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Schriften zur Erziehung und Bildung im WWW
von Dr. Joachim Rumpf

 

 

 

Über die Funktionen von Heimschulen

 

 

 

Das Selbstverständnis von Heimschulen






Was unterscheidet Heimschulen[1] von öffentlichen Schulen? BLANDOW (1984, S.61) hat auf die Schwierigkeiten gewiesen, hier genaue definitorische Klärungen vornehmen zu können. Im Zusammenhang mit seinen Bemühungen, die Öffentlichkeit über "Grundfragen zur Heimbeschulung" zu informieren, hat er selbst einen Definitionsversuch unternommen: Von Heimschulen kann gesprochen werden, "wenn es um die Beschulung von Heimkindern in besonders für sie geschaffenen, Nicht-Heimkindern in der Regel verschlossenen Einrichtungen geht, und diese Beschulung an die Stelle der Beschulung in einer grundsätzlich allen Kindern offen stehenden Schule tritt" (a. a. O., S.62). Dieser Definition werden diejenigen widersprechen, die die Öffnung der Heimschulen für Externe befürworten[2]. STEINBRECHER (1984, S.59) schlägt folgende Definition vor: "Heimschulen sind Schulorte oder schulähnliche Einrichtungen, an oder bei solchen Heimen, die in der Regel Minderjährige im Wege der öffentlichen Jugendhilfe auf­nehmen". Es ist also gar nicht so einfach, Heimschulen auf einen (definitorischen) Nenner bringen zu wollen. Neben dem Problem der Öffnung von Heimschulen für Externe gibt es das der Trägerschaft. Nicht alle Heimschulen werden auch von dem Träger unterhalten, zu dem das Heim gehört. So gibt es staatliche Schulen am Heim, die aber nur den Kindern aus dem betreffenden Heim offen stehen und es gibt private Schulträger, die nicht identisch mit dem Heimträger sein müssen, der Kinder in diese Schule entsendet. Bedeutsam sind diese Unterschiede für die Lehrer, denen nicht gleichgültig sein kann, mit welchem Träger sie ihren Dienstver­trag abschließen. Bedeutsam ist dieser Umstand vor allem aber unter dem Gesichtspunkt der Dienstgemeinschaft von Heimerziehern und Lehrern: sind beide Personengruppen beim gleichen Anstellungsträger unter Vertrag, so lässt sich -  zumindest formal und von außen betrachtet - nicht mehr von zwei, in verschiedenen Institutionen tätigen Mitarbeitergruppen sprechen, und es kann unterstellt werden, dass Lehrer und Erzieher der gleichen konzeptionellen Orientierung verpflichtet sind. Da alle Heimschulen der staatlichen Schulaufsicht unterliegen, und dass sie an die Lehrpläne gebunden sind, die auch für die öffentlichen Schulen gelten[3], führt allerdings zu einigen Problemen, die Lehrern die Identifikation mit den spezifischen Aufgaben der Heimschule zu erschweren vermag. Der spezielle Auftrag der Heimschulen soll nun näher betrachtet werden.

"Wenn je ein Schulsystem, so ist dieses (das öffentliche, J.R.) auf ein Antisystem angewiesen, das seine Opfer aufzufangen vermag und seine Einseitigkeit kompensiert". Mit diesem Zitat PICHTs legitimiert ein evangelischer Oberkirchenrat und Pädagoge die Existenz von Schulen in freier Trägerschaft (WALTER 1973, S.33)[4]. So wie die Heime die Aufgabe haben, Kindern mit Schwierigkeiten zu helfen, haben Heimschulen die Heimerziehung hierbei zu unterstützen. Erziehung und Bildung kann im Heimschulbereich gar nicht anders als Ergänzung und in enger, planmäßiger Verbindung mit dem Heim gesehen werden. In der Schulpraxis haben dieser sozialpädagogischen Aufgabe "spezifische therapeutische und Unterrichtsmethoden" (HECKEL 1973, S.3) zu dienen. So sei der Unterricht erheblich differenzierter als in öffentlichen Schulen zu gestalten und hat sich zu orientieren an dem Erziehungs- und Bildungsplan, den Heimerzieher für ein bestimmtes Kind erarbeiten und für den die Lehrer die schulpädagogischen Gesichtspunkte beizutragen haben (LIEBETRAU 1966, S.343). Mal mehr und mal weniger konkret wird in allen Texten der Vertreter von Heimen und Heimschulen, von Trägern und Verbänden der sozialpädagogische und - im Blick auf das Kind - ganzheitlich orientierte Charakter von Erziehung und Bildung in der Heimschule betont[5]. Die sozialpädagogische Funktion der Heimschule, die in Baden in der Regel eine Sonderschule für Erziehungshilfe (E)6[6] oder eine für Lernbehinderte (Förderschule) ist, erfordert einmal entsprechend qualifizierte Lehrer, und zum anderen eine besonders enge Kooperation mit dem Heim. Beide Bedingungen werden als Voraussetzung für ein Erfolg versprechendes Wirken zum Wohl der Heimkinder angesehen.

Über die Ansprüche an die Person des Lehrers an einer Heimschule heißt es u. a., dass er sonderpädagogische und heilpädagogische Kenntnisse besitzen und entsprechende Arbeitsweisen anwenden können muss. Er sollte für Heim und Schule mitverantwortlich denken und handeln und sei gefordert als "Mensch, dann (als) Erzieher und zuletzt (als) Lehrer" (KÖNIGSTEIN 1966, S.54). Er sollte vor allem fähig und bereit sein, den der privaten Schule am Heim zur Verfügung stehenden didaktisch-methodischen Freiraum zu nutzen und ihn auf die speziellen Möglichkeiten und Anforderungen seiner Schüler zu übertragen (MAU 1975, S.19). Um alles das zu können, bedarf es einer spezifischen Ausbildung, die in entsprechenden Studiengängen an Hochschulen, auch aufbauend auf die Ausbildung zum Grund- und Hauptschullehrer, angeboten wird. Doch haben noch keineswegs alle an den privaten Heimsonderschulen beschäftigten Lehrer diese Qualifikation erworben. Wenn es auch heute nicht mehr vorstellbar ist, dass nicht-pädagogisch ausgebildetes Personal an Heimsonderschulen (E) arbeitet, so wie das vor Jahren noch möglich war (ELLER/JANITZEK 1979, S.110), so sind in diesen Schulen noch immer kaum die Hälfte der dort Unterrichtenden ausgebildete Sonderschullehrer. Aus arbeitsrechtlichen Gründen vollziehen sich Veränderungen in diesem Bereich auch nur ganz allmählich.

Kompromisslos und eindeutig sind in der Literatur die Forderungen nach der Zusammenarbeit von Heimerziehern und Heimschullehrern. Da die Funktion der Heimschule von den Aufgaben und Zielen her bestimmt ist, die dem Heim gestellt sind, ist die Zusammenarbeit als konstitutives Merkmal der Beziehungen beider Bereiche in einem Heim zu betrachten. Diese Zusammenarbeit hat sich, wie der Sinn und der Zweck der Heimschule selbst, vom Heim her zu bestimmen (LESEMANN 1952, S.14; HECKEL 1974). Lehrer und Erzieher sollen sich am Kind orientieren, es mit sich selbst und nicht mit anderen vergleichen  und ihre pädagogischen Vorgehensweisen aufeinander bezie­hen (ZAHALKA 1975, S.18; KIEHN 1985, S.184). Die in Heim und Schule das ein­zelne Kind in den Mittelpunkt stellende "Individualpädagogik" im Bezugsfeld kleiner Gruppen, soll wichti­ges Unterscheidungsmerkmal zu öffentlichen Schulen sein (NIETHAMMER 1984b, S.10).

Diesen Forderungskatalog fand man wieder auf einer relativ praxisnahen Ebene in der "Konzeption für die Erziehungshilfe im Heim" des Landeswohlfahrtsverbandes / Landesjugendamtes Baden von 1981. Ohne eine, für ein Kind möglicherweise schädliche Verschmelzung beider Lebensbereiche anzustreben und unter Beachtung der Bildungsaufgabe der Schule, zu der kognitive Fertigkeiten und Leistungen gezählt werden, setzte die Konzeption (S.23) folgende Norm:

 

"Wenn für die angemessene pädagogische Betreuung entwicklungsauffälliger Kinder im Heim unabdingbarist, dass sie in einer entwicklungsfördernden und heilsamen Lebensgemeinschaft getragen sind..., dann gilt dies konsequenterweise auch für die Schule, wo diese Kinder einen entscheidenden Teil des Tages verbringen. Die Angliederung der Schule an das Heim (durch un­mittelbaren Bezug zwischen Heimleiter und Schulleiter oder Personalunion) ermöglicht es, dass auch in den Schulen das Anliegen der Lebens­gemeinschaft realisiert wird und dass für ein Kind ein Verbund der Bereiche Heim­gruppe und Schulklasse erleb­bar wird. Der Lehrer muss somit der Lebensgemeinschaft des Heimes angehören und mit dem Gruppenerzieher in persönlichem Kontakt stehen...Bei entwicklungsauf­fälligen Kindern mit ihrem speziellen pädagogischen Bedarf müssen sich alle Maßnahmen an der jeweils angezeigten besonderen Hilfe orientieren. Diese Hilfe ist im erforderlichen Grad nur zu leisten, wenn auch die Be­schulung ein­bezogen werden kann, wenn sich also das Vorgehen der Schule dem pädagogisch Erfor­derlichen an­schließt und unter­ordnet. Der spezielle schulische Erfolg und Fortschritt (Stoff­vermittlung, Leistung) ist zunächst nachrangig gegenüber der Hilfe zum Abbau der Entwicklungsauffälligkeit. Die Angliederung der Schule an das Heim gewährleistet eher, dass die Prioritäten richtig gesetzt werden. Absprachen und Kommunikation zwi­schen Erzieher und Lehrer sind bei der Schule am Heim aus organi­satorischen Gründen leichter realisierbar..."

Obwohl diese Vorstellungen von Heim- und Schulleitern selbst erarbeitet worden waren, standen und stehen ihrer Verwirklichung Hindernisse im Wege. Die sind einmal bei den Lehrern und Erziehern selbst zu finden. Aber auch in strukturellen Bedingungen, von denen die Fluktuation von Heimkindern eine der gravierendsten ist. Um dieses, in jedem Einzelfall sehr dramatische Phänomen zu verdeutlichen, folgendes Beispiel:


Nach zweijährigen intensiven Bemühungen der Heimerzieher in enger Zusammenarbeit nit der Klassenlehrerin und unter Anleitung einer Kinderärztin und Therapeutin gelang es nicht, den sehr klugen, zum Zeitpunkt des Eintritts in das Heim achtjährigen Jungen in der öffentlichen Grundschule zu halten. Vor allem seiner verbalen und tätlichen aggressiven Ausbrüche wegen, die die Mitschüler
und die Lehrerin nahezu täglich ernsthaft gefährdeten, musste ein Verfah­ren zur Überleitung in eine nahe gele­gene Sonderschule (E) durch­geführt werden. Während drei Jahren besuchte der Junge, der wei­terhin eine therapeuti­sche Betreu­ung erhielt, von seinem Heim aus eine Heim­sonderschule als Externer. Zentrale Merkmale während des Schulbesuchs blieben die überdurchschnitt­lichen Leistungen im ko­gnitiven Be­reich und die Anforderungen an die Toleranz, die Güte, das Verständnis und das Engage­ment sei­ner Lehrer und Erzie­her, denen er, wenn auch in immer größer werdenden Intervallen, mit seinen heftigen Attacken zusetzte. In einem Bericht über den Jungen hieß es, dass er allein fünfzig Pro­zent der Aufmerksam­keit und psy­chischen Kraft seiner Lehrer (zu Lasten der an­deren Kinder in der Gruppe) in Anspruch nimmt.

Von einem Wochenendbesuch daheim, bald nach Beginn seines achten Schuljahres, kehrte der Junge nicht mehr ins Heim zurück. Seine sorgeberechtigte Mutter kündigte die bestehende Jugendhilfemaßnahme auf, da beide wollten, dass er künftig in der Familie lebt. Da es bei einem von den Eltern faktisch vollzogenen Austritt aus einer privaten Sonderschule (E) keine schulrechtlichen Hürden gibt, musste die für den Wohnort der Mutter zuständige öffentliche Schule, ob den Lehrern das recht war oder nicht, den Jungen aufnehmen. 

Diese Form der mehr oder weniger abrupten Beendigung des Heimauf­enthalts und damit des Heimschulbesuchs ist nicht selten. Es wur­den zum Beispiel in einem Heim in einem Zeitraum von 15 Jahren insgesamt 120 Minderjährige aufgenommen, von denen nur 61 bis zum Ende ihrer Schul- oder Berufsausbildung in der Heimerziehung blieben. Um 50 % wurden von den Personensorgeberechtigten vor der "Erreichung des Erziehungsz­wecks" wieder aus dem Heim herausgeholt (GOLDAMMER 1987, S.9).

Auf das soziale Gefüge einer Gruppe von sechs bis acht Kindern in ei­er Heimsonderschulklasse haben derartige Veränderungen, für jedes ausge­schiedene Kind kommt so bald wie möglich ein neues, destabilisierende Auswirkungen (darüber wird auch auf der Seite "Kinder kommen zu kurz" ausführlicher Auskunft gegeben). Weder die Schule noch das Heim, und wenn sie über noch so gut qualifiziertes Fachpersonal verfügen, besitzen bei Entlassungen beziehungsweise Entlassungswünschen der Personensorgeberechtigten ein Mitspracherecht. Der Heimschullehrer "weiß nie, ob er schon morgen einen Schüler entlassen muss, zu dem er gerade erst eine Beziehung aufgebaut hat, oder ob er drei Neue auf­nehmen muss, obwohl die Klasse dadurch wieder auseinander brechen würde" (ELLER/JANITZEK 1979, S.126). Bei der Würdigung der Schwie­rigkeiten in einer Heim­schule hat diese Unwägbar­keit in Bezug auf die Gruppenzusammensetzung einen hohen Rang und stellt den Erfolg der schulpädagogischen Bemühungen bei allen Kindern in den betroffenen Gruppen erheblich infrage. Da nur beim Antrag auf die Gewährung ei­ner Jugendhilfemaßnahme durch die Personensorgeberechtigten geprüft wird, ob deren Bewilligung dem Wohle des Kindes entspricht, bei der Aufhebung dieser Maßnahme aber keine entsprechende Prüfung vorgesehen ist, wird es bei diesen Unzulänglichkeiten bleiben. Bei der größeren Anzahl der Schüler einer Klasse in der öffentlichen Schule wirkt sich der gelegentliche Abgang oder Zugang eines Kindes erfahrungsgemäß nicht so gravierend auf die Gruppe aus. Man kann die verschiedenen Auswirkungen auf die Arbeit in der Schulklasse im Zusammenhang mit dem Ein- und Austritt von Heimkindern als ein weiteres Unterscheidungsmerkmal von Heimschulen und öffentlichen Schulen festhal­ten.



Eine, wie ich meine qualitativ noch stärker ins Gewicht fallende Beeinträchtigung, ergibt sich aus dem Umstand, dass die Lehrer an Heimschulen ihre Funktion ganz anders wahrnehmen, als es z. B. die o. g. Konzeption beschreibt. In einer gemeinsamen Konferenz von Lehrern und Heimerziehern einer Jugendhilfeeinrichtung im Dezember 2005 wurde von Lehrern ausdrücklich der Standpunkt vertreten, dass sie dafür zu sorgen hätten, dass der Lehr
plan einzuhalten sei und die Schüler den Unterrichtsstoff des jeweiligen Jahrgangs zu lernen hätten. Diese Meinung ist in der Praxis nicht selten anzutreffen. BLANDOW spricht in diesem Zusammenhang von der "Ideologie" curricularer Orientierung (1984, S. 64). Die Mädchen und Jungen dazu zu befähigen, den am Curriculum von Regelschulen ausgerichte­ten Anforderungen zu genügen, wurde dagegen in der erwähnten Konferenz als Angelegenheit der Heimerzieher betrachtet.

Diese Auffassung von Arbeitsteilung hat in den Heimschulen Tradition, obwohl, wie hier nachgewiesen wurde, alle veröffentlichen Positionen und offizielle Verlautbarungen aus der Heimschulpädagogik seit Jahrzehnten von einer ganz anderen, einer sozialpädagogischen Funktion der Heimschule ausgehen[7]. Die Hartnäckigkeit, mit der sich das Missverständnis über die Funktion des Unterrichts an Heimsonderschulen hält, begründet zugleich jenen Mangel an Zusammenarbeit, der seit langem von Heimerziehern und Lehrern an Heimschulen beklagt wird[8]. Es gibt aber ermutigende Ansätze, diese Kluft zu überwinden[9].

Am Anfang aller Bemühungen um Kooperation sollte in jedem Kollegium in eindeutiger Weise das Selbstverständnis der Heimschule beziehungsweise die beruflichen Rolle ihrer Lehrerinnen und Lehrer geklärt werden. Wenn hier Übereinstimmungen hergestellt und daraus folgende Verbindlichkeiten besprochen worden sind, sind in Bezug auf die Konsequenzen für Unterrichtsmethoden und -Inhalte Wege zu bedenken und Verantwortlichkeiten abzusprechen. Voraussetzung für die praktische Umsetzung konzeptioneller Aussagen ist allerdings, dass die Lehre­rinnen und Lehrer nicht allein entsprechend handeln wollen, sondern das auch können. Die Ausbildungs­stätten, die Schulträger und die Organisato­ren von Fortbildungsveran­staltun­gen sollten dafür sorgen, dass die Lehre­rinnen und Lehrer über heil- und son­derpä­dagogisches Wissen und Kön­nen verfügen. Die hier angedeuteten Prozesse werden erleichtert, wenn der Blick auf das Heim­kind gerichtet bleibt. Von seiner Situation her legitimieren sich der Heimaufenthalt und der Besuch einer Heimschule. Seine besonderen pädagogischen Ansprüche bestimmen alle Bemühungen in Heimgruppe und Schulklasse.

 


Anmerkungen



[1]  Zur Geschichte des Heimschulwesens und der Herausbildung seiner unterschiedlichen Formen vgl. STEINBRECHER 1957; LESEMANN 1966; NIETHAMMER 1984.

[2]  Hier ist zu denken an den AFET - Schulausschuss; vgl.dazu: HECKEL 1975, S.19; vgl. auch HERMANN 1980, S.206.

 [3]  Vgl. dazu §§ 4.2, 35.2 Privatschulgesetz (PSchG / BW); Art.7 (4) GG; die Ausführungen bei VOGEL 1984, S.19ff.

[4]  Vgl. dazu aber die kritische Position von HEITKAMP 1984, S 267 f.

[5]  In den Veröffentlichungen über die Heimschulen besteht unter den Autoren, die aus­schließlich aus dem Heimschulbereich selbst kom­men, Übereinstimmung in Bezug auf den "sozialpädagogischen" Auftrag dieser Schulart und die Unverzichtbarkeit entsprechender Un­terrichtsgestaltung. Vgl. u. a. LESEMANN 1966; H™RRMANN 1970; GROLLA/FREYER 1977; NIETHAMMER 1984a).

[6] Öffentliche Sonderschulen (E) gibt es nur wenige. In Baden-Württemberg sind es nur 5 von 53. Diese Schule entwickelte sich in der Bundesrepublik vor allem auf Anregungen aus dem Bereich der Sonderschulen selbst, um für "gemeinschaftsschwierige aber Normalbegabte Kinder" eine angemessene Beschulung zu ermöglichen (ELLER/JANITZEK 1979, S.92 u. a. a. O.).

[7]  In der Bundesrepublik ist diese Position in der Jugendhilfeliteratur stets sehr nachdrücklich vertreten worden. Vgl. z. B.:STEINBRECHER 1957, S.107;LESEMANN 1961, S.35; MARTIN 1977, S.131; Meyer 1988, S. 37 ff.

[8]  Vgl. hierzu die Untersuchungen zur Realität der Beziehungen zwischen Heim und Heimschule von MEYER 1988 und RUMPF 1990.

[9]  Vgl. dazu den Beitrag von mir über die Zusammenarbeit von Heim und Schule in JUGENDWOHL, Nr. 1/1991, S. 32 – 37.

 

  

Literatur

Blandow, Jürgen: Grundfragen zur Heimbeschulung. In: Materialien zur Heimerziehung Nr. 5/6 1984, S.61 – 66

 Eller, Frank/Janitzek, Rainer: Heimschulen zwischen Sozial- und Sonder­pädagogik. Frankfurt a.M. 1979

 Goldammer, Martina: Die Situation ehemaliger Heimkinder. Unveröffentl. Di­plomarbeit (PH) Freiburg 1987

Grolla, Werner/Preyer, Jürgen : Jugendhilfe und Schule für Erziehungs­hilfe. In: Zeitschrift für Heilpädagogik, 28/1977, S. 34 – 39

 Heckel, Gerhard: Aufgaben und Probleme der Heimsonderschule für ver­haltensgestörte Kinder und Jugendliche. In: Die Sonderschule im Heim. Wissenschaftl. Informationsschriften des AFET Heft Nr. 5, Hannover 1973

 Heitkamp, Hermann: Sozialarbeit im Praxisfeld Heimerziehung. Frankfurt a.M. 1984

 Hörrmann, Siegfried: Zur Situation der Schule am Heim. In: Innere Mission 60/1970,  S. 373 – 3761973

 Kiehn, Erich: Die Zusammenarbeit zwischen Lehrern und Erziehern in ei­nem Heim der Jugendhilfe als Voraussetzung für eine erfolgreiche schuli­sche Bildung. In: Jugendwohl 66/1985, S. 180 – 185

 Königstein, Heinz: Die Heimschule in sachlich-pädagogischer Hinsicht. In: Jugendwohl 47/1966, S. 53 – 57

Lesemann, Gustav: Heimschule oder nicht? In: Evangelische Jugendhilfe 72/1952, S. 14 – 21

Ders.: Heim und Schule. In: Mitgliederrundbrief des AFET Nr. 5/6 1961, S. 33 – 39

Ders.: Erziehungsheim und Schule. In: Trost, F./Scherpner, M. (Hrsg.): Handbuch der Heimerziehung. Frankfurt a. M. 1966, S. 431- 440

Liebetrau, Gerhard: Schulische Arbeit mit erziehungsschwierigen Kindern und Jugendlichen - speziell im Wirkungsbereich der Heim­schule. In: Schule und Psychologie 13/1966, S. 338 – 3466

Martin, Klaus-Rainer: Heim und Schule. In: Kupffer, H. (Hrsg.): Einführung in Theorie und Praxis der Heimerziehung. Heidelberg 1977, S. 124 – 133

Mau, Paul-Friedrich: Thesen zur Stellung der Sonderschulen im Heim­verbund auf der Grundlage ihrer Aufgaben im allgemeinen Schulwesen. In: Mitgliederrundbrief des AFET Nr. 2/1975, S. 18 – 19

Meyer, Rolf: Kooperation von Heim und Heimschule. Diss. Uni Mainz 1988

Niethammer, Erich: Historische Wurzeln der Sonderschule E - ihr Grund­verständnis als Schule am Heim. In: Fortbildungsbrief des EREV 25/1984, S. 1 – 8

Ders.: Die "Schule für Erziehungshilfe" am Heim - ihr Status, ihre Mög­lichkeiten. In: Fortbildungsbrief des EREV 25/1984, S. 9 – 15

Rumpf, Joachim: Theoretische und empirische Beiträge zur Kooperation von Heim und Schule. Dachsberg 1990

Steinbrecher, Wilhelm: Die Schulen in Erziehungsheimen. In: Recht der Ju­gend 5/1957; Fortsetzungsserie S.: 1 - 3; 23 - 25; 71 - 73; 91 - 93; 106 - 108; 119 - 122; 246 – 248

Ders.: Daten zur Heimschulsituation. In: Materialien zur Heimerziehung Nr. 5/6 1984, S. 58 – 61

Vogel, Johann Peter: Das Recht der Schulen und Heime in freier Träger­schaft. Darmstadt/Neuwied 1984

Zahalka, Margarethe: Zusammenarbeit von Lehrern und Erziehern. In: Päd­agogischer Rundbrief 25/1975 S. 1 - 7

 

 © Dr. Joachim Rumpf
79733 Görwihl
02.02.2008

 

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