Zu
den anderen bisher eingestellten Aufsätzen noch einige Bemerkungen:
Dass
alle Bemühungen von Bildungspolitikern, Parlamenten oder einer interessierten
Öffentlichkeit einzig und allein innerhalb der Schulstube umgesetzt
werden können, das ist uns allen, die wir ausnahmslos eine Schulzeit erlebt
haben, selbstverständlich. Chancen zur Veränderung oder auch ihre Grenzen
liegen in diesem sozialen Gebilde, das wir als Schulklasse, Arbeitsgemeinschaft
oder Neigungsgruppe kennen gelernt haben.
Die beiden in diesem Feld miteinander
umgehenden Akteure, die Lehrerinnen und Lehrer und die Schülerinnen und Schüler
und deren "background" (zu denen vor allem die Eltern gehören)
bestimmen die jeweiligen Möglichkeiten von Erziehungs- und Bildungsprozessen.
Und alle Reformen realisieren sich- oder sie scheitern - dort.
Folglich
richten sich die Berichte und Anmerkungen in allen Beiträgen dieser Homepage
immer wieder auf diese Personengruppen. Und weil Kinder nicht allein in
die Schule kommen, sondern ihre Familienmilieus gleichsam "mitbringen"
(wie wir das in den Kapiteln über die Kooperation
so erläutert finden), müssen auch die familiären Hintergründe
ausgeleuchtet werden. Ein Beispiel für diese Vorgehensweise ist der Aufsatz
"Mit Erfolg durch die Schule".
In ihm ist zusammengestellt, was in der schulpädagogischen Literatur nur
selten gelesen werden kann: das ungeschminkte Erscheinungsbild von Kindern aus
einer Grundschulklasse in ihrer Rolle als Schülerinnen und Schülern
als Ausdruck familiärer Milieus.
Einschränkend muss hinzugefügt
werden: soweit sie einem Lehrer im Zeitalter des Datenschutzes bekannt sind.
Selbstverständlich
muss dem Zusammenwirken von Schule und
Elternhaus
eine große Aufmerksamkeit gewidmet werden. Sowohl eigene Erfahrungen
(in unserer Rolle als Eltern), als auch Arbeitsergebnisse von
Fortbildungsveranstaltungen für Lehrer und sozialpädagogische
Fachkräfte fließen in diesen Teil mit ein. Dass Eltern eine große
Verantwortung tragen, wenn es um das Schulschicksal ihrer Kinder geht
und aus der sie sich unter keinen Umständen herausstehlen dürfen, ist
in dem Aufsatz über die Elternverantwortung dargestellt.
Der
Erziehung
und Bildung in Familien ist ein gesonderter Teil dieser Homepage gewidmet.
Es ist an den geschilderten Beispielen unschwer nachvollziehbar, dass es diese
Milieus sind, die das Schulschicksal eines Kindes maßgeblich beeinflussen.
Kindergarten und Schule treffen auf derartige Schranken, die sie daran hindern,
ein Kind zu fördern. Da ist es dann kein Wunder, dass es Kinder gibt, die
an der Schule vorbei laufen. Was hier getan werden müsste und in einigen
Projekten auch versucht wird, das ist in dem Aufsatz über die "Integration"
beschrieben. Dieser Aufsatz wurde zwar von der Frage angeregt, wie sich behinderte
Kinder in eine Kindergartengruppe integrieren lassen. Die gegenwärtige Diskussion
in der Öffentlichkeit über die gezielte Förderung von Kindern,
deren Eltern aus anderen Kulturen und Sprachregionen zugewandert und die darum
in der Schule benachteiligt sind, gab meinen Überlegungen zusätzliche
Aktualität.
Schulverweigerern
und den Erfahrungen mit ihnen ist ein weiteres Kapitel gewidmet. Im Familienalltag
spielen die Hausaufgaben eine wichtige Rolle. Welche
Erfahrungen darüber gesammelt wurden und Schlussfolgerungen daraus werden
ebenfalls vorgestellt.
Obwohl es nicht wenige Eltern gibt, die kaum Interesse
an der Schule ihrer Kinder haben, gibt es doch eine Mehrzahl, die gern mit den
Lehrern zusammenwirken würden. Und das nicht nur als "Konsumenten"
oder "Erfüllungsgehilfen", wie sie sich gelegentlich auf Elternabenden
empfinden, sondern als Partner für die Erziehung un Bildung ihrer Kinder.
Auch Lehrer gibt es, die das so wollen und gern mit Eltern zu tun haben, die nicht
von vornherein misstrauisch sind und bereit, an allem herumzumäkeln, sondern
sich aufrichtig für das pädagogische Konzept des Lehrers interessieren.
Ein Aufsatz über die Kooperation zwischen Elternhaus und Schule ist in Vorbereitung.Es
gibt Schulen, sogar auch einzelne Lehrer in allen Schularten, die gehen neue
Wege (vgl. dazu auch die Ausführungen unten) . Auch darüber wird
berichtet. Hierzu eine Anmerkung:
Im
Grunde sind die "neuen" Wege, Bemühungen, Erkenntnisse in die Praxis
umzusetzen, die so alt sind, wie die Schriften über Entwicklung, Erziehung
und Bildung von Kindern. Darüber ist einmal in den Aufsätzen über
die Grundbedürfnisse
Einiges enthalten. Alle, im Zusammenhang mit der Erziehung und Bildung in
den Familien, Kindergärten, Schulen und Jugendhilfeeinrichtungen stehen auf
dem Fundament dieser Erkenntnisse und müssen auf sie bezogen werden. Besonders
deutlich wird dies im Zusammenhang mit der Rezeption neurobiologischer
Forschungsergebnisse, wenn von dieser Disziplin heute nachgewiesen werden
kann, dass die Beachtung kindlicher Bedürfnisse, wie Freude am Lernen mit
anderen korrespondieren, wie z. B. Anerkennung, Erfolgserlebnisse oder Zuverlässigkeit
und Geborgenheit.
Insofern sind alle Reformen Bemühungen, eine den Grundbedürfnissen
von Kindern entsprechende soziale und dingliche Umwelt in den pädagogischen
Alltag zu integrieren.
Es
waren - neben lässlichen Sünden von Einzelnen (wie der Hang zu Bequemlichkeit,
die Furcht vor Veränderungen, die Unfähigkeit zu sozialem Verhalten,
fehlende persönliche Reife u. a. m.) - stets politische, ökonomische,
verwaltungstechnische oder juristische Einflüsse auf die pädagogische
Praxis, die eine "Erziehung vom Kinde aus" behinderten und innerhalb
der Institution "Schule" auf die Grundbedürfnisse
von Kindern kaum geachtet wurde, wenn sie auch allen Pädagoginnen und
Pädagogen von ihren Ausbildungsgängen her wohl vertraut sein müssten.
Neu
eingestellt wurde ein älterer Aufsatz von mir, der sich als noch immer aktuell
erweist. Es geht darin um die Entwicklung der Beziehungen zwischen Jugendhilfe
und Schule und einige ihrer gegenwärtigen Herausforderungen.
Anlässlich
einer Begegnung im Juni 2007 mit ehemaligen Klassenkameraden des Abiturjahrgangs
1950 habe ich auch die eigenen Schulerfahrungen
zusammen gestellt. Für mich, so eine Bilanz, war Schule nur Nebensache...
In
die Abteilung "Erinnerungen" gehört auch mein Beitrag über meine
Tätigkeit als der mit siebzehn Jahre vermutlich damals (1949) jüngste
hauptamtliche Pionierleiter in der DDR.
Die Pionierorganisation war eine an den Grund- und Hauptschulen
angesiedelte außerschulische Betreuungseinrichtung der
DDR-Jugendorganisation FDJ gemeinsam mit den Bildungsministerien.
Unsere erste Vorsitzende war Margot Feist, die später Erich Honecker
heiratete, der nach dem Krieg der Vorsitzende der FDJ war. Mit der
Pionierleitertätigkeit war in jenen Anfangsjahren noch keine
Mitgliedschaft in der SED verbunden. Wieweit das später der Fall war,
kann ich nicht sagen. Meine Tätigkeit endete nach 18 Monaten nach dem
Besuch einer Schule für hauptamtliche Pionierleiter mit einem
"Produktionsauftrag". Später - noch in den fünfziger Jahren - verließ
ich die DDR.
Wenn ich aus meinen Erinnerungen
als Pionierleiter in der ehemaligen DDR hier berichte, dann befinde ich
mich, was die Zuordnung dieses Aufsatzen betrifft, in einem Dilemma:
Einerseits sind mit dieser Tätigkeit ganz eindeutig sozialpädagogische
Inhalte und Methoden verbunden und es ist zugleich an Funktionen und
Aufgaben der Jugendhilfe zu denken. Andererseits aber - und darin lag
in der DDR das Zentrum dieses Aufgabenfeldes - war die
Pionierorganisation in den Schulen angesiedelt. Gearbeitet wurde mit
Schulkindern im Altern von sechs (Schuleintritt) bis vierzehn Jahren
(Ende der Grund- und Hauptschulzeit) und auschließlich in den Schulen
selbst und später in den ihnen zugehörigen Pionierhäusern. Weil es sich
bei meiner Tätigkeit, die ich hauptberuflich nur vom Sommer 1949 bis
zum Ende des Jahres 1950 ausübte, um eine handelte, die in der Schule
stattfand, ich dort auch mein Arbeitszimmer hatte und als Mitglied des
Lehrerkollegiums betrachtet wurde, stelle ich diesen Aufsatz in die
schulpädagogische Abteilung dieser Homepage ein. Praktisch war ich
damals beides: Organisator der Freizeitbetreuung von jenen Kindern,
die meine Angebote wahrnehmen wollten und (Aushilfs-) Lehrer.