute wohl mehr denn je in ihrer langen Geschichte tolerieren“

 

Mit dieser Vermutung endete dieser Aufsatz, der im Jahre 1958 abgeschlossen wurde. Inzwischen ist mehr als ein halbes Jahrhundert vergangen. Heute lässt sich feststellen, dass Kirche oder auch Religion in der GEW keine Rolle mehr spielt. Ein Beispiel: In den Jahrgängen 2012 und 2013 der „Zeitschrift der Bildungsgewerkschaft GEW“, die für ihre Mitglieder allmonatlich erscheint, wurde in keinem einzigen Beitrag etwas über Religionsgemeinschaften oder gar die evangelische oder katholische Kirche und/oder den entsprechenden Religionsunterricht an staatlichen Schulen etwas geschrieben. Nun liegen über die Gründe dieses nebeneinander her Schweigens keine Untersuchungen vor. Wohl aber betrachten meine Kolleginnen und Kollegen, alles Lehrerinnen und Lehrer, die seit mehreren Jahrzehnten im Schuldienst sind, es als selbstverständlich und keiner besonderen Aufmerksamkeit wert, dass die Kirchen einerseits und die Schulen andererseits gut miteinander auskommen. Allein schon darum, weil die Rollen und Aufgaben strikt geregelt sind. Ein Lehrer, der die Lehrbefähigung für den Unterricht eines Religionsfaches erworben hat, und das können auch Geistliche der jeweiligen Konfession sein, darf sein Fach im Rahmen der Bildungspläne unterrichten. An den entsprechenden Rahmenvereinbarungen zwischen Religionsgemeinschaften und den Kultusbehörden auf der Basis der entsprechenden Regelungen im Grundgesetz (z. B. Art. 7 GG) waren die Vertretungen der Lehrerverbände beteiligt. Die gegenseitigen Beziehungen werden von Seiten der Bildungsgewerkschaft nicht thematisiert. Auch dann nicht, wenn sich eine ihrer Zeitschriften den Kindertagesstätten widmet (vgl. z. B. die Ausgabe 05/2013), die sich ja zu einem erheblichen Teil in der Trägerschaft von Weltanschauungsgemeinschaften wir dem Caritasverband oder dem Diakonischen Werk befinden.

 

 

 

 

Nachtrag zur aktuellen Situation:

Am  13. März 2014 veröffentlichte die Badische Zeitung (S: 19) eine dpa-Meldung, nach der in Niedersachsen die Gewerkschaften, wie u. a. Verdi sich zum ersten Male mit den evangelischen Kirchen an einen Tisch gesetzt haben, um  über die Tarife der Beschäftigten in Kirche und Diakonie zu verhandeln. Es streben beide Seiten Tarifverträge für den sozialen Bereich an. Die Einigung zwischen kirchlichen Trägern und den Gewerkschaften habe „Signalwirkung für ganz Deutschland“.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ANHANG

 

 

 

1 Dokumente

Aus der Geschichte der deutschen Lehrervereinsbewegung

(DLV und GEW )

 

Die Forderungen des Deutschen Lehrervereins an die National-Versammlung.

 

Beschlossen auf der 27. Vertreterversammlung des DLV am 10.-12. Juni 1919 in Berlin.,

 

Zitiert nach der Allgemeinen Deutschen Lehrerzeitung 1919, S. 392.

 

Abschnitt IV Schule und Religionsunterricht.

 

Die öffentlichen Schulen sind grundsätzlich für die Kinder aller Bekenntnisse gemeinsam.

Die Schule erblickt in der Erziehung zur sittlichen Persönlichkeit ihre höchste Aufgabe und sucht diese durch das gesamte Schulleben zu pflegen.

Der Religionsunterricht als besonderes Lehrfach ist Sache der Religionsgemeinschaften.

Der Staat und die Gemeinden überlassen den Religionsgemeinschaften auf Antrag die Schulräume zu den für die Schule geeigneten Zeiten.

Die Lehrer haben das Recht, sich an den religiösen Gemeinschaften zu beteiligen.

Kein Kind darf gegen den Willen der Erziehungsberechtigten zur Teilnahme am Religionsunterricht gezwungen werden.

 

Dazu schreibt Pretzel in der gleichen Ausgabe der ADLZ (S. 391):

„Die Einführung in das Bekenntnis kann nicht Aufgabe der Schule sein… Der DLV will (aber) aus allgemein erziehlichen Rücksichten den Religionsunterricht der Schule erhalten und ihn nicht der Kirche allein überlassen… Wir wissen uns frei von Kirchenfeindlichkeit und Kulturkampfgelüsten.“

 

 

Stellungnahmen zu Kirche und Konfession aus den Protokollen der Sitzungen des Geschäftsführenden Ausschusses (GA) und Hauptausschusses (HA) der GEW seit 1960.

 

HA am 22./23.10.1960

 

„Im Zusammenhang mit der Veröffentlichung des „Bremer Planes“ kam es in

Baden-Württemberg zu heftigen polemischen Angriffen von seiten des Katholischen Lehrerverbandes mit dem Ziel, die GEW zu spalten. (Es bildete sich eine) Katholische Aktion gegen Rahmenplan, Bremer-Plan und Simultanschule. Sie fordert die Konfessionsschule auch für Baden.“

 

GA am 10.11.1961

 

Betr.: Errichtung von Pädagogischen Hochschulen in Baden-Württemberg

Der Geschäftsführende Ausschuss „fordert…,bei der Besetzung von Lehrerstühlen (an Hochschulen simultanen Charakters) nicht die konfessionellen Gesichtspunkte, sondern die wissenschaftlichen und persönlichen Qualitäten des Bewerbers als entsprechend anzusetzen.“

 

1962 keine Stellungnahmen

 

GA am 15.06.1963

 

Betr.: Gutachten des Deutschen Ausschusses… „zur religiösen Erziehung und Bildung…“

„in der Diskussion wird zum Ausdruck gebracht, dass die Konfessionsfragen für die Lehrer keine Glaubensfragen, sondern teil der Emanzipationsbestrebungen sind. Für die Lehrer geht es darum, ihre Freiheit zu verteidigen. Man muss die Fragen als Lehrerproblem sehen und nicht auf die theologische Ebene schieben…

 

Der GA sieht keine Veranlassung, zum Gutachten etwas zu sagen.

 

1964 keine Stellungnahmen

 

HA am 27.11.1965

 

H. Rodenstein fordert im Interesse der Verbesserung unseres Bildungswesens gemeinsame Aktionen mit dem Verband Katholischer Lehrer Deutschland und dem Philologenverband und sagt:

„Wir müssen…außerordentlich elastisch werden… und uns nicht mit einer Mauer umgeben.“

 

Aus dem Pressedienst der GEW, Landesverband Bayern.

 

Nürnberg, den 10.09.1963, S. 1 ff

 

„Die GEW hat sich im Juli (1963) gegen die lernmittelfreie Zulassung eines katholischen Lesebuches gewandt. Das Kultusministerium hat sich nun zu dieser Frage geäußert. Die GEW sieht sich veranlasst, darauf einzugehen.“

 

Das Kultusministerium ließ ein katholisches Lesebuch zu, da es auch ein „evangelisches Lesegut“ gäbe. Da dies aber nur als Ergänzung zum Lesebuch diene ( und obendrein nur wenig verbreitet sei), hält die GEW dieses Argument für irreführend. Man solle denen, die es wünschen, ebenfalls „katholisches Lesegut“ anbieten. (S.1).

 

Im Zusammenhang mit der Abwehr des katholischen Lesebuches stellt der Pressedienst der GEW fest, dass „Einflussversuche schulfremder Instanzen“ nicht „zu befürchten“ seien, eine Garantie aber dafür nicht abzugeben sei (S.2). Der Pressedienst fährt fort:

„Die GEW fürchtet solche Einflussversuche nicht ohne Grund. 1960 machte in Bamberg ein katholischer Geistlicher die Buchbestellungen zweier Schulleiter bei einer Buchhandlung rückgängig und bestellte die Bücher, die er für gut hielt. Zwar setzten sich die Schulleiter schließlich durch, aber nur unter beträchtlichen Aufregungen, wobei sie noch eine – später allerdings wieder aufgehobene – Dienststrafe einhandelten… Die GEW hält die Einführung eines konfessionellen Lesebuches nicht nur für überflüssig, sondern für schädlich.“

 

Aus einem Beschluss der Schulpolitischen Hauptstelle der GEW vom 30. August 1953:

„Das öffentliche Bildungswesen im Spannungsfeld der Weltanschauungen.“ (siehe Anlage 1 zum Protokoll vom 30.08.1953)

 

„Die menschliche, gesellschaftliche und politische Zukunft des deutschen Volkes ist nur dann gesichert, wenn die verschiedenen Überzeugungen einander in Achtung begegnen.

Das öffentliche Bildungswesen entspricht diesen Forderungen am besten, wenn es in seinen Einrichtungen weltoffen alle Überzeugungen aufnimmt, ihre Arbeit auf der Grundlage objektiver und subjektiver Wahrhaftigkeit gestaltet und niemandem wegen seiner weltanschaulichen – und Glaubensüberzeugung ausschließt.“

 

Aus: Arbeitsgemeinschaft Deutscher Lehrerverbände

         Gemeinsamer Geschäftsbericht 1953/54, Darmstadt, o. J.

 

         Aus dem Bericht der Schulpolitischen Geschäftsstelle:

   

         „… die Absichten der Mächte, die heute im Bundesparlament die ausschlaggebende  Rolle spielen, sind nicht auf die Pflege pädagogischer Bestrebungen gerichtet,  sondern sie sind diktiert von dem Bestreben, Rechte in weltanschaulicher Beziehung zu sichern oder sie in dem Sinne weltanschaulicher Ziele zu erweitern. Im Mittelpunkt  der künftigen schulpolitischen Tätigkeit wird der Fragenkreis „Weltanschauung und  Schule“…das Verhältnis zwischen Staat, Kirche und Schule das unbestrittene Hauptarbeitsgebiet werden. Die Zeit ist jetzt reif, zu dieser Frage Stellung zu nehmen…“  (Seite 59 des Geschäftsberichtes).

 

 

 

 

 

 

Literaturangaben

 

1. Das Material aus dem Archiv der GEW bei der Hauptgeschäftsstelle, Frankfurt/M.,   Holzhausenstrasse 62.

 

Periodika

 

Allgemeine Deutsche Lehrerzeitung (ADLZ), Zentralorgan der GEW, Frankfurt/M., 1954 ff

 

Die Deutsche Schule, wissenschaftliche - pädagogische Monatszeitschrift, hrsg. i. Auftrag  des Deutschen Lehrervereins, Berlin und Leipzig, 1897 – 1933

  

Gemeinsame Geschäftsberichte der Arbeitergemeinschaft Deutscher Lehrerverbände, Celle  u. Darmstadt, 1949 ff

 

 Hamburger Lehrerzeitung, Organ der Gesellschaft der Freunde des vaterländischen

    Schul- und Erziehungswesens im Hamburg (GEW), Hamburg 1953 – 1965

 

    Material- und Nachrichtendienst ( MUND) der GEW, Celle, Darmstadt und Frankfurt/M.,

    1950 ff

 

    Neue Deutsche Schule, Organ der GEW Nordrhein-Westfalen, Dortmund, 1953 – 1964

 

    Pädagogische Zeitung, Zentralorgan des Deutschen Lehrervereins, Berlin 1896 – 1918,  dann umbenannt in Allgemeine Deutsche Lehrerzeitung, 1919 – 1928, Hrsg. war der Berliner Lehrerverein

 

    Pressedienst der GEW, Landesverband Bayern (Hrsg.), Nürnberg 1963 ff

 

    Schriftenreihe der september-gesellschaft ( Hrsg.) Frankfurt/M.., 1959 ff

 

    Süddeutsche Schulzeitung, Organ des Lehrerverbandes Baden-Württemberg der GEW (Hrsg.), Stuttgart, 1947 ff ( Seit Jan. 1974: Lehrerzeitung Baden-Württemberg)

 

    Um Schule und Stand, Schriftenreihe der GEW, Essen, 1954 ff

 

    Westfälische Schulzeitung, Hrsg. Westfälischer Lehrerverein e.V., Dortmund, 1919-1924

 

 

 

 

Sitzungsprotokolle

 

    Hauptausschuss (HA)                                                                                                                         an versch. Orten, 1960 ff

    Geschäftsführender Ausschuss (GA)                                                                                              an versch. Orten, 1960 ff

    Schulpolitische Hauptstelle                                                                                                               an versch. Orten, 1949 ff

 

 

 

Veröffentlichungen von DLV und GEW:

  

   Bongardt, Karl, Die Odyssee der Lehrerschaft, Sozialgeschichte eines Standes, Frankfurt/M. 1959

 

   Der Deutsche Lehrerverein, was er war, was er erstrebt und was er seinen Mitgliedern bietet, Hrsg. vom GA des DLV , Berlin 1929

 

   Dokumentation zum Konkordat in Niedersachsen, Hrsg. GEW, Darmstadt, 1965

   (MUND Nr. 117)

 

   Gross, Eberhard, Erziehung und Gesellschaft im Werk Adolph Diesterwegs, Weinheim,1966

 

   Kampf um das Konkordat in Niedersachsen, Hrsg. GEW, Darmstadt, 1966, (MUND

   Nr. 118)

 

   Rissmann, Robert, Geschichte des Deutschen Lehrervereins in den ersten 25 Jahren seines  Bestehens, Leipzig, 1908

 

   Pretzel, C.L.A., Geschichte des Deutschen Lehrervereins in den ersten fünfzig Jahren  seines Bestehens, Leipzig, 1921

 

   Thiele, Fritz, Der „rote“ Wander und seine Zeit, Darmstadt ²1954

 

   125 Jahre Württembergischer Lehrerverein, Festschrift, Hrsg. GEW Landesbezirksverband  Württemberg, verfasst v. Alfred Jung, Esslingen, 1965 

 

 

 

 

 

2. Schriften zur evangelischen Schulpolitik und Pädagogik

 

    Mulert, Hermann, Konfessionskunde (Sammlung Töpelmann, hrsg. v. H. Schott und  K. Erdmann, Berlin, ³1956

 

   Stallmann, Martin, Evangelische Pädagogik in Das Fischer Lexikon, Pädagogik, Hrsg. Hermann Groothoff, Frankfurt, 1964

 

   Uhradel, W.,  Evangelisch- religiöse Erziehung im Handbuch für Lehrer, Hrsg. Walter Horney und Walter Schultze, Band 3, Gütersloh ²1963

 

   Verhandlungen der achten Generalsynode der Evangelischen Kirche der altpreußischen Union, 2 Bde., Berlin 1926

  

 

 

3. Schriften zur katholischen Schulpolitik und Pädagogik

 

    Erlinghagen, Karl, Die Schule in der pluralistischen Gesellschaft, Kleine Kapitel zur

    Schulreform, erschienen in der Reihe Das pädagogische Gespräch, Aktuelle Veröffentlichungen des Willmann-Instituts, München-Wien, Freiburg-Basel, 1964

 

    Erlinghagen, Karl, Katholische Pädagogik in Das Fischer-Lexikon, Pädagogik, Hrsg. Hermann Groothoff, Frankfurt, 1964

 

    Realenzyclopädie des Erziehungs- und Unterrichtswesens nach katholischen Prinzipien, 4 Bde., hrsg. von Hermann Rolfus und Adolf Pfister, Mainz, 1867 ff

 

    Zur Schulpolitik der Katholiken Deutschlands, Hrsg. Dir. Joh. Peter Mauer in der Reihe   Zeit- und Streitfragen der Gegenwart, Bd. 14, Köln 1919

 

    Siewerth, Gustav, Wagnis und Bewahrung, zur metaphysischen Begründung des

    Erzieherischen Auftrages, Einsiedeln, ²1964

 

 

4. Sonstige benutzte Literatur

 

    Ehler, Sidney Z., 20 Jahrhunderte Kirche und Staat, Essen, 1962

 

    Ellwein, Thomas, Klerikalismus in der deutschen Politik, Schriftenreihe Heiße Eisen,   Bd. 1, München ²1955

 

    Erlinghagen, Karl, Die Säkularisierung der deutschen Schule, Hannover 1972

 

    Zur Geschichte der Volksschule, Bd. II, Hrsg. Wolfgang Scheibe, aus der Reihe

    Klinkhardts Pädagogische Quellentexte, Bad Heilbrunn, 1965

 

    Klatt, Erwin, Im Kampf um die Schule, DGB und GEW im weltanschaulichen

    Spannungsfeld, Essen, 1954

 

    Lexikon der Pädagogik, 5 Bde., Hrsg. vom Deutschen Institut für wissenschaftliche

    Pädagogik in Münster und dem Institut für vergleichende  Erziehungswissenschaft    Salzburg, Freiburg, 1952 – 1962

 

    Milkner, Albert, Diesterwegs Anschauungen über Religion  und Religionsunterricht,

    Langensalza 1919

 

    Zur religiösen Erziehung und Bildung in den Schulen, in Folge 6 der Empfehlungen und  Gutachten des Deutschen Ausschusses für das Erziehungs- und Bildungswesen,  Stuttgart, 1965

   

http://de.wikipedia.org/wiki/Religionsunterricht_in_Deutschland#Rechtlich_relevante_Artikel_des_GG

 

 

 

 

 

 

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[i] Dieser Verband löste sich auf

 

[ii] Prof. Rodenstein war vom 10.01.1960  Vorsitzender der GEW

 

[iii] Bungardt, K. Allgemeine Deutsche Lehrerzeitung (ADLZ), Hauptorgan der GEW, Nr. 1/1967, S. 1

 

[iv] Vgl. hierzu: Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft…, in Nr. 1 der   Schriftenreihe „Um Schule und Stand“, Hrsg.: Pädagogische Hauptstelle der 

   GEW, Essen 1954, S. 13 ff

 

[v] Rodenstein, in ADLZ Nr. 1/1967, S. 1; vgl. auch:   Bungardt, K. , Odyssee der Lehrerschaft, Ffm. 1959, S. 138        

 

[vi] Mecking, H., im Lexikon der Pädagogik, Frbg. 1953, Bd. 2, S. 444 

 

[vii] Programmatische Grundsätze, entnommen dem Anhang zum Plan zur Neugestaltung des deutschen Bildungswesens, Wiesbaden 1962, S. 17.  u. 27 ff

 

[viii] Vgl. dazu: Bungardt, K. „ Die Odyssee der Lehrerschaft,   Ffm. 1958, S. 137 und  Jung, A. in der Festschrift… des Württembergischen Lehrervereins, Hrsg.: GEW Württemberg, Esslingen 1965, S. 65

 

[ix] Vgl. dazu: Zur Geschichte der Volksschule, Hrsg. W. Scheibe, Heilbronn 1965, Bd.II, S.7 ff.   

 

[x] Pretzel, C.L.A., Geschichte des Deutschen Lehrervereins…, Leipzig1921, S. 4

 

[xi] Groß, Eberhard, Erziehung und Gesellschaft im Werk Adolph Diesterwegs, Weinheim 1966, S. 96

 

[xii] Vgl. zu Diesem und Folgendem: Milkner, A., Diesterwegs Anschauungen über  Religion und Religionsunterricht, Langensalza 1919

 

[xiii] Vgl. zu Diesem und Folgendem: Groß, Eberhard, Erziehung und Gesellschaft….  S. 87 ff. Die Zitate sind den Seiten 99 und 100 entnommen

 

[xiv] Zitiert nach: Thiele, Fritz , Der „rote“ Wander  und seine Zeit, Darmstadt 1954, S. 60

 

[xv] Vgl.: Bungardt, K. , Die Odysee der Lehrerschaft, S. 47, S.a. Anl., S.6

 

[xvi] Zitiert nach der Realänzyclopädie des Erziehungs- und Unterrichtswesens…, hrsg. Von Hermann Rolfus u. Adolf Pfister, Bd.1,21872 S.450 f, vgl. auch a.a.O.,

 S. 134 ff

 

[xvii] Zur Geschichte der Volksschule, Bd.II, S.27

 

[xviii] Zitiert nach Pretzel, S. 54; diese Stellungnahme gibt die Haltung der „Obrigkeit“  wieder und darf nicht als die der Kirche gewertet werden. Auch ist nicht bekannt,

    welcher Konfession Pfeil angehörte.

 

[xix] Rissmann, R., Geschichte des Deutschen Lehrervereins…, Leipzig 1908, S.142

 

[xx] Zitiert nach :“Pädagogische Zeitung“ (Hrsg. Deutscher Lehrerverein), 1912,

     S. 887 f.

 

[xxi] Rönsch, G., in „Die Deutsche Schule“, Heft 1/1909, S. 78

 

[xxii] Vgl. hierzu: Schwarzlose, Adolf, Staat und Bildung, Nr. 36 des „MUND“, Darmstadt 1953, S. 15

 

[xxiii] Westfälische Schulzeitung, 6.Jahrgang 1925, S. 31. Vgl. auch: Allgemeine Deutsche Lehrerzeitung    Nr. 18/1924, S. 269 ff

 

[xxiv] Aus den Schulforderungen der DLV v. 17.11.1918, zitiert nach:

  Pädagogische Zeitung, 47. Jahrgang 1918, Nr. 47, S. 465. Vgl. auch: Aufruf  Des Preußischen Lehrervereins in der gleichen Zeitung, Nr. 49, S. 493

 

[xxv] Tews, J., Die deutsche Schule im deutschen Volksstaat, Pädagogische Zeitung   Nr. 48/1918, S. 478 f.

 

[xxvi] Zitiert nach ADLZ Nr. 36/1919, S. 392

 

[xxvii] Zitiert nach ADLZ Nr. 36/1919, S. 392

 

[xxviii] Dieser Absatz 2 stellte „indes“ den „Willen des Erziehungsberechtigten“ zur Errichtung von Privat     (Konfessions-)Schulen neben dem Grundsatz der Gemeinschafts(Simultan-)Schule des Absatz 1 des Art. 146 der RV.

Ein grundsätzliches Reichsvolksschulgesetz mit den entsprechenden Ausführungsbestimmungen kam jedoch nicht über Entwürfe hinaus. Vgl. auch: „Staat und Bildung“, S. 2; und dort den Disput zwischen Prof. Dr. Joseph Schröteler SJ und Aloys Fischer.

 

[xxix] Sitzungsprotokoll SH v. 26.03.1953, S. 1

 

[xxx] Sitzungsprotokoll SH v. 28.10.1953, S. 9

 

 

[xxxi] Zitiert nach: „Rheinische Post“ v. 05.05.1950 mit einem Bericht über die Tagung des Katholischen Lehrervereins auf der Seite 42

 

[xxxii] Protokoll der SH v. 20.07.1953, Anl. 1 – zum Protokoll: „das öffentl. Bildungswesen im Spannungsfeld der Weltanschauungen.“

 

[xxxiii] In einem persönlichen Gespräch mit dem Geschäftsführer der GEW, Herrn Erwin Walz, am 13.10. 1966

 

[xxxiv] Hier vgl. besonders, Gemeinsame Geschäftsberichte der AGDL aus den Jahren 1949/50 bis 1965/66

 

[xxxv] Kampf um das Konkordat in Niedersachsen 1965, Hrsg. GEW, Darmstadt 1966,

   S. 22

 

[xxxvi] Vgl. dazu den Rechenschaftsbericht des GNL-Vorsitzenden Lohmann v. 11.04.1965,  abgedruckt in: Kampf um das Konkordat…, S. 58 f.

 

[xxxvii] Vgl. dazu SSZ Nr. 11 v. 22.05.1965, S. 161 ff

    SSZ Nr. 18 v. 24.09.1966, S. 277 f

    SSZ Nr. 19 v. 08.10.1966, S. 293, S. 296 ff

    SSZ Nr.   4 v. 25.02.1967, S.   42 ff

 

[xxxviii] So z. B. in der Süddeutschen Schulzeitung v. 06.11.1965, (Landesbiscof D. Dr. Eichele), S. 321 ff

 

[xxxix] Vgl. AGDL, Gemeinsamer Geschäftsbrief 1952/53 Darmstadt o.J., S. 172 f

 

[xl] Empfehlungen u. Gutachten, Folge 6, Stuttgart 1965, S. 20 ff

 

[xli] Vgl. hierzu: Ehler, S. 7, 20 Jahrhunderte Kirche und Staat, Essen 1962, S. 122 ff

 

[xlii] Vgl. zu Folgendem: Verhandlungen der (. Generalsynode der evangelischen Kirche der Altpreußischen Union, 5,-15.12. 1925, 2 Bde., Berlin 1926, Bd.I, S. 359 ff u.  S. 558 ff

 

[xliii] Vgl. zu Diesem und Folgendem: Mulert, Hermann, Konfessionskunde (Sammlung Töpelmann),   Berlin 3/1956,   S. 355 ff.

Uhradel, W., im Handbuch f. Lehrer, Bd. III Gütersloh, 21963, S. 330 f.

Stallmann, Martin, Evangelische Pädagogik in „Das Fischer Lexikon (Pädagogik), Bd. 36, Frankfurt 1964, S. 82 ff

 

[xliv] Vgl.: Rolfus/Pfister, Bd, I, S. 449 ff

 

[xlv] Erlinghagen, K., Katholische Pädagogik in Fischer-Lexikon (Pädagogik), S. 156 f

 

[xlvi] Vgl. hierzu besonders: Erlinghagen, K., Die Schule in der pluralistischen Gesellschaft, Freiburg 1964, bes. S. 48 ff

 

[xlvii] Zur religiösen Erziehung und Bildung in den Schulen, Empfehlungen und Gutachten…,  Folge 6, S. 9

 

[xlviii] AGDL, gemeinsamer Geschäftsbericht 1964/66, Darmstadt, o. J. ,S. II/90

 

[xlix] Die „september-gesellschaft“, ein Forum für Fragen der Erziehung und Bildung, „will  der politische Bruder des Deutschen Ausschusses für das Erziehungs- u. Bildungswesens

      sein“, schrieb H. Rodenstein im Heft 1 ihrer Veröffentlichungen (Darmstadt 1959, S.3)

      Vgl. über die „september-gesellschaft“ Anlage, S. 16 u. 17

 

[l] Vgl. dazu u.a. die neue Satzung der GEW Baden-Württembergs in der für die Mitgliedschaft „das Bekenntnis zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes…“ Voraussetzung ist. Vgl. weiter, den Beschluss der Vertreterversammlung des gleichen Landesverbandes  am 27.03.1974 in Esslingen, nach dem die Zielsetzungen einiger (links-)“extremistischer   Gruppen“ als gewerkschaftsfeindlich und „gegnerische Organisationen“ deklariert werden.   Lehrerzeitung Baden-Württemberg, Nr. 9/74, S. 154

 

 

 

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