Schriften zur Erziehung und Bildung im WWW
von Dr. Joachim Rumpf

 

Beschreibung: Beschreibung: daheim

Einige Informationen über mich

 

Bis in die fünfziger Jahre hinein lebte ich in der ehemaligen DDR. Über meine beruflichen Erfahrungen dort berichtete ich in der Zeitschrift "Neue Praxis" Nr. 4/1993 unter der Überschrift:
"Erziehung und Bildung in der DDR"

Hier ein Foto aus dieser Zeit

Beschreibung: Beschreibung: Ferienlager

im Juli 1949 mit Kindern im Ferienlager

 
Ab 1965 studierte ich an der Pädagogischen Hochschule Freiburg für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen. Als Hauptfach wählte ich Geschichte und studierte dieses Fach bei
Herrn Prof. Dr. Wolfgang Hug.

Von 1968 bis 1973 war ich Lehrer an einer Grund- und Hauptschule im Landkreis Lörrach.
1973 legte ich die Prüfung für das Lehramt an Realschulen mit der Fächerkombination Geschichte und Deutsch ab. Meine wissenschaftliche Hausarbeit war den Salpetererunruhen im Hotzenwald gewidmet.

Im gleichen Jahr übernahm ich die pädagogische Leitung einer  privaten Einrichtung stationärer Jugendhilfe mit Platz für 36 schulpflichtige Mädchen und Jungen (www.alpenblick-kids.de). Den Fachkräften in diesem Kinderheim, aus dem ich nach Erreichen der Altersgrenze ausschied,  stehe ich noch heute zur Seite. Den Kontakt zu unseren ehemaligen Heimkindern zu pflegen, gehört ebenfalls zu meinen Aufgaben.

 

 

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1973 als Erzieher im Kinderheim

 

 

Hier stelle ich noch einige Erinnerungen aus meinem Leben zusammen mit dem Akzent auf meine berufliche Entwicklung in der Bundesrepublik

 

„Meine Eltern waren der Kaufmann Ernst Rumpf und seine Ehefrau Hertha, geb. Lubert beide aus Stendal (Altmark)“. So stand es häufig in einem meiner Lebensläufe, die ich aus gegebenen Anlässen einzureichen hatte. Bereits mit siebzehn Jahren stellte ich mich wirtschaftlich auf eigene Füße, als ich den (Ober-) Schulbesuch abbrach und hauptamtlicher Pionierleiter an der „Bürgerschule“ in Pößneck wurde. Nach Pößneck und später nach Saalfeld waren meine Eltern gezogen, nachdem mein Vater dort einen Arbeitsplatz gefunden hatte.

In der haupt- und ehrenamtlichen Jugendarbeit blieb ich bis zu meinem Übertritt in die BRD tätig. Weitere berufliche Erfahrungen erwarb ich in unterschiedlichen Arbeitsfeldern in der DDR und Ostberlin. Zum Beispiel als Kohlenverkäufer oder als Geschäftsführer eines Stadtbezirks der Nationaldemokratischen Partei. Hierfür besuchte ich zwar einige Kurse. Einen Beruf aber erlernte ich nicht.

 

Seit der Öffnung der Mauer und dem Zusammenschluss der beiden deutschen Staaten, deren Existenz eine der Folgen des von Deutschland verlorenen zweiten Weltkrieges waren,  siedelten viele Deutsche aus der ehemaligen DDR zu uns in die Bundesrepublik über. Mein Nachfolger im Kinderheim zum Beispiel kam damals mit seiner Familie aus Thüringen hier her. Mittlerweile endete dieser Zustrom und wir Deutschen ziehen aus gegebenem Anlass von West nach Ost und umgekehrt. Bis zur Schließung der Grenzen von der ehemaligen DDR aus, zu deren eindrückliches Symbol die Errichtung der Mauer in Berlin gehörte, gingen viele Bürgerinnen und Bürger aus der DDR in den „Westen“.

Diese „Ostzonenflüchtlinge“ kamen zunächst in Auffanglager und verteilten sich von dort aus in die ganze Bundesrepublik. Nach der Schließung der innerdeutschen Grenze durch die DDR – Behörden, bildete nur Berlin eine, wenn auch durchaus unsichere und riskante Chance, von Ost nach West (-Berlin) zu kommen. Dieses Wagnis unternahm 1958 auch ich mit Erfolg und bestieg in Westberlin einen Flieger. Die Flugkarte hatten meine damals bereits in Lörrach/Südbaden lebenden Eltern besorgt. Meine Ankunft auf dem Flughafen in Frankfurt a. M. wurde von einem Fotografen festgehalten, der das Bild dann, wie von allen anderen Fluggästen, die das wünschten, an die ihm jeweils hinterlassenen Adressen übermittelte.

Mit Freude wurde ich von meinen Eltern willkommen geheißen, als ich am Abend mit dem Zug in Basel und dann in Lörrach ankam.

 

 

Hilfe von meinen Eltern, wie zum Beispiel Geldleistungen, hatte ich allerdings nicht zu erwarten: mein Vater (56 Jahre alt) war herzkrank und erhielt nur ein spärliches Krankengeld. Er nahm mich zwar zunächst bei sich auf, erlag aber wenige Wochen später einem Herzinfarkt. Meine Mutter wohnte bei einem etwas älteren Lehrer  in Weil, dessen Haushalt sie versah und den sie, nach dem Tod ihres Mannes, dann heiratete. Ilse, meine ein Jahr jüngere Schwester, lebte im Schwesterntrakt des Bürgerspitals in Basel. Als ich im Mai 1958 in Lörrach eintraf, stand ich also gleichsam vor dem Nichts. Ich fand noch, bevor mein Vater starb, Unterkunft in einem Gasthaus im Ortsteil Stetten, teilte dort ein bescheidenes Zimmer mit einem jener italienischen Gastarbeiter, die schon damals nach Deutschland kamen. Jeden Sonntagmorgen rüttelte der dicke Wirt am Metallgestell des Bettes, streckte die offene Hand hin und forderte die Miete für die vergangene Woche.

Arbeit zu finden und Geld zu verdienen, war kein Problem. Noch in der Woche meiner Ankunft ging ich dorthin, wo sich viele der Umsiedler und DDR-Flüchtlinge damals meldeten: an die Pforte der „KBC“, einer großen Stoffdruckerei, die (noch heute) mitten in der Stadt liegt. Ich konnte schon am nächsten Tag dort anfangen. Im Dreischichtbetrieb arbeitete ich fortan zunächst als Hilfsarbeiter in der Stoffdruckerei. Wie dort der Arbeitsplatz aussah, schildert die folgende Zeichnung:

 

 

 

 

Der Drucker beobachtet den Druck, der „Hintermann“ reinigt nebendran ein Werkzeug (das „Rackel, dessen breite Schneide das hinter den Walzen die bedruckten Stoffe von überflüssiger Farbe reinigt). Diese Arbeit gehörte zu meinen Pflichten. Ich wurde aber, wenige Monate später mit der Begründung: „Sie können doch gut rechnen“ als Farbmacher in die Farbküche versetzt. Die Arbeit (die Farben mussten nach vorgegebenen Mengenverhältnissen in den Farbkübeln gemischt werden) dort war zwar nicht schwer aber sehr schmutzig. Auf dem Bild sind ja einige dieser Kübel zu sehen. Außerdem musste in der Farbküche schnell gearbeitet werden Ich bekam allerdings einen etwas höheren Stundenlohn. Mein Traum war in jenen Monaten, es einmal auf 2 (zwei!) Mark Stundenlohn zu schaffen.

Bei KBC würde ich das wohl nicht erreichen. Darum schaute ich nach einer anderen Arbeit aus. 

 

Eine Arbeitspause vor der Textilfabrik „Koechlin und Baumgartner“ in Lörrach in meiner Arbeitskluft als Farbmacher. Damals rauchte ich noch. 1972 gab ich das Rauchen auf.

 

 

 

 

 

 

Ich suchte und fand wenige Straßen weiter bei der Firma Raymond eine Arbeit. Wieder im Dreischichtbetrieb schaffte ich als Automateneinrichter in der „Kunststoff-abteilung“ dieses Unternehmens. Mein Stundenlohn wuchs dort mit der Zeit tatsächlich auf 2,10 DM. Auf dem Foto sitze ich an einer  der „Kunststoffspritz-maschinen“.

Gewohnt habe ich in Lörrach in der Baum-gartner Straße. Dort hatte ich ein kleines Dachstübchen mit einem Wachbecken. Die Toilette war im Hof. Durchs Fenster sah ich den Hebelpark und das Gymnasium direkt gegenüber.

Wie aber könnte ich aus meiner Hilfsarbeiterexistenz herauskommen? Es war mir klar, dass ich selbst etwas dazu tun müsste. Doch worauf sollte ich aufbauen? Ich besann mich darauf, dass ich im Zeichnen stets gut war. Noch ohne konkrete Vorstellungen, was ich daraus machen würde, belegte ich einen Abendkurs an der Gewerbeschule in Basel, der Stadt, die unmittelbar an Lörrach grenzte. Wegen meiner Schichten konnte ich zwar nicht bruchlos in den Kurs: Ich hatte aber viel Freude und zeichnete fortan, wann immer sich Gelegenheit bot. Auch auf dem Hocker an meinem Kunststoffspritz-automaten  nahm ich den Zeichenblock zur Hand. Im Frühjahr 1960 sagte der Mechaniker Werner, der kurz zuvor in unserer Abteilung seine Arbeit aufgenommen hatte, zu mir: „Ich war bei der Firma Wetzel in Grenzach, die suchen Zeichner, frag doch mal dort an! Wetzel fertigt Druckwalzen für die Salubra, eine Tapetendruckerei an.“ Das tat ich dann auch und stellte mich dort vor. Herr Wetzel sen. und sein Sohn Wolfgang, der in meinem Alter war, hätten mich am liebsten gleich eingestellt. Ich traute mir die Arbeit in der „Fotogravurabteilung“ aber noch nicht zu, sondern begann erst einmal „auf Probe“ und in meiner Freizeit dort an zu arbeiten.

 

 

 

In der Zeichnerei, es waren dort nur wenige Menschen tätig, ließ ich mich anlernen. Bis zum März 1965 – also rund fünf Jahre - war ich dort hauptberuflich tätig. Die Aufnahme zeigt mich am Zeichentisch. Ich hatte zwar ein gutes Einkommen und eine Tätigkeit, die mir lag, dennoch suchte ich weiter nach neuen Herausforderungen. Nicht zuletzt mag meine Leidenschaft für das Buch einer der Antriebe gewesen sein, stets immer weiter zu lernen. Geld verdiente ich dann auch weiterhin bei Wetzel. Nur nahm ich mir die Arbeit mit heim, denn ich hatte ein Lehrerstudium an der Pädagogischen Hochschule in Freiburg begonnen, an der ich zuvor, wegen des mir fehlenden Abiturs, eine „Eignungsprüfung“ zu bestehen hatte..

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                              

 

Gewohnt habe ich in jenen Jahren in Grenzach nur wenige Schritte von Wetzels entfernt, in einer kleinen Dachwohnung im Hause des Gärtnermeisters Tritsch. Tritschs hatten mich bereits 1960 freundlich aufgenommen. Sie besaßen einen Schäfer-hund, der mich fortan oft begleitete und gern bei mir schlief. Eigentlich gehörte er der Tochter von Tritschs. Doch die hatte, kaum der Pubertät entwachsen, andere Interessen und auch, wegen ihrer Lehrjahre, kaum Zeit für den Hund. Ein Foto mit mir und dem Hund Baldi bei einem Sonntagsspaziergang in Grenzach ist erhalten geblieben. Bevor ich Grenzach 1968 verließ, und in einem der Nachbardörfer ins „Lehrerhaus“ zog, war ich es, der den schwer erkrankte Hund zum Tierarzt bringen und ihn töten lassen musste. Allein schon wegen dieser Erfahrung, wollte ich keinen eigenen Hund mehr. Wenn ich künftig mit einem Hund umgehen wollte, musste ich zu meiner Mutter nach Weil gehen. Die hatte immer einen Dackel; schon Ende der vierziger Jahre, als sie noch in Saalfeld wohnte.

 

Auch das Lehrerdasein war für mich kein berufliches Endziel. Ich übernahm 1972 die pädagogische Leitung einer Einrichtung der Jugendhilfe (ein „Kinderheim“). Ein Studium der Sozialpädagogik gehörte dazu, das ich nebenberuflich in Freiburg absolvierte. Ebenso nebenberuflich blieb ich an der PH und nahm dort während zweier Jahrzehnte Lehraufträge wahr, gehörte unserem Kreisjugend-Wohlfahrts Ausschuss an und war gelegentlich als Fortbildner für Erzieher und Sozialpädagogen gefragt. Mein Interessen- und Arbeitsschwerpunkt war dem Zusammenwirken bzw. der Kooperation in und zwischen  Erziehungs- und Bildungseinrichtungen – einschließlich der Eltern – gewidmet. In meiner Dissertation untersuchte ich darum auch die Realität der Kooperation zwischen den Heimen der Jugendhilfe und den Schulen.

Meine haupt- und nebenberuflichen Tätigkeiten endeten mit dem Eintritt ins Rentenalter. Seither verfasse ich Schriften zu heimathistorischen und pädagogischen Themen, die in meinen Homepages u. a. a. O. veröffentlicht werden.

Hier noch Aufnahmen aus den verschiedenen Tätigkeitsfeldern:

 

Hier  stehe ich in einem Seminarraum in der PH in Freiburg.

 

 

 

 

 

 

 

Ich leite eine Fortbildungsveranstaltung für Erzieherinnen und Erzieher bei der Diakonie in Düsseldorf.

 

 

 

Dieses Bild zeigt eine Sitzung des Kreisjugendwohlfahrtsausschusses im Landratsamt Waldshut.

 

 

Zum Schluss noch zwei weitere Aufnahmen

mit mir als

Heimerzieher

(1974 - 1997)

 

 

 

 

 

 Dr. Joachim Rumpf

 

 

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