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Dr. Joachim Rumpf

Aufsätze zur Pädagogik

 

Einführung in Forschungsarbeiten und andere Schriften

 

Einleitende Vorbemerkungen über die es sich lohnt, nachzudenken!

 

 

 

Eine schier erdrückende Fülle an pädagogischen Fachbeiträgen finden wir allmonatlich in den entsprechenden Zeitschriften oder als Monographien. Bedauerlicher Weise aber werden diese Publikationen von denen, für die sie verfasst wurden, kaum zur Kenntnis genommen. Verlage geben auf die Frage nach der Zahl und Profession ihrer Abonneten, hier sind Einzelpersonen gemeint, keine Auskunft. Es bleibt mir darum nur übrig, auf persönlicher Erfahrungen zu deuten. Ich lehrte zwanzig Jahre an einer Pädagogischen Hochule mit der ich, rechne ich die eigenen Studienzeiten hinzu, insgesamt siebenundzwanzig Jahre eng verbunden war. In dieser Zeit lernte ich meine Kolleginnen und Kollegen, die dort hauptberuflich tätig waren, sowohl in dienstlichen als auch in privaten Zusammenhängen kennen. Ich kann mich an keinen Einzigen erinnern, der auf private Rechnung eine Zeitschrift seines Faches abonniert hätte. Statt dessen schafften die Hochschullehrer, die für sie jeweils besonders interessanten Zeitschriften und Bücher auf Kosten der PH über die Bibliothek an. Dort wurden sie in die Semesterapparate eingestellt. Viele Bücher wanderten auch nach Hause in die Studierstube und blieben dort, bis die Bibliotheksverwaltung sie wegen einer Bestellung der Ausleihe wieder anforderte. Nun mag das ein allgemein verbreitetes Privileg von angestellten Hochschullehrern sein und ich möchte annehmen, dass die betreffenden Schriften auch gelesen wurden. Zumindest wurde dies von den Studierenden erwartet und sogar als Seminarbeiträge inhaltliche Wiedergaben neu auf dem Markt erschienener Bücher und Aufsätze vergeben. Wenn eine vom Studierenden selbst erarbeitete Akzentuierung oder kritische Analyse dazu gehörte, konnte mit erfolgreicher Lösung der gestellten Aufgabe gelegentlich sogar ein Schein erworben werden. Es darf unterstellt werden, dass diese Schriften von den Dozenten zuvor ebenfalls gelesen worden waren. Außerdem sorgten Prüfungsanforderungen und dazu gehörende Literaturlisten dafür, dass sich alle Examenskandidaten, ganz gleich welche Fächerschwerpunkte sie studiert hatten, mit den angegebenen Texten aus der mehr oder weniger vollendeten Vergangenheit des jeweiligen Faches beschäftigten. Das was für den Hochschulbereich gilt, ist auch an den sozialpädagogischen Fachschulen anzutreffen.

Ich halte darum verallgemeinernd fest:
Lehrende greifen nur dann zu Literatur ihres Faches, wenn sie sie für ein bestimmtes Thema brauchen. Neues wird nur von jenem Autor zur Kenntnis genommen, der von dem betreffenden Dozenten geschätzt wird oder ähnliche Meinungen vertritt. Gelegentlich ist das nur der Lehrende selbst. Die Position eines Professors, der mit dazu erklärte "sagen Sie selbst: es lohnt sich doch nicht Andere zu lesen, wenn man selbst viel besser schreibt", dürfte nicht selten anzutreffen sein.
Studierende lesen nur dann mehr als sie sollen, wenn sie wissbegierig genug sind und gern zu Fachbüchern greifen. Ist die Ausbildung abgeschlossen, greifen sie nur noch zu jener Literatur, von der sie sich Hilfen für ihre pädagogische Arbeit versprechen. In meinem Aufsatz "Schule ohne Pädagogik" wird am Beispiel der Lehrerbibliothek eines Gymnasiums deutlich, wie kümmerlich das Interesse an Schriften pädagogischen, didaktischen oder gar psychologischen Inhalts unter den Gymnasiallehrern ist. Und bei den Erzieherinnen in sozialpädagogischen Einrichtungen sieht es ganz ähnlich aus.
Und der Chefredakteur einer pädagogischen Fachzeitschrift, der zugleich an einer Universität lehrt, schreibt mir zu diesem Phänomen:


"Bezüglich der Wahrnehmung von (Titel der Zeitschrift), aber auch von anderen Zeitschriften weiß ich aus eigener beruflicher Erfahrung, dass man hier keine übertriebenen Hoffnungen haben darf. Viele KollegInnen lesen fast nichts. Ich halte das für einen sehr bedauerlichen und beklagenswerten Zustand, denn das ist für eine Profession kein gutes Zeichen..."

Wenn ich nun auf diesen Seiten Einiges einstelle, was ich für wichtig halte, aufgezeichnet und bewahrt zu werden, dann darf ich damit also nicht die Illusion verbinden, dass diese Texte gelesen werden oder gar irgendein Echo hervorrufen. Als ich 1993 in dem bereits oben genannten Aufsatz in einer Fachzeitschrift für die Schule, die Leserinnen und Leser aufforderte, Widerspruch einzulegen, kam keine einzige Reaktion. Entweder, weil meine Annahmen von der Leseunwilligkeit unserer Pädagogen mit den Erfahrungen lesender Lehrer übereinstimmten oder - weil niemand meinen Beitrag bzw. diese Zeitschrift gelesen hatte. Dennoch hören die Bemühungen aller, die etwas mitzuteilen haben, von dem sie annehmen, dass es unverzichtbar und wichtig sei, nicht auf. Und von den meisten wird auch erwartet, dass sie etwas veröffentlichen. Pater Professor Dr. Karl Erlinghagen, in den sechziger Jahren ein vielbeachteter Vertreter der Katholischen Pädagogik, sagte in einem Seminar einmal: "Wer nicht schreibt, existiert nicht" und erläuterte seine Erkenntnis mit dem Hinweis, dass Wissenschaftler publizieren müssen, wenn sie anerkannt sein wollen. Und jeder, der sich um das Lehramt an einer Hochschule bewirbt, muss noch heute die Liste seiner Veröffentlichungen einreichen. Sie gilt als eine bedeutsame Eintrittsvoraussetzung in den Wissenschaftsbetrieb. Folglich wird geschrieben was das Zeug hält und jede junge Pädagogin oder Pädagoge ist froh über jeden Beitrag, den eine Zeitschrift von ihm / ihr annimmt.

In unserer Zeit eröffnet sich - ohne Rücksicht auf Verlagslektoren oder Redaktionsstäbe nehmen zu müssen, die Möglichkeit der Publikation über das Internet. Wenigstens diejenigen unter den schreibfreudigen Pädagogen, die es zu Veröffentlichungen drängt, haben nun eine Plattform gefunden. Ich gehöre zu diesem Personenkreis und nutze diese Plattform dazu, meine Erfahrungen und Einsichten anzubieten. Und die Anzahl der anonymen Besucherinnen und Besucher meiner Seiten verrät mir, dass sie von mehr Personen aufgesucht werden, als die Auflagenhöhe der Bücher, die ich schrieb.

Ein für mich interessantes Thema sind die Schriften von Kollegen. Sie, liebe Besucherin, lieber Besucher, finden auf der Salpeterer- Homepage Einführungen in neuere Forschungsarbeiten zur Salpeterer-Geschichte und hier stelle ich ebenfalls die Einführungen in Schriften ein, die mir von den Autoren oder Herausgebern zu diesem Zwecke zugeschickt wurden.

Zum Thema "Heimerziehung" sind das im Jahre 2003 Einführungen in die Arbeiten von Adam und Peters und Flosdorf und Patzelt. Es lohnt sich, die Seiten anzuschauen, da sie interessante Einblicke in wissenschaftliche Bemühungen im Jugendhilfebereich ermöglichen.

Eine kritische Analyse des Buches von Spitzer über das Lernen biete ich ebenfalls an und weise nach, dass Spitzers Erkenntnisse die der Pädagogen ergänzt haben.

Über einen eigenwilligen Forschungsansatz von mir gebe ich gesondert Auskunft.

Meine Erfahrungen  als verantwortlicher Mitarbeiter in Jugendhilfeeinrichtungen und aus der Beratungstätigkeit für Schulen mit einst in der DDR ausgebildeten pädagogischen Fachkräften teile ich in dieser Abteilung ebenfalls mit.

Der Sozialpädagogik als einer eigenständigen erziehungs- bzw. sozialwissenschaftlicher Disziplin ist ein eigener Beitrag gewidmet.

Dass Berufspädagogen kaum Fachliteratur in die Hand nehmen, wird alle diejenigen kaum überraschen, die sich in diesen Berufsfeldern auskennen. Ich habe zu dieser Leseabstinenz einen Beitrag eingestellt, der sich zwar (leider) nicht auf empirisch gewonnene Erhebungen wohl aber auf eigene Erfahrungen stützt.

Erst im Mai 2014 war es möglich, eine seit 1968 in meinem persönlichen Archiv schlummernde Arbeit über „Das Verhältnis der GEW zu den Kirchen“ in eine elektronische Textfassung zu übertragen. Diese Schreibleistung vollbrachte Frau Erika Herzog , der ich an dieser Stelle herzlich danke.

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