Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: Beschreibung: D:\Homepages\paed\logokoop.jpg

Schriften zur Erziehung und Bildung im WWW
von Dr. Joachim Rumpf

 

 



Kind und Computer

 

 

1       Computer in Familie, Kindertagesstätte und Schule

 

Wenn danach gefragt wird, wann bzw. in welchem Alter Kindern Computer in der Familie ohne Beschädigung der kindlichen Entwicklung zur Verfügung gestellt werden könnte, so ist es nicht leicht, darauf eine verbindliche Antwort zu geben. Bekanntlich gibt es inzwischen schon Programme, die sich an Dreijährige wenden. Es ist bisher keine Studie bekannt, die über die Auswirkungen eines derartig frühen Computereinsatzes oder über die Eignung entsprechender Programme Auskunft gibt. Generell kann aber auch hier gelten, was bereits ober im Zusammenhang mit Fernsehen und Video gesagt wurde: Die aktive Aneignung der Welt in Spiel und zahlreichen Alltagsvollzügen - ein Kind hilft der Mutter oder dem Vater z.B. - steht - auch von seinen zeitlichen Anteilen - im Vordergrund kindlichen Interesses. Dies haben Eltern in erster Linie zu fördern. Das Argument, man kann nicht früh genug damit anfangen, Kinder an diese Technik heranzuführen, damit sie später (wann?) keine Probleme damit haben, ist als Begründung unzureichend. Außerdem wissen wir, dass die Hardwaresysteme sich genauso schnell verändern wie Anwenderprogramme. Was wir heute können, kann morgen überholt sein. Die meisten unserer Computerexperten sind ohne Computer herangewachsen. Auf einem Elternabend berichtete ein Vater, dass sein Sohn den Computer seines Vaters nur einschaltete, um ein Flugzeug von einem Flugplatz zum anderen zu steuern. Andere Interessen hatte er nicht. Erst mit 23 Jahren entdeckte er die Möglichkeiten dieses Mediums. Fünf Jahre später war er verantwortlicher Mitarbeiter in der Informatikabteilung eines Betriebes. Im Übrigen ist zu bedenken, dass Heranwachsende heute in der Schule eine informationstechnische Grundbildung erhalten und dort an die Arbeit mit Computerprogrammen herangeführt werden.

Manfred Spitzer, der Ulmer Gehirnforscher, dessen Buch "Lernen" (Heidelberg/Berlin 2002) einst am Anfang der öffentlichen Auseinandersetzung über Zusammenhänge von der Nutzung elektronischer Medien und Lernprozessen im Gehirn stand, hat erst kürzlich in einem Buch mit dem provozierenden Titel "Digitale Demenz. Wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen" (München 2012) auf wahrscheinliche Auswirkungen extensiven Gebrauchs dieser Medien hingewiesen

Halten wir uns vor Augen: Es sind nicht die Erfahrungen im Umgang mit Computern, die maßgeblich den Berufserfolg eines Menschen bestimmen, sondern jene Persönlichkeitseigenschaften, die am Anfang genannt wurden. Auch beim Einsatz von Computern in einem Kindergarten oder in der Grundschule müssen Erzieherinnen und Erzieher, Eltern und Lehrerinnen und Lehrer sehr sorgsam prüfen, was die Arbeit mit ihm bewirken soll und was sie tatsächlich bewirkt. Auf dem Bundesgrundschulkongress 1999 wurde zwar eine „vielseitige Nutzung der modernen Medien“ im Unterricht gefordert, zugleich aber darauf verwiesen, dass Sinn und Zweck von PC und Programmen verantwortlich geprüft werden müssten (aus: Grundschulverband aktuell, Heft Nr. 68 Nov. 99, S. 10 und 17). Dass Computerexperten davor warnen, Computer in der Schule zu verwenden, soll nicht verschwiegen und vor dem Hintergrund der hier genannten Prioritäten in der Erziehung und Bildung, ernst genommen werden., 

Der Computer hat in Familien mit Kindern eine derartige Verbreitung gefunden, dass diejenigen, die noch keinen besitzen, Ausnahmen sind. Gelegentlich müssen Eltern einen Computer anschaffen, weil es zum Beispiel Lehrer in weiterführenden Schulen gibt (besonders in den Gymnasien), die bereits heute Hausaufgaben aufgeben, die nur dann erfolgreich bearbeitet werden können, wenn die Schülerinnen und Schüler Zugang zu einem Computer unter anderem mit Internetanschluss haben. Es sind bereits in allen weiterführenden Schulen selbstverständlich Computer vorhanden. Es gibt hier und da „Computer-Räume“, in denen Schülerinnen und Schüler Aufgaben bearbeiten bzw. den Umgang mit diesem Werkzeug üben können. Vor allem in den Sonderschulen setzen kundige Lehrerinnen und Lehrer den Computer im Unterricht ein. An der Rudolf-Graber-Schule in Bad Säckingen zum Beispiel, stand den Schülerinnen und Schülern bereits Ende der achtziger Jahre ein Gerät in wenigstens einer Klasse zur Verfügung. Damals gab es noch gar keine Lernprogramme. Der Klassenlehrer musste stattdessen alle Programme selbst entwickeln. Bereits in jenen Jahren bewährte sich der Computereinsatz in der Förderschule, da die Mädchen und Jungen hochmotiviert waren und der Lerneffekt entsprechend groß. Gerade im Zusammenhang mit schulischem Lernen, sei es in der Schule selbst oder bei der Bearbeitung von Hausaufgaben kann ein Computer, ausgestattet mit geeigneten Programmen, die Lernprozesse fördern.

 Gilt dies nun auch für den Kindergarten und für die Grundschule? Denn inzwischen wird auch im Kindergarten bei  drei- bis sechsjährigen Kindern der Computer ausprobiert. Es ist zur Verwendung von Bildschirmmedien einschließlich Computerprogrammen noch einmal ausdrücklich festzuhalten:

Kinder sind aktive Erkunder. Sie brauchen Bewegung und Gelegenheit alle ihre Sinne und Körperfunktionen zu üben. Dass weder die aktivierten Funktionen noch das Ergebnis eines mit Hilfe der Maus oder eines Joysticks gestalteten und ausgedruckten Baumes einerseits oder mit Pinsel und Farbkasten auf Papier gebrachten Baums andererseits vergleichbar sind, ist leicht einsehbar. Die spielerischen Möglichkeiten von Computerprogrammen werden von Kindern gern genutzt. Doch gilt auch hier wieder: erst wenn ein Kind mit Malstift und Pinsel umgehen kann, dann können ergänzend die gestalterischen Möglichkeiten entsprechender Programme genutzt werden.

Für sozialpädagogische Fachkräfte in den Kindertagesstätten und die Lehrerinnen und Lehrer in den Schulen empfiehlt es sich vor der Anschaffung von Computern

 

-    Konzeptionelle Übereinstimmung mit Eltern und Trägern anzustreben und kritisch nachzuschauen, welche  Förderungspotenziale sich in jenen Projekten nachweisen  ließen, über die  in der Fachliteratur berichtet wird.

-    Darüber hinaus ist ganz selbstverständlich aber sehr genau zu prüfen, was die Kinder in einer Gruppe oder Klasse zu ihrem Gedeihen wirklich brauchen. Möglicher Weise müssen sie erst einmal lernen, sich zu bewegen, zu sprechen, zu singen oder in sehr praktischer Weise kreativ zu sein, also reichlich Gelegenheit erhalten müssen, die Welt aktiv zu erkunden.

 Erst auf der Grundlage einer derart kritisch-prüfenden und beobachtenden Haltung, die jeder Einzelne von uns zu beherzigen hat, können wir uns nun dem Zweck und den Vorzügen von Computern in Erziehung und Bildung zuwenden und ihm eine angemessene Stelle einräumen.

 

 

2       Was über die Auswirkungen von Computerprogrammen in Familie, Kindertagesstätte und Schule bekannt ist

 

Wie immer, wenn sich in der Kulturgeschichte der Menschheit, neue Medien herausbildeten, gab es nicht wenige maßgebliche Kreise in Kultur und Politik, die Gefahren heraufbeschworen und sogar das Ende der Kultur voraussahen. Über die erwarteten Gefährdungen schrieb J. Weizenbaum zum Beispiel, dass die größte Gefahr für den Menschen darin bestehe, sich selbst als Maschine zu verstehen oder gar den Computer personifizieren und zu ihm eine emotionale Beziehung herstellen. Unversehens schleichen sich auch in der Umgangssprache Begriffe aus der Computerwelt ein, wie "abspeichern" oder "falsch oder richtig programmiert sein".

Nun, bei Kindern, so bisher die Ergebnisse der Medienwirkungsforschung, sind die von Weizenbaum befürchteten Folgen ausgeblieben. Kinder ab der Grundschuleingangsstufe benutzen den Computer als Werkzeug, also ein Ding, mit dem sie viel machen können. Man kann damit schreiben, malen, gestalten, rechnen oder spielen. Ein Computer ist also für Kinder ein interaktives Spielzeug, vor dessen Bildschirm man nicht nur mehr oder weniger passiv schauend sitzt. Unbefangen gehen sie an die Geräte heran und finden sich, sich selbst überlassen, bald zurecht. Natürlich schauen wir Erwachsenen ihnen mit Interesse und Verantwortung über die Schulter. Ein von Eltern, Erzieherinnen und Erziehern oder Lehrerinnen und Lehrern begleiteter Einsatz dieses Mediums verringert zum Beispiel Gefahren, die im Umgang mit Computern für die Persönlichkeitsentwicklung bisher vermutet wurden. Stattdessen können unsere Kinder erfahren, dass Computer auch sinnvolle Betätigungen anbieten. Hierbei ist vor allem an den Einsatz von Lernprogrammen oder solche Spielprogramme zu denken, die sowohl unterhaltsam als auch lehrreich sind.

Besteht die Gefahr dass der Umgang mit dem Computer bei den Kindern eine Scheinwelt erzeugt? Weder die Antworten auf die Frage, wie Kinder den Computer erleben, noch die mit Hilfe des Computers angefertigten Arbeiten vermochten die Annahme zu stützen, dass die an einem Düsseldorfer Projekt beteiligten Hortkinder in Gefahr waren, die "vom Computer erzeugte Scheinwelt" mit der Realität zu verwechseln. Mitzudenken ist bei diesem Ergebnis, dass ErzieherInnen das Spiel am Computer begleiteten bzw. im Auge hatten.

 

3       Entwicklungsfördernde Auswirkungen beim Umgang mit Computern



 Wenn der Umgang mit Computern unter bestimmten Bedingungen Kinder in ihrer Entwicklung zu fördern vermag, so sollten wir hier etwas genauer hinschauen. In den folgenden Abschnitten wird Auskunft darüber gegeben, auf welche Dimensionen der seelisch-geistigen Entwicklung sich dieser Umgang auswirken kann.

 

Die kognitive Dimension.

Sie ist relativ einfach zu fassen, wenn wir an Schulschwierigkeiten unserer Kinder denken. Da kann es zum Beispiel um die Förderung der Rechenfertigkeit gehen. Das Erlernen neuer Sachverhalte steht jedoch nicht im Vordergrund. Hauptfunktion von Computerprogrammen ist die Übung. Mit Hilfe eines Computerprogramms kann man zum Beispiel nicht Deutsch "lernen". Stattdessen können sehr gut Teile der Sprachstruktur geübt werden. Im Grunde wissen unsere Schüler schon worum es geht; die grammatikalischen Elemente eines Satzes haben sie zum Beispiel in der Schule kennengelernt. Nun geht es darum, Routine und Sicherheit zu erwerben. Entsprechende Programme, wie Z. B. Sprachspiele, ermöglichen das zum Beispiel mit Hilfe von Lückentexten oder Bestimmungsübungen. Es sprechen die vorgetragenen Untersuchungsergebnisse aus dem Bereich von Schule und Sozialpädagogik dafür, dass didaktisch sorgfältig entwickelte Programme für Schüler mit Lernproblemen sehr nützlich sein können. Wir kommen gleich noch einmal im Zusammenhang mit der Programmauswahl darauf zurück.

Kinder mit Schwierigkeiten in kognitiven und kommunikativ-sozialen Bereichen können in ganz besonderer Weise Nutzen für ihre Entwicklung aus der Arbeit mit geeigneten Computerprogrammen ziehen. Dieser Aussage liegen bereits Forschungsergebnisse zugrunde. Es sind vor allem seit Mitte der achtziger Jahre wissenschaftlich begleitete Projekte an Schulen für lernbehinderte Kinder, die die Zweckmäßigkeit des Computereinsatzes in schulischen Lernprozessen überprüften und geeignete Lernprogramme entwickelten.

 

Die motivationale Dimension.

Hier ist es zunächst schon schwieriger zu verstehen, dass die Arbeit mit Computerprogrammen das Interesse am Lernen beziehungsweise an geistiger Arbeit zu fördern vermag. Tatsächlich aber sind entsprechende Computerprogramme nicht selten sehr gut geeignet, misserfolgsmotivierte Kinder zum Lernen zu bewegen. Warum das so ist, verrät uns ein Beispiel: Denken wir nur daran, dass ein Computerprogramm gleichsam "gefühlsneutral" einen Fehler rückmeldet. Bei Erwachsenen schwingt dagegen im Regelfalle eine versteckte und beziehungsabhängige Aussage mit: "Du bist einfach zu dumm/zu faul/zu träge" oder: "Du willst mich ärgern". "das hast Du ja schon  wieder falsch gemacht." "Nun nimm Dich aber mal zusammen!" „Das lernst Du ja nie, wenn Du so weitermachst!" „Stell Dich nicht so dumm an!" Oder, wie erst jüngst in der zehnten Klasse eines Gymnasiums geschehen: „Ihr solltet besser einen praktischen Beruf lernen..." Unsere Kinder schalten dann gern auf stur. Ein Computerprogramm hat diese Nachteile nicht. Ein Kind ist erfahrungsgemäß darum bereit, die Aussage des Programms "das hast Du falsch gemacht" zu akzeptieren. Selbst wenn das Kind vor dem Gerät schimpft: dem Computer macht das nichts aus; das Programm reagiert immer gleich. Kinder nehmen Fehlermeldungen von Computern bedeutend gelassener entgegen, als entsprechende Hinweise durch Erzieher. Der Computer enthält sich jedes wertenden oder diskriminierenden Untertons: Bei Bedienungsfehlern reagiert er mit einem Piepston; bei Arbeitsfehlern - je nach Programm - mit aufmunternden Sprüchen und der Aufforderung, es noch einmal zu versuchen. Auf der Beziehungsebene läuft da gar nichts ab.

Zur Förderung der Lernbereitschaft kann natürlich der Programmaufbau selbst beitragen. Wenn z.B. die Lernschritte so eingearbeitet worden sind, dass einem Kind mehr Erfolg als Misserfolg zurückgemeldet wird, dann ist es nachher stolz darüber, dass es so erfolgreich war. Unverzichtbar bleibt aber, dass wir Erwachsenen das anerkennen und entsprechend reagieren!

 

Die Dimension soziales Verhalten

Längst hat es sich herausgestellt, dass der Computer, ganz im Gegensatz zu früheren Annahmen, nicht dazu verführt, ein "Einzelkämpfer" zu werden. Das Gegenteil ist der Fall. Immer wieder registrierten zum Beispiel Erzieherinnen und LehrerInnen, dass Kinder, die üblicherweise kaum zu aufeinander abgestimmten gemeinsamen Handlungen fähig zu sein schienen, vor dem Computer erstaunliche, bis dahin nicht vermutete soziale Verhaltensweisen zeigten. Bezogen auf die Altersgruppe der Sieben- bis Elfjährigen haben die Praxis und die sie begleitenden Erhebungen darüber hinaus nachweisen können, dass Kinder soziale Arbeitsformen auch im Umgang mit dem Computer bevorzugen. Die prinzipielle Orientierung auf andere Kinder und auf den Erwachsenen hin, hat für die Kinder dieser Altersstufe Priorität. Sie wünschen sich besonders die Begleitung durch ihre Erzieherinnen und verraten uns damit zugleich, dass für die Kinder ein Computer die pädagogische Assistenz nicht ersetzen kann.

Gerade bei Programmen, die die gleichzeitige Arbeit von wenigstens zwei Kindern vorsehen, können soziale Tugenden, wie zweckorientierte Zusammenarbeit, Warten können, Rücksichtnahme, Verständnis und Hilfsbereitschaft gefördert werden. Nach den bisher vorliegenden Forschungsergebnissen bewährt sich der Computer besonders, wenn ein Kind, das bereits mit Hard- und Software umgehen kann, einem anderen hilft, das zu lernen. Es ist also für die Förderung von sozialen Verhaltensweisen von Bedeutung, darauf zu achten, dass Erwachsene nur bei den ersten Kindern, die an den Computer heran geführt werden, die Anleitenden sind: Den "Computerführerschein" können späterhin andere Kinder mit Unterstützung derer erwerben, die ihnen hier schon einige Schritte voraus sind.

Auch bei Schulversuchen hat es sich gezeigt, dass Schülerinnen und Schüler lieber mit anderen Kindern gemeinsam ein Programm bearbeiten, als allein vor einem Gerät zu sitzen. Sie beratschlagen, was sie antworten sollen und erleben auf diese Weise eine ganz neue Art zu Lernen, bei der partnerschaftlich das Neue erschlossen wird. Fehlermeldungen gehen stets beide an - wie sich beide am Erfolg freuen können.

 

Die Dimension Selbstwertgefühl

Auffälligkeiten - vor allem im Bereich des Umgangs mit anderen Kindern und Erwachsenen - haben nicht zuletzt ihre Ursachen darin, dass sich die betreffenden Kinder stets abgelehnt/benachteiligt fühlen. Sie konnten keinen Funken Selbstachtung entwickeln, wenn sie von ihren Eltern abgelehnt wurden. In nicht wenigen Fällen tun die Erwachsenen das Ihrige noch dazu, wenn sie den Kindern zu verstehen geben, dass sie nichts wert sind. Sowohl entsprechende Bemerkungen als auch Mienenspiel und Gestik können verletzen.

Die Erfahrung, als Persönlichkeit mehr oder weniger Wert zu sein wird aber nicht nur im Umgang mit anderen gemacht. Erfolge und Misserfolge bei Bemühungen um eigene Leistungen, beeinflussen das Selbstwertgefühl ebenso nachhaltig. Der Computer kann sich dabei als hilfreich erweisen. Da bietet sich einmal die Erfahrung an: ich kann mit dem Ding umgehen; ich kann es steuern, ich kann damit etwas hervorbringen. Das ist für ein Kind ein Erfolg! Es kann stolz darauf sein und in Anlehnung an Erich Fromm lässt sich sagen: das Kind erfährt sich selbst als positiv, weil es etwas bewirkt.

Es wirkten sich aber weiter die mit Hilfe des Computers erzielten Lern- und Arbeitserfolge positiv auf die Herausbildung von Selbstvertrauen aus. Gerade hierfür geeignete Spiele und Lernprogramme ermöglichen positive Selbsterfahrungen und stärken auf diese Weise das Zutrauen zu sich selbst. Damit kommt die Bedeutung der Programmauswahl ins Blickfeld und die anderen Bedingungen, die gegeben sein müssen, wenn die Arbeit mit dem Computer Kindern helfen soll.



 

4       Über die Gefährdungen durch Computerspiele



Drohen von Computerspielen Gefährdungen für unsere Kinder? Diese Frage stellen sich alle verantwortungsbewussten Eltern zurzeit immer wieder. Die Meldungen über Kinder, die Mitschüler und Lehrer in Schulen in den USA und in Europa bedrohen oder sogar töten, beunruhigen in dieser Zeit uns alle. Und immer wieder wird in Zeitungen, Illustrierten oder in Fernsehsendungen auf den Zusammenhang zwischen der Zunahme gewalttätigen Verhaltens Minderjähriger und den entsprechenden Trainingsmöglichkeiten in bestimmten Computerspielen und in Spielhallen verwiesen. Die aggressionsverstärkende Wirkung Gewalt verherrlichender PC-Spiele ist hinlänglich untersucht und belegt. Die Hemmschwelle wird unmittelbar nach der Nutzung derartiger Spiele deutlich herabgesetzt. Bei häufiger Nutzung neigen die Kinder eher zu Aggression und Gewalt  „Das kann dazu führen, dass aus einer harmlosen Rangelei unter Kinder und Jugendlichen eine schwere Prügelei wird“ sagt die Psychologin Rita Steckel von der Ruhr-Universität Bochum (Bad. Zeitg. am 18.11.2001).

Wenn aber allein diese Zusammenhänge als ein Ursache-Wirkungs-Mechanismus dargestellt werden, dann trifft das nicht den Kern der Ursachen. Wie oben im Zusammenhang mit dem Fernseh- und Videokonsum bereits berichtet, beschäftigen sich seit vielen Jahren Medienforscher, Psychologen und Pädagogen mit diesen Problemen. Für den Umgang mit dem Computer und dem Einsatz von Spielprogrammen gilt das gleiche, was zur Fernseh- und Videonutzung bereits gesagt wurde und soll hier, mit einem Zitat von Jürgen Fritz  noch einmal bekräftigt werden: „Nicht auf das Spiel, auf die Spieler kommt es an“

Natürlich darf aus dieser Kurzformel nicht geschlossen werden, dass es bestimmte charakterliche Eigenschaften allein sind, die den einen brutale und den anderen sanfte Spiele bevorzugen lässt. Mit einer so einfachen Erklärung würden wir die Verantwortung leugnen, die das soziale Umfeld, wie die Familie oder eine Gesellschaft hat, die ein entsprechendes Angebot überhaupt zulässt. Gerade der Bezug auf „die Gesellschaft“ deutet mit dem Finger auf eine Spieleindustrie und deren Lobbyisten, die sich darüber freuen, dass im ersten Halbjahr 2012 zum Beispiel die Anzahl der verkauften Spiele um sechs Prozent auf 35 Millionen Einheiten gestiegen ist. Allein diese Umsatzsteigerungen unterstreichen noch einmal  die Gefahren, die der geistig-seelischen Entwicklung der Nutzer drohen. Hierüber haben unter anderem Manfred Spitzer und Hartmut Rosa geforscht, wie bereits an anderer Stelle erwähnt wurde (Vgl. die „Einführung“ und die Seiten über die „Grundbedürfnisse“!). Gerade dann ist die Suchtgefahr nicht zu unterschätzen, wenn entsprechende Rahmenbedingungen eine exzessive Verwendung elektronischen Spielzeugs begünstigen. In Stichworten sollen die sich nachweislich schädlich auswirkenden und im Zusammenhang mit dem Fernsehen bereits benannten Einflussfaktoren noch einmal bekräftigt werden:

·     das Familienklima: in einer Familie, in der Gewalt gelebt wird, verstärken gewalttätige Computerspiele die Bereitschaft, selbst gewalttätig zu sein. Vorbilder in der Familie und / oder die Überzeugung, dort nicht geliebt (nicht wichtig) zu sein sind nicht selten die Ursache für eine ungünstige Persönlichkeitsentwicklung zu der - als ein Beispiel - die Flucht in die Gewalt (z.B. gewaltverherrlichenden Filme und Spiele) gehört.

·     die Frustrationserlebnisse: je häufiger Frustrationserlebnisse (z.B. Versagen in der Schule, Außenseiterpositionen in der sozialen Gruppe) auftreten und nicht kompensiert werden können (z.B. durch Aussprachemöglichkeiten, Erfolge auf anderen sozial anerkannten Gebieten wie dem Sport u. ä.) um so mehr wachsen Aggressionen und die Bereitschaft, gewalttätiger Aktivitäten. Entsprechende Spiele wirken sich auch hier verstärkend aus.

·     die Lebensperspektive: wenn ein junger Mensch seine Existenz als sinnlos erlebt und (bzw. weil er) keine positive Zukunft für sich sieht, weil er z.B. Berufsziele oder andere Wünsche und Träume als für sich selbst überhaupt nicht realisierbar empfindet.

 Es lässt sich gut nachvollziehen, dass Heranwachsende Video- und Computerspiele auch darum nutzen, um die Flucht aus einer Angst auslösenden Umwelt anzutreten. Ein nicht zu unterschätzender Reiz geht auch von der Tatsache aus, dass sie mit Hilfe ihrer Computerwelt Kommunikationsbarrieren gegenüber ihren Eltern errichten können, die umso höher sind, je weniger sich Mutter oder Vater mit Computern und dem „Computer-speak“ auskennen. Diese Welt schafft ihnen einen persönlichen Freiraum, der sie abgrenzt von der Welt der Erwachsenen. Während der oft stundenlangen Spiele, kann man seinen ganzen Frust über das unfriedliche Elternhaus und über andere ungünstige Lebensbedingungen austoben. Leider hat dieses Austoben keine befreienden Auswirkungen sondern verstärkt nur noch die Unzufriedenheit und den Verdruss. Ein Achtzehnjähriger schreibt über seine Erfahrungen mit Computerspielen,

dass es viele gibt, bei denen er sich „köstlich amüsierte“. Es gibt aber auch Spiele, „da sitzt man wirklich ohne Ende vor der Glotze, da man mindestens 60 Stunden braucht, damit man ans Ende kommt. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen: es gibt nichts Besseres, als wenn nach einem Wochenende - man hat seit Tagen nicht mehr richtig gegessen und getrunken – die Bitte kommt, die letzte CD einzulegen...“ (Mark Kästner: Moorhühner jagen, Feinde auffressen. In: Bad. Z. v. 12.07.2000, S. 29)

Es ist zu verstehen, dass dieser Zwang, sich vor den Computer zu fesseln und selbst elementare Bedürfnisse zu vernachlässigen, Erschöpfungszustände zur Folge hat, die sich nachteilig auf Schule und Berufsausbildung auswirken. Nicht selten wachsen Aggression und Gewaltbereitschaft und werden mit hinaus genommen in die Schule oder auf die Straße. Noch einmal ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass allein schon das Angebot bzw. der Zugang zu Kriegs-, Tötungs- oder pornografische Video- und Computerspiele aus ethischer und pädagogischer Sicht als unverantwortlich zu betrachten ist. In unserer Gesellschaft besteht ein erhebliches Spannungsfeld zwischen der Freiheit auf der einen und der Verantwortung auf der anderen Seite. Bundes- und Landesbehörden bemühen sich gemeinsam mit Medienkonzernen in entsprechenden Arbeitsgruppen und Kontrollorganen darum, das jugendgefährdende Spiel- und Filmangebot zu beeinflussen. Doch angesichts der Möglichkeiten, die inzwischen das Internet bietet, sind diese Bemühungen fragmentarisch. Damit bleibt die Verantwortung bei den Familien. Dort aber helfen im Familienalltag Verbote kaum. Die betreffenden Heranwachsenden brauchen Alternativen, die ihnen jene Abenteuer, soziale Anerkennung und Erfolge ermöglichen, die sie in ihrem Alltag vermissen. Sie brauchen aber auch Lebensbereiche, innerhalb derer sie lernen können, den Computer und seine Möglichkeiten zum Vorteil ihrer Entwicklung zu nutzen. Unter diesem Gesichtspunkt sind Computer in Schule und Familie zweckmäßig.

 Hier haben wir es mit einer neuen Dimension unseres Lebens zu tun, die mehr ist, als die Nutzung von Computerprogrammen. Allein an der für 2000 geltenden Tatsache, dass 2,3 Millionen Kinder und Jugendliche unter 12 Jahren im Internet waren und damit doppelt so viel wie im Jahr zuvor, wird die Bedeutung der Internetnutzung unterstrichen. Über die Internetnutzung im Zusammenhang mit Erziehung und Bildung ist bisher noch wenig geschrieben und kaum geforscht worden. Die Forschungen des Instituts IconKids & Youth in München, von dem die hier genannten Zahlen stammen (vgl. Bad. Ztg. V. 16.01.2001), arbeitet als Marktforschungsunternehmen in erster Linie für Anbieter im Internet und nicht für die Nutzer und schon gar nicht für die Familienerziehung – es sei denn von dort käme das Geld. Ende 2000 hatten 37 Prozent aller Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren Gelegenheit, das Internet zu nutzen. Es nutzen fast ebenso viele Mädchen wie Buben das Internet. Internet ist Topthema auf den Schulhöfen. Am beliebtesten sind Webseiten von bekannten Kindermarken und Kinderkanälen. Zwei Drittel der Kinder gehen einmal die Woche ans Netz. Im Durchschnitt sind sie eine Stunde online (ca. 1,9 Pfg/Min. mal 60 = 1,14 DM/Std.).

Sich mit der Internet-Nutzung – bezogen allein auf den Freizeitbereich oder auf den Schulunterricht – auseinanderzusetzen, dazu braucht jeder von uns viel Informationen aus den entsprechenden Forschungsbereichen und sehr viel persönliche Erfahrung. Soweit aber sind wir noch längst nicht alle und für viele von uns ist das Internet noch fremd.

Bezogen auf unsere Kinder und Jugendlichen hier einige Stichworte, die zugleich darauf deuten, womit wir uns gegenwärtig vertraut machen sollten:

„Kindersuchmaschinen, z. B. „blindekuh“, „Kinderseiten von Fernsehsendern“, z.B. „kindernetz“ vom SWF, „Chatten“, z.B. „kindersache“ von der Infostelle Kinderpolitik, Berlin, Kinderseiten und Kommerz, z..B. „coole-schule“ von Kraft Jacobs Suchard.

 Unsere schulpflichtigen Kinder haben längst die Möglichkeiten des Internet entdeckt und holen sich dort Hilfe für ihre Chemieaufgaben, ihre Geschichtsarbeit, den Aufsatz oder zur Lösung mathematischer Aufgaben. Kostenlos und kompetent, interessant und informativ sind die entsprechenden Internetseiten. Die verschiedenen Hausaufgabendienste und andere Anbieter lassen keine Fragen unbeantwortet und keine Wünsche offen. Insofern hinken wir Eltern gewaltig hinter her, wenn wir uns noch nicht mit dem Angebot vertraut gemacht haben. Uns Erwachsenen bleibt nur noch wenig Zeit, wenn wir unseren Kindern zur Seite stehen und die Internetnutzung verantwortungsvoll begleiten wollen. Für uns sind Voraussetzung und Ziel allen Umgangs mit Computerprogrammen und dem Internet das, was in der medienpädagogischen Literatur als „Kompetenz“ bezeichnet wird. Bezogen auf das Internet als Informations- und Kommunikationsmedium heißt das für ihre Nutzer:

1.      Sie erwerben bzw. besitzen die Fähigkeiten das Internet als Werkzeug zu erkennen, es selbst gestalterisch zu nutzen, als ein Instrument zur Optimierung ihrer Informationsbedürfnisse und interaktiven bzw. kommunikativen Möglichkeiten – sowohl als Einzelperson, als auch als Gruppe zu verwenden und ständig zu erweitern.

2.      Sie erwerben bzw. besitzen die Fähigkeiten, Informationen zu sichten und zu bewerten, z. B. unter den Kriterien der individuellen Zwecke und gezielt auszuwählen.

3.      Sie erwerben bzw. besitzen die Fähigkeiten, die Möglichkeiten des Internet entsprechend kritisch wahrzunehmen und, wenn sie ihre Zwecke erreicht haben, das Internet zu verlassen. Dieser Hinweis ist darum ernst zu nehmen, weil im Zusammenhang mit der Internetnutzung Suchtgefährdungen, seelische Erkrankungen bzw. Verstärkung seelischer Störungen und erhebliche finanzielle Belastungen beobachtet wurden.

 Wir sollten also die Kinder, die in unseren Familien heranwachsen und die wir in Schulen und Tagesstätten betreuen, lehren, die Möglichkeiten des Internet zu beherrschen und zu nutzen, ohne umgekehrt vom Internet beherrscht zu werden und in die Rolle von „Medien-Analphabeten“ oder „chronischer Konsumer“ abzugleiten.

Im Grunde gelten diese Beschreibungen eines kompetenten Mediennutzers für den Umgang mit allen Medien also nicht nur für die elektronischen Medien sondern auch für Druckerzeugnisse. Um Medienkompetenz zu erwerben, braucht es Voraussetzungen. Wir können, um sie zu benennen, auf die Prinzipien zurückschauen, die für den Umgang mit Bildschirmmedien generell gelten und die oben bereits genannt wurden. Greifen wir ein entsprechendes Stichwort auf und übertragen sie auf den Umgang mit dem Internet:

       Stichwort: Vorbild:. Für Eltern heißt das, sich zuerst selbst kundig machen und auskennen oder ihr Kind mit einer medienkompetenten Persönlichkeit ihres Vertrauens zusammenarbeiten zu lassen. Eine Berliner Studie zeigte, dass es am häufigsten der Vater ist, der seine Kinder in die Internetnutzung einführt und dass sehr viele Minderjährige ihre ersten Erfahrungen außerhalb der Familie in Schule, Internet-Cafes u. a. sammeln.

 Es lässt sich gut nachvollziehen, dass Heranwachsende Video- und Computerspiele auch darum nutzen, um die Flucht aus einer Angst auslösenden Umwelt anzutreten. Ein nicht zu unterschätzender Reiz geht auch von der Tatsache aus, dass sie mit Hilfe ihrer Computerwelt Kommunikationsbarrieren gegenüber ihren Eltern errichten können, die umso höher sind, je weniger sich Mutter oder Vater mit Computern und dem „Computer-speak“ auskennen. Diese Welt schafft ihnen einen persönlichen Freiraum, der sie abgrenzt von der Welt der Erwachsenen. Während der oft stundenlangen Spiele, kann man seinen ganzen Frust über das unfriedliche Elternhaus und über andere ungünstige Lebensbedingungen austoben. Leider hat dieses Austoben keine befreienden Auswirkungen sondern verstärkt nur noch die Unzufriedenheit und den Verdruss. Ein Achtzehnjähriger schreibt über seine Erfahrungen mit Computerspielen,

dass es viele gibt, bei denen er sich „köstlich amüsierte“. Es gibt aber auch Spiele, „da sitzt man wirklich ohne Ende vor der Glotze, da man mindestens 60 Stunden braucht, damit man ans Ende kommt. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen: es gibt nichts Besseres, als wenn nach einem Wochenende - man hat seit Tagen nicht mehr richtig gegessen und getrunken – die Bitte kommt, die letzte CD einzulegen...“ (Mark Kästner: Moorhühner jagen, Feinde auffressen. In: Bad. Z. v. 12.07.2000, S. 29)

Es ist zu verstehen, dass dieser Zwang, sich vor den Computer zu fesseln und selbst elementare Bedürfnisse zu vernachlässigen, Erschöpfungszustände zur Folge hat, die sich nachteilig auf Schule und Berufsausbildung auswirken. Nicht selten wachsen Aggression und Gewaltbereitschaft und werden mit hinaus genommen in die Schule oder auf die Straße. Noch einmal ist an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass allein schon das Angebot bzw. der Zugang zu Kriegs-, Tötungs- oder pornografische Video- und Computerspiele aus ethischer und pädagogischer Sicht als unverantwortlich zu betrachten ist. In unserer Gesellschaft besteht ein erhebliches Spannungsfeld zwischen der Freiheit auf der einen und der Verantwortung auf der anderen Seite. Bundes- und Landesbehörden bemühen sich gemeinsam mit Medienkonzernen in entsprechenden Arbeitsgruppen und Kontrollorganen darum, das jugendgefährdende Spiel- und Filmangebot zu beeinflussen. Doch angesichts der Möglichkeiten, die inzwischen das Internet bietet, sind diese Bemühungen fragmentarisch. Damit bleibt die Verantwortung bei den Familien. Dort aber helfen im Familienalltag Verbote kaum. Die betreffenden Heranwachsenden brauchen Alternativen, die ihnen jene Abenteuer, soziale Anerkennung und Erfolge ermöglichen, die sie in ihrem Alltag vermissen. Sie brauchen aber auch Lebensbereiche, innerhalb derer sie lernen können, den Computer und seine Möglichkeiten zum Vorteil ihrer Entwicklung zu nutzen. Allein unter diesem Gesichtspunkt sind Computer in Schule und Familie zweckmäßig.

 

 



 

5  Die Ipads

 

 Wer sich über das neue elektronische Medium genauer informieren möchte, sollte unter http://de.wikipedia.org/wiki/I-Pad  nachschauen. Hier nur so viel: es handelt sich um ein Produkt der us-amerikanischen Firma Apple und ist seit 28. Mai 2010 auch bei uns in Deutschland auf dem Markt.

Ein kleines Mädchen spielt damit.
Ich begegnete diesem Gerät zum ersten Mal, als mir heute Morgen ein zweieinhalbjähriges Mädchen zeigte, wie sie mit Hilfe eines Fingers, der die Bildelemente auf der Oberfläche des Ipads berührt, puzzelte: neun Bildelemente fügte sie zu einem Ganzen zusammen. Am liebsten, so ihr Vater, der ihr (und zugleich der ganzen Familie) diesen flachen, einer Schiefertafel ähnelnden Computer, zur Verfügung gestellt hatte, berührt sie das Index-Symbol. Dann erscheinen, wie bei jedem Computer auf der Eingangsseite, die Symbole der im Computer enthaltenen Programme. Sie wählt unter dem Programm dann die Puzzle oder andere für Kinder angebotene Spiele aus. So besuchte sie zum Beispiel die Schulklasse, berührte in der linken senkrechten Symbolleistse Kinder und die Lehrerin aus. Diese schob sie auf die abgebildeten Stühle an den Schultischen bzw. die Lehrerin vor an die Schultafel. Mit Spreizbewegungen konnte sie die- ursprünglich recht kleinen -  Figuren etwas vergrößern und an bzw. auf die Stühle platzieren. Diese Figürchen blieben allerdings starr, das heißt, sie blieben in der Position, in der sie  erschienen. Immerhin konnte unsere Enkelin einen Stift aktivieren, mit dem sie in das Bild der Schulklasse hinein oder gar auf die Tafel „malen“ konnte. Für diese Versuche, es entstanden etliche Kurven, wählte sie über die Leiste am rechten Bildrand Farben aus. In den folgenden Tagen holte sie sich das Gerät, das frei zugänglich in einem Reagl liegt, schaltete es ein, wählte das Malprogramm und trug mit dem Finger  mal dünne mal dicke farbige Linien auf. Die anderen Programmangebote nutzte sie von sich aus nicht. Länger als zehn Minuten aber beschäftigte sie sich nicht mit dem Gerät. Dann wandte sie sich wieder anderen Aktivitäten zu, die mehrere Sinne beanspruchten.
Dieses auf dem Ipad vorhandene Programm für kleinere Kinder  eröffnet also auf eine unterhaltsame Weise,  Lernprozesse, zu denen vor allem der Umgang mit einem Computer und dessen Nutzung mit Hilfe von Tutchscreen gehört.

Dieses Kind fliegt mit ihren Eltern wenigstens vier mal im Jahr von China nach Deutschland und zurück. Der Flug dauert ja sehr lange. Die Eltern stellen dem Kind vorsorglich einen kleinen portablen DVD-Player zur Verfügung, den sie recht souverän bedient. Zeichentrickfilme (Der kleine Maulwurf z. B.) schaut sie gerne an. Doch selten länger als eine halbe Stunde. Dann wendet sie sich auch im Flugzeug anderen Tätigkeitsfeldern zu. Am liebsten nimmt sie Kontakt mit Flugpersonal und anderen Fluggästen auf.
Zu Hause, so erzählt die Mutter, kommt das Kind nachmittags manchmal ganz "geschafft" von der Krippe heim. Dann bittet sie darum, einen Film (wieder: vom kleinen Maulwurf oder aus der "Sendung mit der Maus") anschauen zu dürfen. Dann legt die Mutter eine DVD ein und beide schauen gemeinsam. Und wieder  drängt das Kind nach maximal dreißig Minuten nach aktiveren Tätigkeiten und spielt zum Beispiel mit Ihren Spielsachen nach, was sie  bewegt.

Sorgen von Eltern und Berufserziehern, dass ein Kind im Umgang mit diesem elektronischen Spielangebot  Schaden nehmen könnte, vielleicht, weil es sich zu wenig bewegt oder von den Realitäten abgelenkt und, wie in dem von mit beobachteten Beispiel, allein über Comicfiguren  an das Leben herangeführt wird, halte ich für unbegründet. Gewiss hatte sich das Kind, über das ich berichte,  in Gegenwart seines Vaters etwa eine halbe Stunde mit diesem Gerät und seinen Angeboten für Kinder beschäftigt. Dabei saß es keineswegs still, sondern bewegte nicht nur seine Hand. Der ganze Körper ging mit, wenn das Kind seine Entscheidungen traf. Fehlleistungen (ein Puzzleteil passt in die angewählte Struktur nicht hinein) wurden nicht kommentiert sondern einfach durch neue Versuche korrigiert.

Und nach etwa einer halben Stunde richtete das Mädchen ihre Aufmerksamkeit von diesem Spielzeug weg und hin auf andere Aktivitäten. Da heute die Sonne scheint, zog es sie wieder in den Sandkasten. Und am Abend lesen, wie üblich,  Mutter, Vater aber auch Oma oder Opa aus einem Kinderbuch vor. Es wird gemeinsam gesungen, im Städtchen eingekauft, mit den anderen Kindern, die rundum wohnen, gespielt aber zeitweilig auch im Kinderzimmer allein mit den Spielsachen, kurz: auch dieses Kind wechselt ständig die Aktivitäten und nutzt die vielfältigen Angebote, die sich ihm bieten. Und dabei gehört der Umgang mit dem Ipad nur zu einem relativ geringen zeitlichen Anteil  dazu. Die gleiche Aussage gilt auch für die Betrachtung von Kindersendungen im Fernsehen., wie bereits oben ausgeführt: Ja abwechslungsreicher und interessanter die Angeboten an aktiver Begegnung mit der dinglichen (zum Beispiel Sandkasten, Garten u. ä.) und der sozialen (z. B. Kindergruppe daheim oder in Kindergarten) Umwelt ist, um so mehr schrumpft die Nutzung elektronischer Medien. Deren Angebote haben – als eines unter vielen – die Chance ihre, unseren Alltag erleichternden und bereichernden Funktionen zu entwickeln.

Hierzu zähle ich für Kinder:
im Umgang mit ihnen vertraut zu werden,
für uns alle: den raschen und leichten Zugang zu Informationen über alles, was wir wissen wollen und zu jeder Zeit und an jedem Ort.

Noch am gleichen Tag hatte ich Gelegenheit mit den Eltern anderer Kinder unterschiedlichen Alters über meine Beobachtung zu sprechen. Es stellte sich heraus, dass es unter ihnen keine übereinstimmende Praxis gibt, was den Umgang mit Computern, Fernsehern oder ähnlichen Geräten betrifft. So lehnten es zum Beispiel zwei Elternpaare völlig ab, ihren, im Vorschulalter befindlichen Kindern, die Begegnung mit Fernsehen oder Computern zu ermöglichen. Sie selbst, so versicherten sie, würden ebenfalls darauf verzichten, um ihren Kindern kein schlechtes Vorbild zu sein.
Andere wiederum, und das war die Mehrzahl, erlaubt ihren Kindern ganz bestimmte Filme für Kinder in Fernsehprogrammen und/oder über Videogeräte anzuschauen, über die sich die Eltern zuvor kundig gemacht hätten. Im Grunde, so begründeten sie ihr Verhalten, wollten sie lediglich ihren Kindern ermöglichen, mitreden zu können, wenn diese in Tagesstätte oder Schule mit anderen Kindern zusammenträfen, die über ihre Medienerfahrungen berichteten. Über Sinn und Zweck, zum Beispiel in Bezug auf  die Erziehung und Bildung  ihrer Kinder hatten sie dabei nicht nachgedacht. Es waren durchweg pragmatische, den alltäglichen Umgang mit den Kindern in der Familie berührende Motive - und hier besonders: Vermeidung von Konflikten - die die Haltung dieser Eltern beeinflussten.

Noch eine grundsätzliche Anmerkung, die in anderen Zusammenhängen bereits vorgetragen wurde:
Kinder brauchen zu ihrem Gedeihen weder Fernsehen noch Computer. Der Umgang damit gehört also nicht zu den Grundbedürfnissen von Kindern.

 

 

 

 

6. Mit dem Finger auf dem Smartphone

 

Ob sie stehen, gehen oder sitzen: viele unserer Kinder und Jugendlichen haben nicht nur einen Stöpsel im Ohr, verbunden mit einem Empfangsgerät in der Tasche, sie halten in ihren Händen auch ein Smartphone. „Jedes vierte Kind zwischen sechs und dreizehn Jahren besitzt ein eigenes Smartphone“ ergab eine Umfrage des Verlags „Egmont Ehapa Media“ im Jahre 2014.  Ständig fahren sie mit ihren Fingern darauf herum. Die vierzehnjährige Else verschickt und empfängt über die mobile Nachrichtenplattform „Whatsapp“ ständig Kurzmitteilungen. „Hi, wie geht‘s“   tippt sie an eine ihrer Freundinnen ein, und die antwortet: „gut, ich bin grad bei ALDI. Kommst Du nachher an der Schule vorbei?“ „O.k. bis dann“.

Nein, etwas wirklich Wichtiges oder gar inhaltsreiche Texte werden nur selten untereinander ausgetauscht. Kinder und Jugendliche erleben diese Technik als Bereicherung, fühlen sich ohne diese Kommunikationsmöglichkeit abgeschnitten, als nicht mehr erreichbar. Außerdem können sie ihre Lieblingsmusik hören. Sogar wecken können sie sich lassen, und nicht selten ist es, dass sie dann erst einmal checken, ob und welche Nachrichten sie inzwischen erhalten haben.

Selbst wenn sie sich in Gruppen zusammenfinden oder zu Hause vor dem Fernseher sitzen, werden Kurzmitteilungen empfangen oder gesendet. Zum Beispiel darüber, was man gerade tut und wie man das Gesehene oder Gehörte bewertet und auch die Situation, in der man sich befindet, erlebt.

 

Ein Kommunikationswissenschaftler hat über die jungen Menschen und diese aktuelle Form der Kontaktpflege geforscht. Er fand heraus, dass die meisten Jugendlichen keine pathologischen Smartphone-Nutzer seien. Es werden vielmehr statt der Briefe, die einander von der Elterngeneration noch geschrieben wurden, Kurzbotschaften ausgetauscht. Allerdings ermöglicht die neue Technik, sehr viel kürzere und sprachlich recht schlichte Rückkopplungsprozesse. Diese Vereinfachung ist den Jugendlichen gerade recht. Weder auf Rechtschreibung noch auf einen sprachlich guten Stil muss geachtet werden. „Schreib wie du sprichst“ haben früher Eltern ihren Kinder gesagt, wenn sie nicht wussten, was und wie sie den Brief an die Großeltern verfassen sollten. Und diese Empfehlung wird heute tatsächlich im wahrsten Wortsinne realisiert.

Kritisch ist zu sehen, dass diese Form, mit Hilfe von Smartphone miteinander zu kommunizieren die direkten zwischenmenschlichen Kontakte reduziert und soziale Situationen schrumpfen lässt. Denn die Top-Apps der Nutzer sind die sozialen Netzwerke wie Whats-App und Face-book. Sie können die persönliche Begegnung, die Beziehungen, die sich durch die gegenseitige Berührung, das Erleben von Mimik und Gestik oder den stimmlichen Ausdruck des Gesprächspartners zueinander entwickeln, nicht ersetzen. Insofern birgt die Beschränkung auf diese Form der Kommunikation die Gefahr der Verarmung in der Kontaktpflege und der Qualität der zwischenmenschlichen Beziehungen (vgl. dazu auch die Forschungen von Prof. Dr. Christian Montag. Hier: http://www3.uni-bonn.de/Pressemitteilungen/009-vom 15.01.2014).

 

Der Umgang mit Handys oder Smartphones, so ist Eltern dringend zu empfehlen, sollte nicht ungeregelt und ohne Begleitung sein. Ein Handy, gleichsam ein Telefonersatz, ist nützlich, wenn ein Kind seine Eltern mal schnell erreichen will oder muss. Da können wir heute froh darüber sein, dass es diese unkomplizierte und rasche Kontaktmöglichkeit gibt. Zu denken ist zum Beispiel, dass sich ein Kind auf einem Ausflug, einer Schulwanderung zu Fuß oder mit dem Fahrrad befindet oder für die Mutter einkaufen geht und bei dieser Gelegenheit eine Rückfrage hat. Also geben wir Eltern, unserem Kind ein Handy mit.

 

Anders sieht es mit dem Kleincomputer, also dem Smartphone aus, der viele zusätzliche Nutzungsmöglichkeiten anbietet. Denken wir nur an die Möglichkeit, dass ein Kind von sich selbst Bilder ins Internet stellt oder persönliche Informationen über sich und seine Familie, Freunde, aktuelle Situationen und Vorhaben auf diesem Wege veröffentlicht. Sogar kostenpflichtige Kontakte kann ein Kind mehr oder weniger wissentlich realisieren und die Eltern stehen plötzlich vor hohen Rechnungen.

Eine gleichsam unbegrenzte, von Regeln freie Verwendung dieses Mediums  durch unsere Kinder ist nicht zu empfehlen. Es könnten statt dessen Eltern festlegen

1  Kinder, die ein Smartphone von ihren Eltern erhalten, bezahlen die damit verbundenen Kosten von ihrem Taschengeld.

2  Die Eltern, verhindern je nach Alter und Reife bestimmte Nutzungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel den Zugang zum Internet mit Hilfe hierfür zu erwerbender Programme.

 3  Eltern stellen Regeln auf und beachten deren Einhaltung, wann und wo ein Smartphone benutzt werden darf. Da ist zum Beispiel zu denken daran, dass ein Smartphone im Bett oder während des Essens bzw. der gemeinsamen Mahlzeiten nichts zu suchen hat.

 

In der Schule ist es Sache der Schule bzw. der Lehrerschaft ob und wie die Nutzung von Smartphones geregelt wird. Vorbilder sind jene Schulen bzw. Schulverwaltungen, die die Nutzung von Smartphones im Bereich von Schule und Unterricht regeln und auf deren Einhaltung achten.

 

Die Verwendung von Smartphones durch Kinder stellt inzwischen eine zusätzliche Gefahrenquelle dar, wenn sie nicht durch verantwortungsbewusste Eltern angemessen begleitet werden. Was damit gemeint ist, soll ein Beispiel erläutern:

Unter der Überschrift: „Krieg spielen auf offener Straße“ analysierte Dunya Oulatto in der Badischen Zeitung am 24. 11. 2014 ein neues Gameplay-Video („Father.io“) und schreibt u.a.: „So genial der Shooter aus technischer Sicht erscheinen mag – aus ethischer Sicht bleibt er fragwürdig. Eine Game, das Schießereien in aller Öffentlichkeit simuliert, dürfte bei Kritikern für Aufruhr sorgen…“

Zu diesen Kritikern werden nicht zuletzt Eltern und Fachkräfte wie Psychologen, Schul- und Sozialpädagogen gehören. Ich bin gespannt, welche Erfahrungen von diesem Personenkreis die Öffentlichkeit erreichen werden. Vielleicht stellen sie fest, dass ein derartiges Projekt auf nichts weiter zielt, als auf lukrative Geschäfte der offenbar ebenso skrupel- wie gewissenlosen Entwickler in der Firma „Proxy42“.

 

Jedes Kind braucht auch für die Nutzung von Smartphones einer sorgfältigen Einführung durch seine Eltern, es muss also den Umgang damit lernen. Diese Einführung durch und das Training mit den Eltern ist als Voraussetzung dafür zu betrachten, dass einem Kind ein Smartphone zur zeitweiligen Verfügung anvertraut wird. Hierfür müssten Eltern allerdings in der Lage sein. Eltern, die sich selbst nicht auskennen, werden weder als Vorbilder wirken können noch ihrer elterlichen Verantwortung gerecht werden.

 

 

7. Anmerkungen zum Internet

 

Hier haben wir es mit einer zusätzlichen Dimension unseres Lebens zu tun, die mehr ist, als die Nutzung von Computerprogrammen bzw. dem Smartphone. Allein an der täglichen Nutzungsdauer der Onlineverbindungen von Mädchen und Jungen lässt sich ablesen, welche Bedeutung diese Kommunikationsmöglichkeit in den letzten Jahren erfuhr. Betrug die tägliche Onlinenutzung von Montag bis Freitag nach Selbsteinschätzung in Minuten 2006 noch 99, so waren es 2013 bereits 179 (JIM-Studie 2013, S. 29).

Es nutzen fast ebenso viele Mädchen wie Buben das Internet. Internet ist Topthema auf den Schulhöfen. Am beliebtesten sind Webseiten von bekannten Kindermarken und Kinderkanälen. Zwei Drittel der Kinder gehen einmal die Woche ans Netz. Nicht wenige von ihnen sind Mitglied in einem sozialen Netzwerk wie z. B. Facebook. Sich mit der Internet-Nutzung – bezogen allein auf den Freizeitbereich oder auf den Schulunterricht – auseinanderzusetzen, dazu braucht jeder von uns viel Informationen aus den entsprechenden Forschungsbereichen und sehr viel persönliche Erfahrung. Soweit aber sind wir noch längst nicht alle und für viele von uns ist das Internet noch fremd.

 

Über die Internetnutzung im Zusammenhang mit Erziehung und Bildung ist bisher noch wenig geschrieben und kaum geforscht worden. Die Forschungen des Instituts IconKids & Youth in München, von dem einige der hier genannten Zahlen stammen (vgl. Bad. Ztg. Freiburg v. 22.02.2011), arbeitet als Marktforschungsunternehmen in erster Linie für Anbieter im Internet und nicht für die Nutzer und schon gar nicht für die Familienerziehung – es sei denn von dort käme das Geld. Es nutzten fast ebenso viele Mädchen wie Buben das Internet. Internet ist Topthema auf den Schulhöfen. Am beliebtesten sind Webseiten von bekannten Kindermarken und Kinderkanälen. Zwei Drittel der Kinder gehen einmal die Woche ans Netz. Nicht wenige von ihnen sind Mitglied in einem sozialen Netzwerk wie z. B. Facebook. Im Durchschnitt sind sie eine Stunde online.

 

Bezogen auf unsere Kinder und Jugendlichen hier einige Stichworte, die zugleich darauf deuten, womit wir uns gegenwärtig vertraut machen sollten:

„Kindersuchmaschinen, z. B. „blindekuh“, „Kinderseiten von Fernsehsendern“, z.B. „kindernetz“ vom SWF, „Chatten“, z.B. „kindersache“ von der Infostelle Kinderpolitik, Berlin, Kinderseiten und kommerz, z..B. „coole-schule“ von Kraft Jacobs Suchard. (Christina Feil, 2000, S. 15 ff)

 

Unsere schulpflichtigen Kinder haben längst die Möglichkeiten des Internet entdeckt, die sich für die schulische Arbeit anbieten und holen sich dort Hilfe für ihre Chemieaufgaben, ihre Geschichtsarbeit, den Aufsatz oder zur Lösung mathematischer Aufgaben. Kostenlos und kompetent, interessant und informativ sind die entsprechenden Internetseiten. Die verschiedenen Hausaufgabendienste und andere Anbieter lassen keine Fragen unbeantwortet und keine Wünsche offen. Insofern hinken wir Eltern gewaltig hinter her, wenn wir uns noch nicht mit dem Angebot vertraut gemacht haben. Uns Erwachsenen bleibt nur noch wenig Zeit, wenn wir unseren Kindern zur Seite stehen und die Internetnutzung verantwortungsvoll begleiten wollen. Für Berufspädagogen sind Voraussetzung und Ziel allen Umgangs mit Computerprogrammen und dem Internet das, was in der medienpädagogischen Literatur als „Kompetenz“ bezeichnet wird (jugendschutz.net, Mainz). Bezogen auf das Internet als Informations- und Kommunikationsmedium heißt das für ihre Nutzer:

 

Sie erwerben bzw. besitzen die Fähigkeiten das Internet als Werkzeug zu erkennen, es selbst gestalterisch zu nutzen, als ein Instrument zur Optimierung ihrer Informationsbedürfnisse und interaktiven bzw. kommunikativen Möglichkeiten – sowohl als Einzelperson, als auch als Gruppe zu verwenden und ständig zu erweitern.

Sie erwerben bzw. besitzen die Fähigkeiten, Informationen zu sichten und zu bewerten, z. B. unter den Kriterien der individuellen Zwecke und gezielt auszuwählen.

Sie erwerben bzw. besitzen die Fähigkeiten, die Möglichkeiten des Internet entsprechend kritisch wahrzunehmen und, wenn sie ihre Zwecke erreicht haben, das Internet zu verlassen. Dieser Hinweis ist darum ernst zu nehmen, weil im Zusammenhang mit der Internetnutzung Suchtgefährdungen, seelische Erkrankungen bzw. Verstärkung seelischer Störungen und erhebliche finanzielle Belastungen beobachtet wurden.

 

Wir sollten also die Kinder, die in unseren Familien heranwachsen und die wir in Schulen und Tagesstätten betreuen, lehren, die Möglichkeiten des Internet zu beherrschen und zu nutzen, ohne umgekehrt vom Internet beherrscht zu werden und in die Rolle von „Medien-Analphabeten“ oder „chronischer Konsumenten“ abzugleiten. Das setzt natürlich voraus, dass sich Eltern und Berufserzieher auskennen und sich selbst im Internet bewegen können. Dann können sie es auch gemeinsam mit den Kindern tun rät die Medienpädagogin Petra Bauer (http://www.blogs.uni-mainz.de/medienpaedagogik/)

 

 

 

Eltern und Erzieher helfen ihren Kindern, kompetente Mediennutzer zu werden und orientieren sich an folgende Empfehlungen:

 

Programme auswählen bzw. auswählen helfen. Das heißt, dass Eltern wissen, welche Filme ihre Kinder warum anschauen möchten. Fernsehgeräte werden nur zu diesem Zweck eingeschaltet und wieder abgeschaltet, wenn der Film zu Ende ist.

 

Gemeinsam schauen, das heißt, Eltern sehen sich den ausgewählten Film mit ihren Kindern gemeinsam an. Dann können die Kinder mit den Eltern gleich über Unverstandenes sprechen. Vergleichbares gilt für die Wahl anderer Apps.

Auch mögliche Ängste, die allein durch bestimmte Geräusche hervorgerufen werden können, lassen sich mindern, wenn die elterliche Nähe gespürt wird.

 

Über das Gesehene sprechen: das heißt, auch wenn die Eltern nicht mitschauen können, sollten die Kinder Gelegenheit haben, mit ihnen darüber zu sprechen. Je mehr die Kinder erzählen und durch das erzählen „los werden“, umso geringer wird die Gefahr, dass Filmszenen Kinder „umtreiben“. Gerade, wenn eine Sequenz für ein Kind angstauslösend war, und was das ist, kann allein das Kind erleben, will es darüber sprechen. Die Rolle der Gesprächspartner können natürlich auch ältere Geschwister oder Verwandte übernehmen.

 

Die beste Alternative für alle Kinder und Jugendlichen sind nicht passives Schauen, sondern Aktivitäten, die sie in besonderer Weise herausfordern, ihnen Gelegenheit zum Erfolg durch eigene Leistung geben und die möglichst gemeinsam mit Eltern und/oder in Kinder- und Jugendgruppen erbracht werden. Musikalische Früherziehung, Sportgruppen, Radfahren, Wandern und Schwimmen sowie viel Spielen, Erkunden und Entdecken im Freien, besondere Angebote für Jugendliche auch außerhalb der Vereine wie Kanu- und Kletterkurse - alles dies sind seit Generationen die besten „Miterzieher“. Überall dort, wo diese aktiven Betätigungen im Vordergrund stehen, wo ein Kind etwas schaffen kann, worauf es hinterher mit Stolz und Genugtuung weist, treten die Gefährdungen durch Fernsehen und Video zurück. Wenn Eltern bei der Filmauswahl darauf achten, dass die jeweiligen Freizeitaktivitäten eine mediale Unterstützung erhalten, lassen sich Fernseher und Videogerät sogar in den Dienst einer das Kind fördernden Entwicklung stellen.

 

Die Schwierigkeiten, die in Familien dann entstehen, wenn Geschwister heranwachsen und ihre altersorientierten unterschiedlichen Forderungen anmelden, sind gelegentlich sehr groß. So, wie sich nicht alle Filme für alle Altersgruppen eignen, so sind auch Zeit und Dauer von Fernsehkonsum zu differenzieren. Für die Lösung des Geschwisterproblems gibt es kein Rezept. Jüngere Geschwister werden immer danach streben, das Gleiche zu dürfen oder mitzumachen, wie ihre Eltern oder die älteren Geschwister. Genau wie mit der Taschengeld- und Ausgangsregelung werden sich aber in jeder Familie andere Gepflogenheiten und andere Begründungen für altersangemessene Regeln finden. Um extreme, den Familienfrieden nachhaltig beeinträchtigende Konflikte zu vermeiden, empfiehlt es sich, immer dann und dort attraktive Alternativen  anzubieten, wann und wo sich die anderen Kinder benachteiligt fühlen. Wer an die Stelle von Fernsehen und Video nichts anbieten kann, was die Kinder gern auf´s Schauen verzichten lässt, hat es schwer. Allein mit Worten und Verboten sind hier keine Erfolge zu erzielen.

 

Einige Bemerkungen zur Fernsehwerbung: Sie kann in Familien dann als Problem erlebt werden, wenn Kinder sich von der Werbung dazu verführen lassen, ihre Eltern mit entsprechenden Kaufwünschen zu nerven. Dass es auch uns Erwachsenen nicht leicht fällt, sich von Werbesprüchen nicht für dumm verkaufen zu lassen, beweist die Werbung selbst: wenn sich niemand daran orientierte, gäbe es sie bald nicht mehr. Schon vor fünfzig Jahren hieß das Thema eines Schulaufsatzes: „Reklame siegt auch dann, wenn man den Braten roch: Man denkt man glaubt es nicht, und glaubt es schließlich doch.“ Wieweit Kinder sich durch Werbung in Fernsehen oder Druckerzeugnissen beeinflussen lassen, hängt von unserem Verhalten ab. Tun wir nicht selbst Werbung als das ab, was es in erster Linie sein soll: Verleitung zum Kauf, dann können wir nicht erwarten, dass sie erkennen, um was es Werbestrategen geht. Ganz lassen sich freilich Ärger und Verdruss nicht vermeiden, weil gerade jüngere Kinder den elterlichen Argumenten nicht folgen können. Die Beachtung folgender Tipps kann sich aber entlastend auswirken:

 

Nehmen wir jeder Werbung den „Ernstcharakter“. Wir achten auf Widersprüche, Albernheiten, Lächerlichkeiten oder baren Unsinn und machen uns gemeinsam lustig über alles dies. Damit wird der unvermeidliche Werbebeitrag zu unverbindlicher Unterhaltung.

Diesen Prozess unterstützen wir durch unser Kaufverhalten. Wir verzichten zum Beispiel ganz allgemein darauf, das zu kaufen, was angepriesen wird. Wenn wir etwas kaufen, dann hat das seine guten Gründe, die wir auch nennen können. Und wenn einmal eine Kaufentscheidung mit einer Werbung übereinstimmt, was zum Beispiel beim Kauf eines Autos unvermeidlich ist, dann können wir unseren Kindern gegenüber nachweisen, dass dieser Kauf nicht von einem Werbespot angeregt worden ist. Nur wenn Kinder bei den Eltern erleben, dass deren Kaufverhalten von Werbung unabhängig ist, lernen sie selbst, unabhängig zu werden.

Inzwischen sind das Internet und dessen Nutzungsmöglichkeiten so verbreitet, dass es unter anderen fast hundert Prozent aller 10 bis 13-jährigen  anwenden. Ob mit diesem Verhalten und welche entwicklungsfördernde Prozesse  verbunden sind, ist noch nicht erforscht. Einerseits werden Interaktionsprozesse bzw. zwischenmenschliche Kontakte gefördert oder erleichtert, da auf diesem Wege auch sprachlich nur wenig differenzierte Kontakte gepflegt werden können. Ich denke da zum Beispiel an  die Internetplattformen. Andererseits könnte die persönliche Begegnung und die damit verbundene ganzheitliche Wahrnehmung des Gesprächspartners zurückgedrängt werden. 

 

 

 

 

 8       Geeignete Programme auswählen

 

Eltern denken beim Kauf von Programmen sowohl an die Wünsche ihrer Kinder als auch an die Auswirkungen, die die Programme auf sie haben können. Über die Fördermöglichkeiten ist im vergangenen Kapitel bereits einiges geschrieben worden. Also müssten wir wissen, welche Programme was fördern und welche wie schaden. Was tun, angesichts der großen schier unübersehbaren Angebots und dem Drängen unserer Kinder, dies oder jenes Programm unbedingt zu kaufen? Obwohl es ausgeschlossen ist, dass der Idealfall je erreicht wird und gleichsam jedes Kind ein für seine spezifischen Möglichkeiten und Bedürfnisse zugeschnittenes Programm erhält, haben wir die Programme, die bereits entwickelt worden sind, unter dem Blickwinkel ihrer speziellen Funktionen im Zusammenhang mit der Förderung ebenso spezieller Fähigkeiten zu prüfen.

Unsere Entscheidungen für ein bestimmtes Programm, z.B. ein Spielprogramm, Rechnen, Sprachförderung, Sachkundefächer o. dgl., können sich stützen auf die Anforderungen der Erzieherinnen und Erzieher oder auf die Empfehlungen der Schule, die das betreffende Programm in dieser Klasse (bei diesem Kind) bereits verwenden.

Es kann aber genauso gut ein Programm - also auch ein Computerspiel - von uns ausgewählt werden, wenn wir es für den vorgesehenen Zweck für geeignet halten und darum angeschafft oder selbst geschrieben haben. Soweit es Unterrichtsinhalte berührt, ist der o. g. Kooperationsgesichtspunkt besonders zu beachten. Jede pädagogische Institution kann bei der Bundeszentrale für politische Bildung (Pf. 2325 in 53013 Bonn) die sehr informativen Blätter „Computerspiele auf dem Prüfstand“ bestellen oder abonnieren. Zweimal im Jahr kommt eine neue Sendung, die kostenlos abgegeben wird.

Bei der Auswahl von „Lernprogrammen“ wird es zweckmäßig sein, dass das Übungsprogramm für ein Kind, zum Beispiel: das große Einmaleins, auch für die anderen Kinder in einer Familie verwendbar ist. Um Eltern und Fachkräften raten und helfen zu können, gibt es in jeder Region inzwischen Informationsstützpunkte. An Kreisbildstellen und an den Schulen, in Baden-Württemberg sind das die „Multimediaberater“, halten sachkundige Personen Informationen über Programme bereit. Nirgendwo muss also beim gegenwärtigen Verbreitungsstand von Computern bei null angefangen werden. Es fehlt lediglich noch an Interaktionsprozessen unter den Computeranwendern und an Schnittstellen, die allen Interessierten ermöglichen würde, vorhandene Erfahrungen zu nutzen und effektiv auszubauen. Allein schon der Einsatz von Programmen, die in sozialpädagogischen Einrichtungen schulfächerbezogene Lernprozesse unterstützen sollen, brauchte eigentlich die Zusammenarbeit mit den Lehrern.

 ·     Wenn sozialpädagogische Fachkräfte oder Eltern Lernprogramme kaufen wollen, dann sollten sie die Lehrer (z.B. Multimediaberater) in den Schulen fragen!

 Auskünfte über geeignete Programme geben darüber hinaus die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Kreisbildstellen und die Berater in Spezialgeschäften, bei denen sogar sogenannte „Demo-Versionen“ angeschaut werden können. Es braucht also Zeit, wenn man für sein Kind das „richtige“ Lernprogramm kaufen will. Bei Spielprogrammen sieht es nicht anders aus. Hier können Kinderwünsche besonders weit von dem abweichen, was Eltern für verantwortbar halten.

 

  Vgl. dazu auch die Mitteilungen der Landesbildstellen Baden-Württemberg „Analog und Digital“. In der Ausgabe Nr. 2/1999 werden z. B. eine Reihe von Projekten vorgestellt, die in Schulen durchgeführt werden und über die Funktionen eines Computer unterstützten Unterrichts nachgedacht.

Clifford Stoll: Warum Computer in der Schule nichts zu suchen haben und andere High-Tech-Ketzereien. Frankfurt/M. 2001

Vgl. dazu z.B. Sabine Bomholdt und Ursula Sedlack: Keine Angst vor der weißen Maus. In: http://www.kindergarten heute.de/Fachinfos/Praxisbeiträge/pb von Februar 2001

  Vgl. dazu: Walter Korinek: Muss die Schule ans Netz? In: bildung & wissenschaft Heft 12/2000, S. 23-26

  Zum Beispiel in „kindergarten heute“ Nr. 5/2000, S. 36 ff der Bericht von Sabine Bonholt u. a.: „Keine Angst vor der weißen Maus“.

Vgl. hierüber den Essay von Bruno Bettelheim: Brauchen Kinder Fernsehen? In: TELEVIZION Nr. 1/1998, S. 4-5

Weizenbaum, J.: Die Macht der Computer und die Ohnmacht der Vernunft. Frankfurt/M. 1977 Noch immer wird befürchtet, dass die Menschen beginnen könnten, wie Computer zu denken. Vgl. dazu Hildegard Schaufelberger in kindergarten heute, Nr. 7 – 8/1995, S. 11

Vgl. hierzu den Bericht von DANIELA BRAUN über ein Computerprojekt in einer Kindertagesstätte: Lasst die Kinder an die Maus! Wie Kinder in der Kita mit Computern umgehen. Freiburg 2000

Hier ist zu verweisen auf die zahlreichen Beispiele aus dem Themenheft „Grundschule und neue Medien“ herausgegeben von Hartmut Mitzlaff und Angelika Speck-Hamdan in Heft 103 der „Beiträge zur Reform der Grundschule“ (Arbeitskreis Grundschule-Der Grundschulverband- e.V.). Frankfurt a. M. 1998  in diesem Buch findet man eine Fülle neuerer Literatur zum Thema!

Landesanstalt für Rundfunk Nordrhein-Westfalen (LfR): Medienerziehung im Kindergarten: Neue Herausforderungen durch private Programme? LfR-Dokumentationen Band 3, Düsseldorf 1990

Langenbuch, G./Bauer, K.-O./Rolff, H.-G./Runte, P.: Computer in der Grundschule? Ergebnisse einer qualitativen Feldstudie an einer Dortmunder Grundschule. IFS-Werkheft 31, Dortmund 1989

Langenbuch, G./Mattern, K.: Auch der Computer ist ein Schreibwerkzeug. In: Grundschule, Heft 2/1990, S. 23 - 25

Mitzlaff, H.: Lernen mit Mausklick. Computer in der Grundschule. Frankfurt/M. 1997

Bonfranchi, R.: Der Einsatz des Computers in der Sonderpädagogik. In: Jugendwohl, 72/1991/7, S. 338 - 347

Höltershinken, D. u.a.: Praxis der Medienerziehung. Beschreibung und Analyse im Schulischen und außerschulischen Bereich. Bad Heilbrunn 1991

Richter, Bernd: Kindern mit Computern helfen. Neue Wege in der Entwicklung von Heim- und Pflegekindern. In: Unsere Jugend, Heft 3/1998, S. 119-124

Rumpf, J.: Computer in Erziehung und Bildung. In: Jugendwohl, 73/1992/11, S. 496 - 504

   „ich bin, weil ich etwas bewirke“ heißt es bei Fromm: Gesamtausgabe, Bd. 7, S. 212

Aus der Loseblattsammlung „Computerspiele auf dem Prüfstand“, die von der Bundeszentrale für politische Bildung kostenlos zweimal im Jahr herausgegeben wird (Postf. 2325 in 53013 Bonn) und die u.a. Jürgen Fritz betreut

Vgl. auch u.a.: Dittler, Ulrich: Software statt Teddybär. Computerspiele und die pädagogische Auseinandersetzung. München 1993

Stadt Köln (Hrsg.) Computer- und Videospiele - pädagogisch beurteilt Bde.1 bis 7 1992 ff

Über die Zusammenhänge zwischen Rahmenbedingungen und ihre Auswirkungen auf negative Entwicklungen Minderjähriger, vor allem mit dem Blick auf Nutzung und Auswirkung gewalttätiger Computerspiele vgl. u.a.:

Aufenanger, Stefan: Medienrezeption von Jungen und Mädchen. In: ajs-Informationen 1/1995. Aufenanger lehrt an der Universität Hamburg und forscht seit langem über die Auswirkungen des Medienkonsums

Fritz , J.: Im Sog der Videospiele. München 1985

Rumpf, J.: Was Kinder brauchen. In: Regionaler Fachdienst. Handreichungen 1. Teil. Waldshut 1998

Süss, D.: „Der Fernsehkrimi..“. Bern 1993; zuletzt auf Grund mehrjähriger Medienwirkungsforschung an der Universität Zürich im Kulturmagazin „NEXT“ (SF 1) am 5. 12. 1999 hat Süss diese Zusammenhänge bekräftigt.

  Vgl. hierzu auch: ajs - informationen Nr. 1/1990 u.a.a.O.

  Wie zweckmäßig es für Eltern sein kann, sich hier auszukennen, das zeigte uns die Gruppe Laufenburger Jugendlicher (13 – 17-jährige), die das Internet zur Verbreitung von Kinderpornografie und anderen jugendgefährdenden Erzeugnissen nutzten, ohne dass die Eltern etwas merkten. (Südkurier v. 25.01.2000)

  Die deutschsprachigen Websites für Kinder, Internetprojekte im Freizeitbereich und Fachliteratur hierüber wird in einem bis zum 31.12.2000 laufenden Projekt des Deutschen Jugendinstituts untersucht. Vgl. dazu: http://www.dji.de/www-kinderseiten/ und den Aufsatz von Christine Feil: Kinder im Internet. In: Diskurs 1/2000, S. 15 ff

   Vgl. u. a..: Clasen, Toni: Das Ziel heißt Medienkompetenz. In: Blätter der Wohlfahrtspflege Nr. 9+10/99, S. 211-212

Das Ziel, die Medienkompetenz von Kindern, Eltern und Erziehern zu stärken, verfolgt auch das Team „jugendschutz.net“ in Mainz, der Zentralstelle der Länder für Jugendschutz in Mediendiensten. Adresse: www.jugendschutz.net

  Die Träger von pädagogischen Einrichtungen einerseits und die Eltern andererseits sollten sich darüber im Klaren sein, dass es Zeit und Geld erfordert, bis sich jemand mit Computeranwendungen und dem Internet so auskennt, dass sie/er Kinder begleiten können. Wo die betreffenden diese Zeit und das Geld hernehmen und damit auf andere Aktivitäten oder Ausgaben verzichten, bleibt weitgehend offen und bisher jedem selbst überlassen. Zur Zeit sind nur all jene „kompetent“, für die der Computer unverzichtbares Werkzeug oder ein zentrales Steckenpferd ist. Vgl. dazu auch den Erfahrungsbericht von Karin Heymann „Hoffen auf heilende Hände“ In: Pädagogik 9/00, S. 15 ff

Orthmann, C.: Kommunikation von Kindern im Internet. In: Diskurs 1/2000, S. 29

Aus der Loseblattsammlung „Computerspiele auf dem Prüfstand“, die von der Bundeszentrale für politische Bildung kostenlos zweimal im Jahr herausgegeben wird (Postf. 2325 in 53013 Bonn) und die u.a. Jürgen Fritz betreut

Vgl. auch u.a.: Dittler, Ulrich: Software statt Teddybär. Computerspiele und die pädagogische Auseinandersetzung. München 1993

Stadt Köln (Hrsg.) Computer- und Videospiele - pädagogisch beurteilt Bde.1 bis 7 1992 ff

Über die Zusammenhänge zwischen Rahmenbedingungen und ihre Auswirkungen auf negative Entwicklungen Minderjähriger, vor allem mit dem Blick auf Nutzung und Auswirkung gewalttätiger Computerspiele vgl. u.a.:

Aufenanger, Stefan: Medienrezeption von Jungen und Mädchen. In: ajs-Informationen 1/1995. Aufenanger lehrt an der Universität Hamburg und forscht seit langem über die Auswirkungen des Medienkonsums

Fritz , J.: Im Sog der Videospiele. München 1985

Rumpf, J.: Was Kinder brauchen. In: Regionaler Fachdienst. Handreichungen 1. Teil. Waldshut 1998

Süss, D.: „Der Fernsehkrimi..“. Bern 1993; zuletzt auf Grund mehrjähriger Medienwirkungsforschung an der Universität Zürich im Kulturmagazin „NEXT“ (SF 1) am 5. 12. 1999 hat Süss diese Zusammenhänge bekräftigt.

  Vgl. hierzu auch: ajs - informationen Nr. 1/1990 u.a.a.O.

  Wie zweckmäßig es für Eltern sein kann, sich hier auszukennen, das zeigte uns die Gruppe Laufenburger Jugendlicher (13 – 17-jährige), die das Internet zur Verbreitung von Kinderpornografie und anderen jugendgefährdenden Erzeugnissen nutzten, ohne dass die Eltern etwas merkten. (Südkurier v. 25.01.2000)

  Die deutschsprachigen Websites für Kinder, Internetprojekte im Freizeitbereich und Fachliteratur hierüber wird in einem bis zum 31.12.2000 laufenden Projekt des Deutschen Jugendinstituts untersucht. Vgl. dazu: http://www.dji.de/www-kinderseiten/ und den Aufsatz von Christine Feil: Kinder im Internet. In: Diskurs 1/2000, S. 15 ff

   Vgl. u. a..: Clasen, Toni: Das Ziel heißt Medienkompetenz. In: Blätter der Wohlfahrtspflege Nr. 9+10/99, S. 211-212

Das Ziel, die Medienkompetenz von Kindern, Eltern und Erziehern zu stärken, verfolgt auch das Team „jugendschutz.net“ in Mainz, der Zentralstelle der Länder für Jugendschutz in Mediendiensten. Adresse: www.jugendschutz.net

  Die Träger von pädagogischen Einrichtungen einerseits und die Eltern andererseits sollten sich darüber im Klaren sein, dass es Zeit und Geld erfordert, bis sich jemand mit Computeranwendungen und dem Internet so auskennt, dass sie/er Kinder begleiten können. Wo die betreffenden diese Zeit und das Geld hernehmen und damit auf andere Aktivitäten oder Ausgaben verzichten, bleibt weitgehend offen und bisher jedem selbst überlassen. Zur Zeit sind nur all jene „kompetent“, für die der Computer unverzichtbares Werkzeug oder ein zentrales Steckenpferd ist. Vgl. dazu auch den Erfahrungsbericht von Karin Heymann „Hoffen auf heilende Hände“ In: Pädagogik 9/00, S. 15 ff

Orthmann, C.: Kommunikation von Kindern im Internet. In: Diskurs 1/2000, S. 29

Spormann, U.: Medienkunst mit Kindern – kreative Wege zur Förderung von Medienkompetenz. In: Diskurs 1/2000

Vgl. hierzu: Leu, H.R.: Wie Kinder mit Computern umgehen. Studie zur Entzauberung einer neuen Technologie in der Familie. München 1993

Schulz-Zander, R. und Lauterbach, R.: Kinder und Computer, Multimedia und vernetzte Welten. In: Köhnlein, W. u.a. (Hrsg.): Kinder auf dem Wege zum Verstehen der Welt. Bad Heilbrunn 1997, S. 201 - 232

 

 

 

zurück zur Einführung Medienpädagogik

Zurück zur Begrüßungsseite

 

Zur Homepage über die Salpetererunruhen

 

 

 

2014http://www.t-online.de/eltern/familie/id_70603878/kids-verbraucheranalyse-2014-jedes-vierte-kind-hat-ein-smartphone.html

 

Drösser, Christoph veröffentlichte in der „ZEIT“einen Beitrag:
„Macht mal Pause!“ Die Soziologin Sherry Turkle über Kommunikation per SMS und Facebook, Entfremdung und Verbindlichkeit in Beziehungen.

http://www.zeit.de/2011/09/Interview-Sherry-Turkle

 

Vgl. die jeweils aktuellen Informationen bei: http://www.iconkids.com/deutsch/04publikationen/04_1/studien.html

 

Vgl. hierzu die Fachbeiträge von u.a. Sigrid Weber in: http://www.kindergarten-heute.de: „Wie was und warum Kinder fernsehen. Oktober 1999 ff http://www.kindergarten-heute.de/artikel/themenpakete/heft_inhalt.html?k_beitrag=3521070