Das
Bedürfniss
nach Vertrauen |
Dieses
Stichwort fügt sich nahtlos an das soeben Besprochene an und es wird erneut
deutlich, wie sehr alles, was hier ausgeführt wird, wechselseitig zusammenhängt
und einander durchdringt. Dem Kleinkind sagen Eltern: "Lass die Finger davon,
das kannst du noch nicht", unseren älteren Kindern untersagen wir möglicherweise
den Umgang mit bestimmten anderen Kindern, weil wir einen "schlechten Einfluss"
befürchten. In beiden Fällen sprechen aus uns die Sorgen um unser Kind,
die Verantwortung, die wir für sein Wohlergehen tragen und unser Wunsch,
dass unser Kind so wird, wie wir es uns vorstellen. Sobald wir aber Misstrauen
in unseren Gründen spüren, mit denen wir von unserem Kind etwas fordern
oder ihm etwas verwehren, beginnt der Wurm an unserem Vertrauen zu nagen. Unser
Kind, ob klein oder groß, hört genau heraus, ob uns echte Sorge um
das Kind umtreibt, oder ob wir ihm einfach nicht zutrauen, mit der Aufgabe oder
Situation umzugehen. "Hast Du denn kein Vertrauen zu mir?" wird uns
ein Jugendlicher fragen, dem wir den abendlichen Ausgang verwehren wollen. "Doch
- aber ..." die Antwort reicht nicht aus. Im Gegenteil: aus jedem "Aber"
hört ein Kind nicht zu Unrecht ein "Nein" heraus. Und wenn wir
"Nein" meinen, dann sagen wir das auch klar und deutlich und eiern nicht
herum. Entscheidend bleibt, dass jede Begründung für das Setzen von
Grenzen echter Sorge um unser Kind entspringt. Es muss uns jedoch bei dem Problem
des Vertrauens nicht immer um unser Kind gehen. Eine Voraussetzung dafür,
Vertrauen geben zu können, ist, Vertrauen zu sich selber zu haben. Wer sich
selbst nicht traut (oder nichts zutraut), dem fällt es auch schwer, anderen
Menschen Vertrauen zu geben. Also schauen wir auch in dieser Beziehung in uns
selbst hinein und forschen nach unseren Motiven! Kinder
brauchen unser Vertrauen ganz besonders. Gewiss wollen und müssen wir unser
Kind vor Gefahren schützen. Wenn unser Sohn aber gern den Rasenmäher
bedienen möchte und dem Vater helfen will, das Holz zu sägen, dann weisen
wir ihn nicht ab und geben ihm nur Hilfsarbeiten. Dann wird er bald sagen: "Ich
habe keine Lust", ganz gleich, um was wir bitten. Im vollen Vertrauen auf
seine Fähigkeiten trauen wir ihm, wenn seine körperliche Entwicklung
das zulässt, den Umgang mit den gefährlichen Maschinen zu. Wir zeigen
die richtige Handhabung und beobachten sorgfältig, wie er damit umgeht. Nur
wenn wir ihn ermutigen und Vertrauen geben, gewinnt er Sicherheit und verringert
so die Unfallgefahr. Sollte ein Kind tatsächlich noch nicht "reif"
sein, dann sollten wir besser darüber nachdenken, wie wir ihm das erfahrbar
machen, statt Verbote auszusprechen. Manchmal hilft der Verweis auf ein Kind in
der Nachbarschaft, oder einen anderen Menschen, die sich beim Umgang mit gefährlichem
Gerät verletzten. Doch Vorsicht ist geboten: Der Angstmacher ist kein guter
Pädagoge! Unsere Großeltern haben es mit Angstmachen probiert und
zum Beispiel gesagt: "Wenn Du lügst, dann wackelt Deine Nase; wenn du
immer wieder lügst, dann fällt sie dir ab!" "Wer lügt,
kommt in die Hölle." Vorbehaltloses Vertrauen uns Kindern gegenüber
aber war selten. Auch der Spruch "wer einmal lügt, dem glaubt man nicht,
auch wenn er dann die Wahrheit spricht" ist nicht geeignet, vertrauensvolle
Beziehungen zu fördern. Eltern, die von ihren Kindern belogen werden, sollten
sehr ernsthaft über die Gründe nachdenken. Nach entsprechenden Erfahrungen
aber nun "prinzipiell" misstrauisch zu sein, wird die Fähigkeit
eines Kindes zu Wahrheit und Offenheit nicht fördern.
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Hier
ein Beispiel, wie es uns häufig begegnet. Und wieder geht es um die Arbeiten
für die Schule. Wir
alle kennen Eltern die nur das Beste wollen für ihre Kinder. Da ein höherer
Bildungsabschluss, also zum Beispiel das Abitur, nach unserer gegenwärtigen
Erfahrung bessere Berufsaussichten mit höheren Verdiensten und Prestigegewinnen
verspricht, wollen diese Eltern, dass ihre Kinder gute Schüler sind. Bereits
im Kindergarten sollen die Kinder auf die Anforderungen der Schule vorbereitet
und erste Kenntnisse im Schreiben Lesen und Rechnen vermittelt werden. Ist aber
das Kind erst in der Schule, dann wachen Mutter oder Vater sorgsam und besorgt
darüber, dass das Kind auch wirklich alles gut mitkriegt. Wir denken da zum
Beispiel an ein Elternpaar, das ganz besonders großen Wert darauf legt,
dass ihre Kinder das den Eltern vorschwebende Schulziel erreichen. Jede Arbeit
lassen sie sich vorlegen, prüfen Hausaufgaben und Klassenarbeiten sorgfältig
selbst und übersehen keinen Fehler. Pingeliger als jeder Lehrer, setzen sie
ihren Kindern gegenüber die eigenen Maßstäbe durch. Eine schlechte
Note wird von den Eltern als eine persönliche Beleidigung erlebt. Arbeitsverweigerungen
mit dem Entzug von Vergünstigungen (Kontakte zu Spielgefährten, Ausgang)
bestraft. Überhaupt spielen Lohn und Strafe im Zusammenhang mit schulischen
Leistungen eine große Rolle in dieser Familie. Als eines Tages der Vater
ins Krankenhaus musste und die Mutter nur wenig Zeit fand, sich in der gewohnten
Weise um die Schularbeiten der Kinder zu kümmern, brach das ganze System
wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Die Kinder nutzten den Ausfall des Kontrollsystems
und arbeiteten weniger und fehlerhafter. Bei einem der Kinder wuchsen die Lücken
in den Wochen des Krankenhausaufenthaltes des Vaters derartig an, dass am Schuljahresende
seine Versetzung gefährdet war. "Sie sehen doch, dass es ohne Kontrolle
und Strenge nicht geht" erklärte der verzweifelte Vater dem Lehrer,
als er sich wieder um die Hausaufgaben kümmern konnte und sah, was in der
Zwischenzeit alles nicht mehr geklappt hatte.
Dieser
Vater hatte Ursache und Wirkung verwechselt: Je stärker ein Kind im Bereich
schulischen Arbeitens von den Erwachsenen gegängelt und kontrolliert wird,
je enger sein eigener Entscheidungs- und Gestaltungsspielraum ist, umso größer
ist die Wahrscheinlichkeit, dass es Schwierigkeiten bekommt, ja, dass es völlig
versagt. Und im
Umkehrschluss lässt sich festhalten: Je frühzeitiger ein Kind in
Bezug auf schulisches Arbeiten in die eigene Verantwortung gestellt wird, und
je konsequenter und überzeugter die Eltern der Fähigkeit ihres Kindes
vertrauen für seine Angelegenheiten selbst die Verantwortung zu übernehmen,
umso geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es das Schulziel nicht erreicht. Mut
brauchen wir und vor allem Vertrauen in die Fähigkeiten unserer Kinder, dass
sie das, was wir ihnen zutrauen, auch schaffen, dass sie "Verantwortung"
übernehmen können. Aber was dürfen wir und in welchem Alter von
unseren Kindern erwarten? Welche Gefahren sind möglicher Weise mit einer
verfrühten, welche mit einer völlig ungenügenden Bereitschaft von
Eltern verbunden, Eigenständigkeit zuzulassen? Wie können wir unserem
Kind denn in einer verantwortbaren Weise helfen, alles das selbst zu tun, was
es kann oder was es lernen soll? Das können Fragen sein, die unsere Überlegungen
bei dem Gedanken an die Erziehung zur Selbständigkeit und Eigenverantwortung
begleiten. Welche Erleichterungen eine souveräne Haltung für Eltern
mit sich bringen kann, soll folgendes Beispiel nachweisen: Das
Ehepaar Zwerna im Nebenhaus unserer Siedlung hatte zwölf gesunde Kinder.
Als das älteste Kind, die Käthe, siebzehn Jahre alt war, wurden die
jüngsten Kinder geboren. Frau Zwerna brachte Drillinge zur Welt, wovon ein
Kind ein Junge war. Obwohl Frau Zwerna keiner außerhäuslichen Tätigkeit
nachging, wird es leicht verständlich sein, dass sie sich nicht um alle Kinder
mit gleicher Intensität kümmern konnte. Sie sah ihre Hauptaufgabe darin,
ihren Kindern und dem Vater täglich ein schmackhaftes Essen zuzubereiten.
Die ältesten Mädchen übernahmen es, die Geschwister zu betreuen.
Und alle wirkten, je nach ihren Möglichkeiten, an der Haushaltgestaltung
mit. Kein Kind besuchte einen Kindergarten. Stattdessen waren ständig Nachbarskinder
in dem kleinen Siedlungshaus oder in dessen Garten anzutreffen. Oft weinte ein
Kind und musste von einem anderen getröstet werden. Wenn es gar zu schlimm
wurde, lief wohl auch mal eines in die Küche zur Mutter. Die meisten Angelegenheiten
regelten die Kinder untereinander selbst. Zum Beispiel wer mit welchem Spielzeug
spielte oder wer wessen Kleider anzog. Die Kleineren trugen stets die Kleider
der Größeren. Für die Flick- und Näharbeiten war die Mutter
solange zuständig, bis die älteren Mädchen das selbst tun konnten. Es
versteht sich von selbst, dass sich Mutter oder Vater nicht um die Schulaufgaben
kümmerten. Natürlich freuten sie sich über Erfolge ihrer Kinder.
Wenn aber eines Hilfe brauchte, dann holte es sich die bei den älteren Geschwistern.
Und die leisteten ganz selbstverständlich diese Hilfe.
Dieses
Beispiel deutet auf eine bedeutsame Bedingung, die die Selbständigkeit und
damit die Eigenverantwortlichkeit von Kindern fördert: Wenn ein Kind erkennt,
dass sich Mutter und/oder Vater um seine alltäglichen Angelegenheiten gar
nicht kümmern kann, dann zeigt es gleichsam "automatisch",
dass es bereit und in der Lage ist, ein Stück weit für sich selbst zu
sorgen. Und "ein Stück weit" heißt eben: soweit es das von
seiner körperlichen, geistigen und seelischen Entwicklung her kann. Eltern
können von einem Dreijährigen zwar nicht erwarten, dass er Kartoffeln
schält und sie zubereitet. Wohl aber wird er sich an- und ausziehen, allein
auf die Toilette gehen oder sich allein waschen können. Kinder können
und werden überall dort mithelfen, den Alltag zu bewältigen, wo die
Eltern berufstätig sind oder wo Erkrankungen unseren vollen Einsatz in Haushalt
und Erziehung erschweren. Jede/r von uns, die/der vorübergehend wegen Krankheit
oder aus anderen für Kinder gut einsehbaren Gründen ausfiel, wird die
Erfahrung gemacht haben, dass sich die Kinder in erstaunlichem Ausmaß darum
bemühen, die entstandene Lücke zu füllen und zum Beispiel die Wohnung
pflegen oder einkaufen gehen.
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Oder
denken wir an eine weitere Bedingung selbständigen Handelns, die wir Eltern
selbst ständig zu schaffen haben, wenn unser Kind lernen soll, eigenständig
und eigenverantwortlich zu handeln: an unsere Bereitschaft, Selbständigkeit
zuzulassen! Auch hierfür ein Beispiel: Die
neunjährige Elisabeth hat ein neues Fahrrad bekommen. Anlässe gab es
zwei: das Kind hatte Geburtstag und gerade in der Schule ihren "Fahrradführerschein"
erworben und damit bewiesen, dass sie die Verkehrsregeln kennt und sich im öffentlichen
Straßenverkehr zurechtfindet. Am Samstag der gleichen Woche erklärte
sich Elisabeth bereit, Brötchen und Brot zum Frühstück zu holen
und bat darum, mit dem neuen Fahrrad fahren zu dürfen. Die Eltern hatten
das Kind bis dahin noch nie allein mit dem Fahrrad ins Städtchen gelassen,
da verkehrsreiche Straßen auf dem Wege lagen. Mutter und Vater standen vor
einer schweren Entscheidung. Sollten sie das Risiko eingehen und Elisabeth fahren
lassen? Wird das Kind zurechtkommen? Beide verständigten sich, wie stets
in derartigen kniffligen Situationen, mit den Blicken. Hier war es der Vater,
der seiner Frau beruhigend zublinzelte. Die Mutter sagte dann: "Ist gut.
Du wirst schon zurecht kommen. Hast ja jetzt den Fahrradführerschein." Glückstrahlend
und stolz holte Elisabeth ihr Fahrrad und kam - während die Eltern nicht
ohne Bangen gewartet hatten - heil wieder nach Hause.
Eltern
stehen häufig vor derartigen und ähnlichen Situationen. Dann geht es
darum, die eigenen Befürchtungen zu überwinden und sie sich nicht anmerken
zu lassen und zugleich dem Kind zu signalisieren, dass man ihm zutraut, die gestellte
Aufgabe zu lösen. Der zwölfjährige Anton war bereit, dem Vater
im Garten zu helfen und wollte den Rasen mähen. "Lass besser die Finger
davon", versuchte der Vater den Eifer des Sohnes zu bremsen. "Lerne
lieber Deine Vokabeln, damit Du nicht wieder eine fünf schreibst!" Doch
Anton bettelte und versprach, hinterher zu lernen. "Also gut" willigte
der Vater ohne Überzeugung ein. "Aber achte darauf, dass ..." und
es folgten eine Reihe von Ermahnungen. Als Anton fertig war, stellte er den
Rasenmäher in den Schuppen und ging ins Haus. Der Vater schaute nach und
stellte fest, dass da und dort das Gras noch hoch stand und auch der Rasenmäher
war nicht gesäubert worden. Er holte seinen Sohn und hielt ihm eine Strafpredigt:
"Ich habe es ja gleich gewusst ... nie machst Du eine Aufgabe ordentlich
... es ist besser, wenn ich alles selbst mache ... so habe ich nur noch mehr Arbeit
... es ist ja kein Wunder, dass es auch in der Schule nicht läuft..." Beide
waren nun verärgert. Anton zog sich zornig in sein Zimmer zurück und
dachte vielleicht: nichts kann man dem Alten recht machen, und statt zu lernen
- pah, wenn dem sowieso nichts recht ist - stellte er den Fernseher an. Was
hätte der Vater tun können? Am Abend zum Beispiel sagen: "Der Rasenmäher
muss noch gesäubert werden. Das Gras wird jetzt trocken sein und sich leichter
entfernen lassen". Mit dem ersten Satz sagt der Vater dem Sohn, was noch
zu tun ist. Mit dem zweiten öffnet er dem Sohn mit dem Hinweis auf das getrocknete
Gras eine Möglichkeit "sein Gesicht zu wahren". Und bei der
nächsten Gelegenheit wird der Vater nicht zögern und zaudern und wird
auf alle Ermahnungen verzichten, sondern stattdessen klare Bedingungen aushandeln:
Rasen mähen - selbstverständlich. Und vergiss nicht, heute Abend das
Gerät zu reinigen! Wenn es dann wieder nicht klappt, dann kann das nur
heißen, dass Anton erst im nächsten Jahr wieder nachfragen darf. Vielleicht
ist er dann reifer und eher in der Lage, Verantwortung zu übernehmen.
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Diese
Geschichte weist uns auf eine sehr wichtige Bestrebung hin, von der in anderen
Zusammenhängen schon die Rede war: Kinder wollen aus eigenem Antrieb heraus
die Welt erkunden! Sie sind von Natur aus neugierig, probieren gern etwas aus
und möchten gern alles selber machen. Gelegentlich ärgern wir Eltern
uns darüber, dass unsere Kinder nur schwer dazu zu bringen sind, uns etwas
zu helfen. Das Beispiel mit dem Rasenmäher deutet an, woran die Unlust oder
der Unwillen der Kinder liegen kann. Je öfter wir Kinder daran hindern, etwas
zu tun, wofür wir sie noch für zu klein, zu ungeschickt, zu dumm oder
zu unzuverlässig halten, und ihnen das auch noch sagen (!), umso weniger
werden sie bereit sein uns zu helfen, wenn wir das wünschen. Selbst wenn
ein Kind das so nicht sagen kann, dann reagiert es nach dem Denkmuster: "Damals,
als ich selbst tun wollte, habt ihr gesagt, dass ich die Finger davon lassen soll.
Heute will ich nicht mehr!" An viele Beispiele können wir in diesem
Zusammenhang denken. Irgendwann wollte ein Kind zum ersten Mal den Staubsauger
benutzen, selbst abwaschen, den Tisch decken oder einkaufen gehen. Wir aber haben
zu viel Bedenken oder Einwände gehabt, und unser Kind gebremst. Dabei wollte
es doch nur das gleiche tun, wie wir und den Vorbildern Mutter oder Vater nacheifern. Verantwortung
soll man nicht lehren sondern geben! Zeigt sich ein Kind der zugelassenen
oder ihm übertragenen Verantwortung noch nicht gewachsen, dann versuchen
wir es zu einem späteren Zeitpunkt erneut. Ein Kind sollte selber sagen oder
am eigenen Leibe erfahren, was es leisten kann und was noch nicht. Das Bewusstsein
eigener Verantwortung macht ein Kind eifrig, stolz und zufrieden.
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Wem
wir unserem Kind vertrauen, dann wächst in ihm Selbstvertrauen. Vertrauen
in die eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten sind nicht angeboren. Sie
erwirbt sich jeder Mensch mit eigenem Bemühen. Doch wir, die Eltern, die
Erzieherinnen und Erzieher in den Tagesstätten und die Lehrerinnen und Lehrer
in der Schule, trauen dem Kind etwas zu und wir vertrauen ihm. Aus beiden Komponenten
wächst ihm, das auf unsere Bekräftigung angewiesen ist, Vertrauen zu
sich selbst zu. Dieses Selbstvertrauen ist die Kraft, die uns als Erwachsenem
hilft, Prüfungen zu bestehen, Beziehungen aufzunehmen und zu erhalten aber
auch Krisen zu meistern. Der Dichter Wilhelm Hauff schrieb in seinem fünfundzwanzigsten
Lebensjahr: "Das Vertrauen zu sich selbst gibt bei weitem mutigere Zuversicht
als die mächtigste Hilfe von Außen" ("Lichtenstein"
Zürich 1970, S. 25)
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