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Nun können meine Beiträge diese Lücke nicht füllen. Ich stelle
mit den folgenden Aufsätzen lediglich jene "Handreichungen" interessierten
Fachkräften zur Verfügung, die im Zusammenhang mit dem Projekt "Regionaler
Fachdienst" in unserem Landkreis erarbeitet und seither ergänzt bzw.
überarbeitet wurden. Einige Teile aus diesen "Handreichungen" finden
Sie, liebe Besucherinnen und Besucher, in der Loseblatt-Sammlung "Handbuch
für Erzieherinnen…" (Hrsg.: Armin Krenz und Klaus Schüttler
Janikulla 26. und 27. Lieferung aus dem mvg-Verlag Landsberg) und in dem Buch
über den Umgang mit Aggressionen (Schreien, schlagen, zerstören"
(aus dem Reinhardt Verlag in München). In die Texte sind eine Fülle
an Erfahrungen und Erkenntnisse aus praktischer pädagogischer Arbeit in Schulen
und Jugendhilfeeinrichtungen, aus Forschung und Lehre der sozialpädagogischen
Abteilung an der Pädagogischen Hochschule in Freiburg, aus der Ausbildung
von Erzieherinnen an einer Fachschule und in der sozialpädagogischen Praxis
sowie aus Fortbildungsveranstaltungen mit Erzieherinnen eingeflossen. Dieser Theorie-
und Praxisbezug vermag allen Aussagen ein hohes Maß an Solidität verleihen.
Sie entbindet die Leserin/den Leser jedoch nicht von kritischer Verarbeitung.
Von anderen Personen oder in Zeitschriften und Büchern vorgeschlagene Handlungs-
oder Sichtweisen lassen sich nur dann kompetent vertreten, wenn man sich von deren
Richtigkeit oder Zweckmäßigkeit überzeugt hat. Meine Wirksamkeit
im Beruf hängt nicht zuletzt von meiner inneren Überzeugung über
die Richtigkeit der vertretenen Anschauungen und Anforderungen ab.
Darum
ist dringend anzuraten, die folgenden Texte besonders kritisch zu lesen, mit den
eigenen Erfahrungen zu vergleichen und zunächst nur das zu übernehmen,
was gleich einleuchtet, weil man das selbst auch so sieht beziehungsweise sehen
kann. Alles andere sollte als Aufforderung betrachtet werden, noch einmal darüber
nachzudenken. Vor allem, wenn eine aktuelle Situation es erfordert, kann es durchaus
sinnvoll sein, die Vorschläge aus den Handreichungen mal auszuprobieren und
zu prüfen, ob sie sich so bewähren oder wie weit sie den jeweiligen
Erfordernissen angepasst oder verändern werden müssen.
Insofern
sollen die hier veröffentlichten Aufsätze nicht als Vorschriften aufgefasst
und behandelt werden, sondern als erprobte Konzepte, die der ständigen Aktualisierung
und Modifizierung bedürfen. Sie bieten lediglich Anregungen an, die in der
Abfolge:
kritische
Prüfung - ausgewählte Umsetzung - Anpassung/Veränderung - Ergebniskontrolle
-
zur
Übernahme in ein eigenes Handlungskonzept führen können. Jene Informationen,
die auf Forschungsergebnissen beruhen und entsprechend belegt sind, kann man auch
dann nicht einfach zur Seite legen, wenn einem die Inhalte nicht in das eigene
Konzept passen. Hier empfiehlt es sich, die angegebenen Quellen (Bücher,
Zeitschriftenaufsätze) nachzulesen und sich zu vergewissern. Zu denken ist
hier zum Beispiel an das Kapitel über die Grundbedürfnisse von Kindern,
an denen sich die pädagogische Arbeit in unseren Kindertagesstätten
orientrieren sollte. Alles Tun und Lassen im pädagogischen Alltag hat auf
die Entwicklung unserer Kinder ihre Auswirkungen. Und diese wieder korrespondieren
mit den Bedürfnissen eines jeden Kindes, seiner Eltern und Erzieher.
Ich
wünsche allen Pädagoginnen und Pädagogen im Umgang mit diesen Texten
ein kritisches Interesse und eine schöpferische Aneignung!
Dr.
Joachim Rumpf
Görwihl, im Juli 2006
Noch
ein Nachtrag: Wenn ich mir heute, fünf Jahre später die Aufsätze auf
dieser Homepage durchschaue - und das gilt auch und ganz besonders für
die über die Arbeit in unseren Kindertagesstätten - dann stelle ich die
Gültigkeit bzw. Aktualität meiner Berichte und Arbeitsergebnisse fest.
Mit anderen Worten: Veränderungen kommen nur recht langsam voran oder
finden sich, wenn überhaupt, nur in bestimmten ausgewählten
Tageseinrichtungen. Während die Kulturpolitik immer lauter die
Bedeutung der pädagogischen Arbeit in den Tageseinrichtungen betont und
sogar entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen bereit ist, ändert
sich im pädagogischen Alltag zu wenig. Was ich damit meine, soll ein
Beispiel verdeutlichen:
Einer meiner Neffen hat mit seiner Frau zwei Töchter im
Kindergartenalter. Er sagte kürzlich zu mir: "Da kann ich (an den
Kindergarten) hinkommen, wann ich will: wenn die Kinder draußen auf dem
Freigelände sind, sitzen die Erzieherinnen am Rand und schwätzen
miteinander. Ich hab schon mal gewartet, was sonst noch passiert.
Eigentlich nichts. Sie gucken nicht nach den Kindern. Sie sind mit sich
selbst beschäftigt. Ich meine, die sollten wie bei N. mit den Kindern
spielen und nicht rumsitzen".
Diese
Beobachtung wurde mir von Eltern mehrfach und schon vor dreißig Jahren
vorgetragen. Die Erzieherinnen, die ich dazu befragte (in
Fortbildungsveranstaltungen zum Thema: "Gezielte Beobachtung im
Kindergarten"), erklärten das "Herumsitzen" mit: wir beobachten. Doch
Aufzeichnungen darüber, wie sie systematisch und gezielt beobachteten,
konnte mit keine vorweisen. Und als ich meinen Neffen bat, mir die
Konzeption des Kindergartens zu zeigen, um nachzulesen, was über das
"Freispiel" und über das Spiel draußen auf dem Spielplatz gesagt ist,
wusste er nichts von einer Konzeption.
In
der Kindertagesstätte "N", auf die mein Neffe verwies und den die
beiden Söhne einer Nichte besuchen, sind tatsächlich die dort tätigen
Fachkräfte gleichsam pausenlos mit den Kindern beschäftigt. Ganz gleich
ob in den Räumen oder auf dem Freigelände. Es handelt sich bei "N" um
einen privaten Träger. Den Trägerverein initiierten vor rd. zwanzig
Jahren die Leiterin und ihr Mann mit einigen Eltern. Über die
zeitweilige Mitwirkung der Eltern ist die alltägliche pädagogische
Arbeit ihnen viel transparenter, als wenn sie nur gelegentlich mal
"über den Zaun" gucken können.
Es ist nicht leicht, die pädagogische Qualität der Arbeit in einer Kindertagesstätte
zu beurteilen. Und ohne ein möglichst praxisnahes operationales Konzept
gibt es ja auch keine Maßstäbe, an denen sich Eltern orientieren
können. Und das von den verschiedenen Trägern immer wieder große
Anstrenungen unternommen werden, um den Anforderungen an eine, den
Erwartungen und Erfordernissen gerecht zu werden, dokumentieren sie in
bemerkenswerter Übereinstimmung selbst. Vgl. dazu z. B. die
Dokumentation eines Projekts: "Gemeinsam für das Kind.
Erziehungspartnerschaft und Elternbildung im Kindergarten" Hrsg. von
Susanne Hartmann u. a. Weimar - Berlin 2007
Görwihl, im Mai 2011
Bisher sind von mir folgende Abteilungen eingestellt worden: